Beethoven-Festspielhaus

Wut über einen verlorenen Groschen?

24. November 2011.

Heute Abend, nach entsprechendem Ratsbeschluss, wird vermutlich manche Festspielhausfreunde eine Art “Wut über den verlorenen Groschen” befallen, nämlich über jenen Groschen, den die Post zum überheblichen Festspielhaus-Projekt bestenfalls beizusteuern bereit war. 30 Mio Euro sind einerseits viel Geld, aber andererseits kaum mehr als ein Groschen, wenn es um ein Projekt von ähnlicher Größenordnung geht wie beim WCCB (350 – 500 Mio) oder der Hamburger Elbphilharmonie (z. Z. ca. 500 Mio).

Wird hier ebenfalls auf einen “Leverage-Effekt” gehofft?

Geradezu niedlich nimmt sich zur Zeit der heroische Versuch des regionalen IHK-Vorsitzenden Grießl aus, 5.000 betuchte Festspielhausfreunde um je 5.000 Euro Spendenbeitrag zu erleichtern. Das ergäbe zwar insgesamt 25 Mio, würde aber zusammen mit den von der Post in Aussicht gestellten 30 Mio immer noch nicht mehr als 10 Prozent der zu erwartenden Kosten decken. Wer aber zahlt den Rest?

Auch ohne Taschenrechner lässt sich klar erkennen: Die Liesel von der Post verspricht gar kein Geschenk. Sie hofft – ganz im Gegenteil! – auf auf eine riesige öffentlich bezahlte Mitgift.

Aber wofür eigentlich? Für ein sauteures Opernhaus, um Beethoven-Jubiläen feiern zu können? Welche Jubiläums-Jahre stehen denn eigentlich an? 2020 = 250. Geburtstag – 2027 =  200. Todestag – 2070 = 300. Geburtstag – schon den wird kaum einE rhein:raum-LeserIn mehr miterleben. Ganz zu schweigen davon, dass allgemein die Bereitschaft kontinuierlich sinkt, größere Gebäude länger als 50 Jahre bestehen lassen zu wollen.

Wer zahlt den Rest? Die staatlichen Lotteriegesellschaften? Bonns Oberbürgermeister Nimptsch? Apropos Nimptsch: Kürzlich verkündete er, er habe das Festspielhausprojekt zunächst nur gestoppt, um erstmal die WCCB-Probleme zu lösen. Dies sei ja nun erfolgt, so dass man sich jetzt wohlgemut dem Festspielhaus wieder zuwenden könne (WDR). Viele fragen sich seitdem: Hat der einen an der Waffel, oder ist er perfider Demagoge? Womöglich beides? Das WCCB-Desaster ist bis heute nicht im Haushalt der Stadt Bonn erwähnt …

Nimptsch spielt destruktiv. Das ökonomisch unsinnige Festspielhaus-Projekt kann er politisch nicht durchsetzen, möchte es sich aber mit der dessen Protagonisten nicht verderben. Sollen doch CDU und Grüne als Buh-Männer dastehen!

rhrein:raum ist hingegen konstruktiv: Was spricht eigentlich gegen temporäre Lösungen im jeweiligen Jahr? So à la “Deutschlandfest” im Oktober 2011! Das ging doch auch prima – ohne, dass eine millionenschwere Deutschlandhalle in Bonn gebaut werden musste!

Ein schönes Vorbild könnte z. B. der Crystal Palace sein, der 1851 umweltschonend (an einem Ententeich?) im Londoner Hyde Park errichtet und nach Ende der Weltausstellung wieder abgebaut wurde. Und wenn IHK-Chef Grießl seine betuchten Freunde tatsächlich zusammentrommelt, kann’s ja sogar noch etwas pompöser ausfallen.

Im rhein:raum wurde das Festspielhaus-Thema in den letzten Monaten heftig diskutiert.

PS: Die Dame in Bildmitte unten ist Queen Victoria und nicht etwa Frau Dieckmann oder Frau Wulf-Mathies. Und von den Männern in den scharfen Strumpfhosen ist auch niemand Bonns IHK-Präsident Grießl.
  1. W. Luckner sagt:

    Geniale Idee!

    Wikipedia:

    “Die erste Beethovenhalle entstand 1845 als „kurzzeitige Festarchitektur und Kulisse“ für Franz Liszt. … Zwei Monate nach dem Beethovenfest von 1845 bot ein Notar die Halle zum „Verkauf auf Abbruch“ an.”

