Appell an Bund und Land

Ertüchtigung der Beethovenhalle

7. Oktober 2010.

Nachdem die Deutsche Telekom ihren Ausstieg aus der Finanzierung für den Neubau eines Bonner Festspielhauses bekanntgegeben hat, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Verwirk­lichung dieses ambitionierten Projektes weiter gesunken. Der Verein ProBeethovenhalle ruft alle Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Entscheidungen über die Zukunft der Beethovenhalle treffen, dazu auf, sich nun für eine nachhaltige Ertüchtigung des bestehenden Bonner Konzerthauses einzusetzen.

Der Verein macht sich auf allen politischen Ebenen dafür stark, dass die von Bund und Land für einen Neubau zugesicherten Mittel umgewidmet und für die Sanierung der Beethovenhalle eingesetzt werden. „Eine denkmalgerechte Modernisierung der Beethovenhalle muss bis zum Jahr 2020 ab­geschlossen sein, damit darin der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven würdig ge­feiert werden kann“, so Hans Hinterkeuser, Geschäftsführer von ProBeethovenhalle.

Der Verein begrüßt die aktuellen Be­mühungen von Verwaltung und Rat der Stadt Bonn, die vordringlichsten Reparatur- und Pflegemaßnahmen an dem lange Zeit ver­nachlässigten Bau­werk für die nächsten fünf Jahre sicherzustellen. Des Weiteren setzt sich der Verein dafür ein, dass im Rahmen des zu erstellenden Kultur­konzeptes für die Stadt Bonn er­mittelt wird, welche Funktionen der Beethoven­halle in Zukunft zukommen werden. Die künftigen Nutzer der Halle sollten ihre Wünsche in Hinblick auf die eigenen Nutzungsanforderungen einbringen dürfen. Diese Wünsche könnten unter dem Ge­sichtspunkt der Denkmalpflege be­wertet werden und dann in eine neue öffentliche Ausschreibung zur Sanie­rung der Halle einfließen.

Der Denkmalschutz sperrt sich bekanntlich nicht gegen eine Anpassung des Gebäudes an neue Erfordernisse, sondern ist zu weit­reichenden Zugeständnissen bereit. Die Beethoven­halle kann in viel­facher Hinsicht optimiert und angepasst werden. Das betrifft zum Beispiel die Akustik, aber auch den Hinterbühnenbereich, der sich zeitgemäßen Erfordernissen entspre­chend gestalten lässt.
Die Beethovenhalle steht seit 1990 unter Denkmalschutz, da sich in ihr lokale und nationale De­mokratie-, Architektur- und Musikgeschichte in einzigartiger Weise verbinden. Sie dient seit ihrer Eröffnung im Jahre 1959 als Hauptspielstätte für das Bonner Beethovenfest. Darüber­hinaus hat sie über 50 Jahre lang dem kulturellen und poli­tischen Leben Bonns und der Bun­desrepublik einen Rahmen gegeben. Die Beethovenhalle ist das Werk des Scharoun-Schülers Siegfried Wolske und stellt ein herausragendes Beispiel für das organische Bauen dar. Sie steht in einer Reihe mit Bauten wie der Philhar­monie in Berlin und der Liederhalle in Stuttgart.

Nach dem Verlust des Plenarsaales im Bundesviertel verbleibt die Beethovenhalle als authen­tisches Zeugnis für die Nachkriegsarchitektur und die Zeit Bonns als Bundeshauptstadt („Bühne der Bonner Republik“). Auch aus diesem Grunde freut sich der Verein ProBeethoven­halle über die An­kündigung des Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch, dass die Feier­lichkeiten zur Deutschen Einheit im nächsten Jahr zum Teil in der Beetho­venhalle stattfinden sollen.

Foto: Karl-Heinz Hick/JOKER

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