WCCB-Skandal spitzt sich zu

Nimptsch und Dieckmann verlassen die EU

1. April 2011.

Einen plakativen Schluss-Strich unter seine Beteiligung am WCCB-Skandal zog Bonns Oberbürgermeister Nimptsch gestern Abend im WDR-Lokalfernsehen. „Ich glaube, ich habe das völlig in Ordnung gemacht“ ließ er die Welt wissen und verschwand nach Zürich. rhein:raum wurden nur wenige Stunden später Fotos zugemailt, die tatsächlich keinen Zweifel lassen: Nimptsch und seine Amtsvorgängerin Bärbel Dieckmann nebst Dieckmann-Ehemann Jochen Dieckmann sind gemeinsam im Grand Hotel Dolder in Zürich-Hottingen abgestiegen.

Bereits am Nachmittag waren schon andere bekannte BonnerInnen dort gesehen worden. So hatte man unter illustren Gästen angeblich den ehemaligen Pressesprecher der Stadt, Friedel Frechen (1) und den ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Schilling (2) sowie, etwas abseits, den ehemaligen Gebäudemanager Friedhelm Naujoks (3) auf der Terrasse mit dem traumhaften Ausblick auf Zürich und Zürichsee entdeckt. Rechts, im Bildvordergrund sind unschwer die ehemaligen WCCB-Projektsteuerer Evi Zwiebler (4) und Arno Hübner (5) zu erkennen.

Hotel DOLDER IN ZÜRICH

Klaus-Peter Gilles, Fraktionschef der Bonner CDU, erinnerte sich: „Tatsächlich hat sich Nimptsch der Aufklärung des WCCB-Skandals widersetzt, wo es nur ging – obwohl wir immer wieder konkret nachgefragt haben.“ Während Peter Finger von den Grünen gestern Abend erneut feststellte „Der Oberbürgermeister hat das Einmaleins der Demokratie nicht gelernt“, wies Michael Faber von den Linken darauf hin, dass die Bonner SPD-Spitze offenbar sehr genau wisse, was Schweizer Konten seien. Werner Hümmrich von der FDP fügte hinzu, er wisse auch, was Schweizer Konten seien.
Ernesto Harder, Vorsitzender der Bonner SPD, war über den Exodus seiner GenossInnen gar nicht erst informiert worden. Beim Telefon-Interview stammelte er: „Häh? Ey, was? Wollt ihr mich verarschen?“

In einem kleinen Memorandum hatte übrigens der jüngst in Rente gegangene ehemalige Pressesprecher Bonns schon im Sommer des letzten Jahres vermerkt: „Vor dem Gesamthintergrund zeichnet sich zumindest ab: Wer über alle Berge ist, kann nicht mehr in die Wüste geschickt werden. Es werden organisatorische Umstrukturierungen erfolgen; welche das sind, steht noch nicht fest.“

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