  2. Jörg Heiterborn sagt:

    Keine Frage, dieser peinliche Beethoven-Erpressungsversuch mit der Ex-Post, Ex-Gewerkschaftsdame MWM (Monika Wulf-Mathies) und den üblichen Verdächtigen von IHK und deren “Kooperationspartnern” und anderen honorigen Bürgern, http://www.festspielhausfreunde.de/de/ueber_uns_mitglieder.html , die zum Wohle der Stadt mit kirchlichem Segen (?) des Stadtdechanten das Geld der Bürger einsacken wollen, dürfte in der BRD einmalig sein.
    Nun erscheint auf t-online.de ein journalistisches Machwerk der Agentur dapd:
    http://nachrichten.t-online.de/bonn-entscheidet-ueber-bau-des-festspielhauses/id_51721846/index?news
    Der vermeintliche “Sponsor” Post/DHL, früherer Arbeitgeber von MWM (seine „Zustimmung gilt als sicher“), mischt in dieser Erpressungskakophonie munter mit:

    „Jürgen Nimptsch (SPD) drängt die Abgeordneten zu einer Grundsatzentscheidung, nachdem die Pläne im April 2010 vorerst gestoppt worden waren. Nimptsch will das Konzerthaus rechtzeitig zum 250. Geburtstag Beethovens im Jahr 2020 errichten lassen.“

    Angeblich benötigt der Vorstand die Zustimmung des Bonner Stadtrates, ja wo gibt´s denn so was?! Werden die Stadtverordneten demnächst in weitere Vorstandsbeschlüsse des „Global Players“ eingebunden? Oder ist das ein kluges Manöver des „Local Payers“ den Gesichtsverlust des eigenen (geplanten) Ausstieges dem Rat unterzuschieben nach dem Motto: „Können hätten wir schon gewollt, aber dieses Gezerre im Rat hat uns die Schenkung verleidet, jetzt seht zu, wie ihr allein klarkommt.“ Ist der Druck der Beethovenmaniacs so hoch, weil sie ahnen, dass mit dem vermeintlichen Sponsor Post/DHL die letzte Geldtankstelle vor der Autobahn bereit ist zu schließen?

    Die Monstrosität des Skandals ergibt sich aus dem Umstand, dass es bisher lediglich Zusagen von Bund, Kreis Sparkasse und Stadt in Höhe von 47 Mio. Euro zum Stiftungskapital gibt, die aber erst in den Haushalt eingestellt werden müssen. Diese Haushalte sind nicht verabschiedet und ob die „zugesicherte“ Summe in welcher Höhe zusammenkommt weiß niemand.

    Seitens der „Freunde“, der „Schätzchen“ und der „Bürger für Beethoven“, die am Bedeutungsschwund des Hauptstadtverlustes zu leiden scheinen, gibt es dagegen nur Sprücheklopfen, aber keine wirklich nachvollziehbare und belegte Finanzierung!
    Das hat der IHK Präsident Grießl selbst im WDR zugegeben. Er habe da mal mit seinen Freunden gesprochen, kein Zweifel, das werde man schon hinbekommen. Zusagen in Höhe von zwei Millionen Euro lägen bereits vor, so ähnlich klang das!

    Mehr als die einst „zugesagten“ Sponsorengelder der Post in Höhe von 30 Millionen Euro zum Bau des Festspielhauses gibt es zurzeit nicht, das ist im Moment so sicher wie das Amen im Münster!

