8. Juli 2011.
Click and Cruise!
„Die Östliches Mittelmeer Kreuzfahrt – Eine unvergessliche Reise“
„Unzählige Kreuzfahrt-Reedereien bieten ein vielfältiges Angebot der östlichen Mittelmeerkreuzfahrten und machen es somit auch Kreuzfahrt-Einsteigern möglich die richtige Reise zu finden. Erleben auch Sie die Faszination des östlichen Mittelmeerraumes und tauchen Sie ein in die Welt der Antike und des Orients.
Entdecken Sie bei der Mittelmeerkreuzfahrt zum Beispiel den drittgrößten Mittelmeerhafen „Piräus“ und machen Sie sich selbst einen Eindruck von seiner 2000-jährigen Geschichte.
Die Landschaft ist gekennzeichnet von farbenprächtige Zitronenplantagen und märchenhafte Zypressenwäldern. (…)
Manch eine östliche Mittelmeerkreuzfahrt führt Sie zu den Spuren Cleopatras, nach „Alexandria“ in Ägypten. Hier präsentiert sich der Nil von seiner zauberhaftesten Seite, zum Beispiel bei einer Nachtfahrt. Ein ganz besonderes Highlight ist hier die größte, römische Grabstätte Ägyptens, die „Katakomben von Ash-Shuqqafa“. „Tripolis“, die Hauptstadt Libyens, ist ebenfalls eine sehr beliebte Destination im Bereich der östlichen Mittelmeerkreuzfahrt. Sie ist Mittelpunkt des Handels und der Fabrikation Libyens. Die Altstadt lädt mit ihren orientalisch angehauchten und verwinkelten Gassen zum Flanieren ein und vermittelt interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt.“
(aus der Werbung des Kreuzfahrtanbieters www.e-hoi.de)
In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Täglich steigen britische, französische und amerikanische Bomber mit dem Einverständnis eines Teils der Weltgemeinschaft in den abendlichen Mittelmeerhimmel auf und werfen ihre tödliche Fracht auf die libysche Hauptstadt Tripolis, angeblich um die Bevölkerung vor den Gräueltaten eines Wahnsinnigen zu schützen. Wie viele Menschen durch die Explosion dieser Bomben bereits zu Tode gekommen sind, verkrüppelt wurden oder ihr Dach über dem Kopf verloren haben, entzieht sich unserer Kenntnis. In den Nachrichtenmeldungen heißt es meist nur lapidar: „Am Ort der Explosionen stieg anschließend Rauch auf.“ Ein wutschnaubender Ghaddafi droht mit Heuschreckenschwärmen, die Europa heimsuchen werde. Daß wir längst von Heuschrecken geplagt werden, scheint dem Campingliebhaber Ghaddafi bisher entgangen zu sein.
Tausende von Flüchtlingen haben bereits versucht, dem Inferno der Kämpfe zwischen Ghaddafi-loyalen Truppen und den vom Ausland unterstützten „Rebellen“ sowie dem Bombenhagel aus der Luft zu entkommen, indem sie übers Mitelmeer auf oft seeuntüchtigen Fischerbooten Richtung Italien flohen. Viele mußten ergebnislos umkehren, weil die vor den Küsten Nordafrikas patrouillierenden Boote des europäischen FRONTEX-Programms sie entdeckten, oder weil das Wetter und der rauhe Seegang eine Weiterfahrt verhinderten. Viele sind ertrunken, weil die rettungslos überladenen Boote kenterten. Viele haben es aber auch geschafft und harren nun in Auffanglagern im Süden Italiens der Dinge, die da kommen werden.
Seit Wochen bereiten sich in verschiedenen Mittelmeerhäfen hunderte von Menschen aus Europa und aller Welt darauf vor, in einer Aktion des zivilen Ungehorsams mit mehr oder weniger seetauglichen und mit Hilfsgütern beladenen Booten die Küste des Gazastreifens anzulaufen und den dort eingeschlossenen Menschen ihre Solidarität zu bezeugen.
Im Hafen von Piräus, wo ein Teil der Hilfsflotte starten will, hindert die griechische Regierung die Boote am Auslaufen. Sie tut dies nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Geheiß jenes Teils der Weltgemeinschaft, der auch den Bombenkrieg gegen Libyen führen läßt. Am 3. Juli hat sich sogar das sogenannte Nahost-Quartett – UN, USA, EU und Russland – dazu verstiegen, die Helfer zu ermahnen, von ihrem Vorhaben abzulassen. Von einer Mahnung an die israelische Adresse, die Unversehrtheit der Schiffsbesatzungen zu garantieren, ist indessen nichts zu hören
Bedauerlich ist, daß der Einsatzgruppenversorger „BONN“ noch nicht fertiggestellt ist. Hier hätte er als Geleitboot für die bedrohte Hilfsflotte eine herausragende Aufgabe.
Foto: Hady Khandani/JOKER
