Das muss man doch mal sagen dürfen

Ist der Mensch das dümmste Tier ?

1. April 2011.

„Der Mensch ist das dümmste Tier“, heißt es, „Er lernt nie aus seinen Fehlern“. Wenn man die Arbeitsweisen im heutigen Bonner Rathaus und die Reaktionen der Bonnerinnen und Bonner betrachtet, dann scheint sich dies erneut zu bewahrheiten.

Die Stadtverwaltung wollte mit Unterstützung der Stadtverordneten ein gewaltiges WCCB bauen. Es wurde, zwischenzeitlich müßte es sich herumgesprochen haben, eine gewaltige Pleite. Es müßte sich auch herumgesprochen haben – jedenfalls war es in der Bonner Lokalpresse ausführlich zu lesen – dass die Bonner Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang Rechnungen in Höhe von Millionen Euro ohne jede Nachprüfung an Schwindler und Betrüger bezahlte. Angesichts der gigantischen Schulden der Stadt Bonn, angesichts der notwendigen Einsparungen bei Schulen, Theatern, Schwimmbädern, Sportvereinen u.s.w. sollte man doch annehmen, die Stadtverwaltung habe aus den Fehlern gelernt und zahle keine Rechnungen mehr ohne jede Rechnung genau auf rechtliche, inhaltliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Ein Irrtum! Jeden Monat fallen durch den Baustillstand des WCCB Kosten in Höhe von 600.000 € (in Worten: sechshunderttausend Euro) an. Darin enthalten sind auch Kosten für die Berater der Stadtverwaltung (man muss den Eindruck gewinnen, kein Bonner Beamter regt auch nur eine Hand ohne externen Berater). Und diese Kosten der Berater sind nicht niedrig. Was macht die Stadtverwaltung? Sie zahlt die Rechnungen der Berater ohne Prüfung. Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Bonn bemerkt zu der „Arbeit“ der Stadtverwaltung: „Bei den Auslagen von…….verzichtet die Stadt Bonn auf Einsicht in die Belege“. Und: „Eine Übersicht, wie sich die angegebenen Auslagen in Höhe zusammensetzen bezw. wer diese in welcher Höhe verursacht hat, ist der Rechnung nicht beigefügt“. Gezahlt wurde trotzdem. Ganz offensichtlich haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus ihren früheren Fehlern nichts gelernt.

Hat denn der Oberbürgermeister, dem all dies bestens bekannt ist, energisch durchgegriffen und die verantwortlichen Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen? In jedem ordentlichen Wirtschaftsbetrieb würden Mitarbeiter, die immer wieder Rechnungen ungeprüft bezahlen, wegen grober Pflichtverletzung fristlos entlassen. Nicht so im Bonner Rathaus. Der Oberbürgermeister schweigt dazu. Offensichtlich hat auch der Oberbürgermeister aus früheren Fehlern nichts gelernt.

Aber dann werden doch die Mitglieder des Bonner Stadtrates, die Volksvertreter, auf die Barrikaden gehen, diese Pflichtverletzungen im Rathaus lautstark öffentlich anprangern und fordern, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Nichts dergleichen. Auch hier Stille: die „Volksvertreter“ haben ebenfalls aus früheren Fehlern nichts gelernt. Nun ja, ein Volksvertreter vertritt das Volk ebenso wenig, wie ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Und das Volk? Die Steuerzahler, die für alle diese absolut unverständlichen Schlampigkeiten letztlich aufkommen müssen? Die mit stark verringerten städtischen Leistungen aber dafür mit stark erhöhten Steuern und stark erhöhten Gebühren rechnen müssen? Die Steuerzahler tragen alles mit Ruhe und Gelassenheit, wohl in der Ansicht, es zieme sich in Bonn nicht, gegen die Obrigkeit, gegen Stadtverwaltung, Oberbürgermeister und Volksvertreter zu murren. Man kann wohl zu Recht annehmen, dass auch bei der nächsten Wahl der Oberbürgermeister und die Stadtverordneten nicht den Unwillen des Volkes zu spüren bekommen. Die Bürgerinnen und Bürger werden mit Sicherheit die gleichen Parteien, die gleichen Volksvertreter wählen wie bisher. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind nicht bereit, aus Fehlern zu lernen.

Auch und besonders in Bonn ist nicht zu übersehen: „Der Mensch ist das dümmste Tier. Er lernt nie aus seinen Fehlern.“

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