    Trotzdem wird freudig behauptet, die Umsetzung der schönen Idee werde privat finanziert. Gleichzeitig drischt man mit Kulturjournalistenknüppeln auf die Stadtverordneten ein, damit sie Kosten für das Grundstück, das Umfeld und den Betrieb lockermachen.
    Auch Ilona Schmiel Festspielintendantin und Gau-Beobachertin mischt kräftig mit.
    http://www.buergerfuerbeethoven.de/start/Unser-Ziel-Festspielhaus-Beethoven/Die-Idee/news/Das-Thema-Festspielhaus-Beethoven.html?xz=0&cc=1&ci=3046
    Vergessen wird der städtische Haushalt, der auf die nächsten Jahrzehnte durch das WCCB platt wie eine Flunder ist. Aber das kümmert die honorigen Bürger offensichtlich nicht. Zu lange wurde der Bundesmittel-Stadt das Geld tonnenweise hinterher geworfen, dann als “Umwegrendite” verarbeitet, durch eine inkompetente Verwaltung verbrannt oder durch Dummheit den Rhein hinabgespült.
    Nun hofft man, dass kurz vor Weihnachten die WCCB- Gläubigerversammlung dem Heimfall zustimmt. http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Stadttochter-soll-WCCB-vollenden-article566382.html
    Mit diesem Vorhaben dräut nun das Schreckgespenst einer nicht fertig gestellten Immobilie,
    von der bereits mehrfach unliebsame Rauchzeichen aufstiegen.
    Die scheinen lt. GA Bericht eher schwarz als weiß zu sein: „Welche Bauschäden hat der Baustillstand nach zwei strengen Wintern verursacht? Welche optischen Mängel müssen behoben werden? So ist die Holzvertäfelung im Foyer des WCCB, im “Kristall” nur teilweise angebracht und dementsprechend nachgedunkelt. Und was ist mit den Sicherheitsstandards für einen Kongresssaal, in dem auch die UN ihre Tagungen abhalten will? Nach GA-Informationen hat der einstige WCCB-Bauchef Young Ho Hong diese Standards, unter anderem die sogenannte Außenhautsicherung, komplett weggespart. Experten glauben deshalb, dass einige Abriss- und Neubaumaßnahmen unvermeidlich seien.“
    Das Controlling der Baumaßnahme lag bekanntlich beim SGB der Stadt Bonn. Das soll jetzt als städtischer Eigenbetrieb die Eigentümerrolle übernehmen. Ob das eine gute Idee ist, bei all den anderen ungelösten Problemen?
    Noch im September war trotz Schminke und Laienschauspielkunst des OB klar, dass nicht alle WCCB-Kühe vom Eis sind. http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/09/30/lokalzeit-bonn-wccb-prozess.xml
    Das Phantasieprojekt Beethovenfestspielhaus und alle Finanzierungswünsche müssten demnach von einem verantwortungsvollen Stadtrat (wozu SPD-Frau Bärbel Richter offenbar nicht gehört, http://www.buergerfuerbeethoven.de/clubs/beethoven/news/die-gretchenfrage.pdf ) abgelehnt werden, aus einem einzigen wirklich plausiblen Grund:
    die Stadt hat kein Geld, und das bisschen, was noch da ist, könnte plötzlich auch noch weg sein. http://bonner-presseblog.de/2011/11/23/bonn-aloha-fur-das-beethoven-festspielhaus/

  3. Peter Riemann sagt:

    Alles schon mal dagewesen:

    “Die Politiker wollen, das darf man ihnen abnehmen, nur das Beste für ihre Bundesstadt. Es dauert nicht lange, und alle Bonner Parteien üben sich, selten genug, im Chorgesang: Ja, das Beethovenfestspielhaus trägt Bonn in die Zukunft, und in der allgemeinen, wunschgetriebenen Zuversicht verklärt sich die Empfindung für einen Sponsor zur Existenz eines Spomsors.”

    Durch Substitution gewonner Satz aus Millionenfalle Nr.1
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/ga-special/millionenfalle-wccb/Die-Millionenfalle-Teil-I-article211669.html

    Dort heißt es:

    “Die Politiker wollen, das darf man ihnen abnehmen, nur das Beste für ihre Bundesstadt. Es dauert nicht lange, und alle Bonner Parteien üben sich, selten genug, im Chorgesang: Ja, SMI und Kim tragen Bonn in die Zukunft, und in der allgemeinen, wunschgetriebenen Zuversicht verklärt sich die Empfindung für einen Investor zur Prüfung eines Investors.”

    Und erhellend geht es weiter:

    “So können selbst in Rathäusern parteiübergreifende Einheitsgefühle entstehen: Jetzt geht es um das Wohl der Stadt, und wer jetzt etwas Kritisches anmerkt, bohrende Sachfragen stellt oder seine zänkischen Parteienreflexe nicht zügelt, der erkennt nicht den historischen Augenblick.”

  4. Jörg Heiterborn sagt:

    Gerettet: Herr Hümmrich (FDP) hat im Laufe seiner Rede im Rat heute die Zauberformel gesprochen. Die Rahmenbedingungen zur Realisierung des Beethovenfestspielhauses seien viel schlechter als vor der “Eineisung” des Projekts durch den OB (da geht er mit Herrn Wimmer konform), denn “es stünden jetzt nur noch die Hälfte der zugesagten Gelder zur Verfügung”.
    Aha! “Zugesagte” Mittel der Post/DHL = 30 Mio. Euro. Baukosten für ein Zaha Hadid Gebäude in Bonn: 60 Mio. Euro!
    Das macht uns in der “Widen World” so schnell keiner nach!

  5. irritiertes Nordlicht sagt:

    @ Jörg Heiterborn

    Um den Preis der Lächerlichkeit, nach WCCB noch so eine Nummer, peinlich, Bonner zu sein.

    Immerhin, ab heute gilt das Verursacherprinzip.

    Wer mit einer Wettbewerbsausschreibung startet, die das Plattmachen der Beethovenhalle zum Ziel hatte, darf sich nicht wundern, wenn er bestenfalls am Ententeich landet.

    Wie charmant die “Siegerentwürfe” am herausragenden Ententeich-Standort wirken, war dem GA zu entnehmen:
    Der “Diamant” wirkt verloren blass, wie ein unscheinbarer Kieselstein am Ufer,
    die “große Welle” wie ein Erstsemesterversuch in organischem Lehmbau.

