„Freiheit-Einheit-Freude“

Schöner feiern ohne Bundeswehr

30. September 2011.

Ein Bündnis aus Bonner Friedensgruppen wird während des Deutschland- und NRW-Tages mit zahlreichen Aktionen gegen die starke Präsenz der Bundeswehr auf dem Deutschland- und NRW-Tag protestieren.

So wird am 2. Oktober ab 14.30 Uhr eine Mahnwache am rechtsrheinischen Rheinufer, südlich des Wolkenburgwegs, gegenüber der Gronau, stattfinden. Im Rahmen der Mahnwache soll mit Großbuchstaben eine friedenspolitische Forderung gestellt werden.

Anlässlich des Deutschland- und NRW-Tages wurde der Bundeswehr von der Bundesstadt in den Rheinauen ein 22 Hektar großes Gelände kostenlos überlassen, zudem verzichtet die Bundesstadt auf dem sogenannten Platz der Bundeswehr auf ihr Hausrecht. Unter Führung der Bundeswehr wollen dort Bundeswehr, Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Rettungsorganisationen gemeinsame Manöver auf dem Rhein und den Rheinufern durchführen. Das Bündnis kritisiert die zivil-militärische Zusammenarbeit als weiteren Schritt zum „comprehensiv approach“, d.h die vernetzte Operation zur gemeinsamen Zielerreichung unter militärischer Führung. Das Bündnis vertritt vielmehr die Meinung, dass Katastrophenschutz eine zivile Aufgabe ist und fordert Katastrophenschutz unter Führung von zivilen Akteuren.

Darüber hinaus kritisiert das Bündnis die massiven Anwerbungsversuche der Bundeswehr. Seit Abschaffung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr verstärkt Nachwuchsprobleme, sie will sich deshalb auch auf dem Deutschland- und NRW-Tag als moderner Arbeitgeber präsentieren. Die Bundeswehr setzt dabei auf die Technikbegeisterung junger Menschen. Nach Auffassung des Friedensbündnisses ist die Bundeswehr jedoch kein „normaler Arbeitgeber“. Soldatinnen und Soldaten verzichten auf wichtige Grundrechte, insbesondere auf das Menschenrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Der Beruf des Soldaten ist deshalb kein Beruf wie jeder andere, Soldatinnen und Soldaten können im Einsatz verletzt oder getötet werden und sie müssen bereit sein selber Menschen zu töten.

Auf einem Fest, das mit dem Slogan „ FreiheitEinheitFreude“ für sich wirbt, bietet der Einsatz der Bundeswehr angesichts von mehr als 50 toten Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz in Afghanistan, einer großen Anzahl Soldatinnen und Soldaten, die mit schweren gesundheitlichen Schäden aus Auslandeinsätzen zurückkehren und mehr als 1.000 Opfern alleine in diesem Jahr in Afghanistan keinen Grund zur Freude.

Das Friedensbündnis fordert deshalb: kein Werben für das Sterben auf dem Deutschland- und NRW-Tag, feiern ist schöner ohne Bundeswehr.

 

 

Foto: Philipp Ingenleuf / Friedenskooperative

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