19. Oktober 2011.
Die Werkstatt Baukultur lädt zu kunsthistorischen Führungen durch Spitzenarchitekturen der Bonner Nachkriegszeit ein. Ab dem 22. November finden unter dem Motto „4×4 um 11 Uhr“ Entdeckungsreisen durch das Stadttheater, Beethovenhalle, Stadthaus und Juridicum statt. Dieser Turnus wiederholt sich an den drei darauf folgenden Samstagen, sodass es möglich ist, alle Bauten in vier Wochen zu erkunden.
Sanierungsstau, veränderte Sehgewohnheiten und teils unsensible Sanierungen haben kontroverse Diskussionen über den heutigen (Nutz-)Wert der vorzustellenden Gebäude hervorgerufen. Die ambitionierte Gedanken der Entstehungszeit scheinen jedenfalls völlig aus dem Blick geraten zu sein.
Letztlich also ausreichend Gründe, die dafür sprechen, sich dieser Bauten anzunehmen und sie aus kunsthistorischer Perspektive zu betrachten und die verlorenen Bezüge wieder herzustellen. Die Werkstatt freut sich auf zahlreiche Gäste und interessante Gespräche. Die Führungen sind (wie gewohnt) kostenlos.
Führungen: 22. und 29. Oktober sowie 5. und 12. November
Zeit: jeweils 11 Uhr
Treffpunkte Stadthaus (Plateau auf der Stadtseite); Beethovenhalle (am „Beethovenkopf“), Stadttheater (Vorplatz), Juridicum (Eingang zur Adenauerallee)
Weitere Informationen unter: www.baukultur-bonn.de
Foto: Karl-Heinz Hick/JOKER

Im heutigen „General-Anzeiger“ (Freitag, 28. 10. 2011, Seite 15, Lokales) findet sich ein Artikel, der geradezu eine Ergänzung zu dem obigen Artikel hier in „rheinraum-online“ darstellt. Dort, wo die darin erwähnte „Baugrube gähnt“, sollen ab März 2012 die Bauarbeiten für das Büro Campus Rheinwerk 3 mit 20.800 Quadratmetern vermietbarer Fläche beginnen. Drei langgestreckte Baukörper sollen entstehen. Der „General_Anzeiger“ hat ein Bild, wahrscheinlich eine Computer-Simulation, abgedruckt, das einen Eindruck vermittelt, wie diese Gebäude am Rheinufer aussehen werden. Bäume sind auf dem Bild keine zu sehen. Die Bäume, die heute noch die Allee zum Rheinufer hin säumen, werden verschwinden. Man kann nur jeder Bonner Bürgerin und jedem Bonner Bürger empfehlen, mit dem Bild aus dem „General-Anzeiger“ auf dem Papier oder im Kopf einen Spaziergang zu der Baugrube am „Bonner Bogen“, direkt nördlich des Kamaha-Grandhotels zu unternehmen. Wenn man sich dann vorstellt, wie dieser Standort nach Fertigstellung der Bürogebäude aussehen wird, dann gewinnt man die Gewissheit, dass die Beteuerungen aller Bonner Parteien, CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke, hinsichtlich Landschafts- und Naturschutz weiter nichts sind als heiße Luft. Das rücksichtslose Wirtschaftswachstum hat immer Vorrang.