    Beide Entwürfe sind ihrer “Strahlkraft” beraubt, es fehlt die Fassung, der Rhein und die Stadt.
    Für so etwas sollen auch noch laut Hansjacob große Teile der Rheinaue umgebuddelt werden.

    Statt mit dem Wassertaxi über den Rhein, geht es nun mit dem Tretboot über den Teich.

    Meine Oma würde gerne, bevor sie im Beethovenhimmel landet, mit ihren Freundinnen eine Phonix-Schiffskreuzfahrt machen. Sie ist in großer Sorge: Kind ich traue mich nicht mehr, stell dir vor, wir kommen an Bonn vorbei und dann kommt die Ansage:

    Hier sehen sie die vor sich hingammelnde Beethovenhalle, Bundespräsidenten wurden dort gewählt,
    ein Ort der Demokratie, Symbol für die Bonner Republik. Dank engagierter Bürger konnte der Abriss verhindert werden, mehr wollte PROBeethovenhalle auch nicht erreichen. Der Verein sah sorglos zu, als die Halle ihrer Hauptnutzung, Spielstätte des Beethovenorchesters, beraubt wurde. Heute findet dort neben Ü30 Party’s die Rheinkultur statt. Die Veranstalter können sich ob des Zustands der Halle die Miete endlich leisten.
    Alle anderen Veranstaltungsorte der freien Szene ob Brotfabrik, Harmonie, Hansa-Haus sind längst geschlossen, Opfer des grössten Sohnes der Stadt. Die klamme Stadt Bonn hat sich ein Festspielhaus schenken lassen. Um ihren Anteil an den Betriebskosten tragen zu können, mussten nicht nur Gelder für die freien Szene gestrichen werden, nein es wurde noch schlimmer: Zur Auslastung des Festspielhauses der vielfältigen Musik wurden den Veranstaltern aus der freien Szene die Musikgruppen gezielt mit weit besseren Konditionen abgeworben. Statt Springmaus und Harmonie gibt’s heute in denkmalgeschützten Hallen discounter.

    Nun erreichen wir den Bonner Vergnügungspark der Musik. An dieser Stelle befand sich einst die Rheinaue,
    ein beliebter Naherholungsbereich. Weil sich das privatfinanzierte Festspielhaus allein nicht rechnete, verlangte der Investor ergänzende Nutzungen, zunächst die Herrichtung von Flächen für openair-Konzerte, dann für Zeltkonzerte, Imbißbuden etc. Die Sponsoren sind besonders stolz auf ihr Konzept der Musik für alle Bevölkerungsgruppen. Heute haben sie die Wahl zwischen dem Beethovenorchester für 50 Euro, Blasmusik im Bayrischen Zelt für 20 Euro samt Mass bzw. POP und Jazz für 100 Euro. Für 10 000 Euro dürfen sie als Solist in Begleitung des Beethovenorchesters auftreten. Das ist der Touristenmagnet schlechthin ….

    Wer zahlt, bestimmt die Musik.

    Vielleicht kommt auch Plan B zum Zuge. Der Antrag von CDU-Grüne, die Kosten für die Sanierung der Beethovenhalle zu ermitteln, wurde mehrheitlich beschlossen.

  6. W. Luckner sagt:

    @Jörg Heiterborn
    Nun muss ich doch mal eine Lanze für die “inkompetente” Bonner Stadtverwaltung brechen (vielleicht ist’s auch nur eine kleine Spießrute): Wenn Sie sich deren Drucksachen mit dem Thema „Beethovenhalle“ ansehen (Suche unter http://www2.bonn.de/bo_ris/ris_sql/agm_index.asp ), was es da an Beschlußvorlagen, Stellungnahmen, Änderungsanträgen, Großen Anfragen etc. gegeben hat, die alle vom Rat der Stadt oder dessen Ausschüssen initiiert wurden, und was davon nach 2004 realisiert wurde – da werden Sie verstehen, dass und warum sich im Stadthaus der große Frust breitmacht! Oder nehmen Sie allein den Grundsatzbeschluss zum sog. FESTSPIELHAUS BEETHOVEN (steht so in Großbuchstaben in der Drucksache 0711588): Steht da was vom Abbruch der Beethovenhalle? Nein. Und was haben die sog. Sponsoren bei den sog. Stararchitekten in Auftrag gegeben – und die Ratsmitglieder geschluckt? Na also. Überspitzt gesagt: Die größenwahnsinnigen Ratsmitglieder der Stadt Bonn – Ausnahmen bestätigen die Regel – lassen für den Papierkorb arbeiten.

    Ich bin sehr gespannt, was aus dem Beschluss zur umfangreichen Drucksache 1113316 wird!

  7. Jörg Heiterborn sagt:

    @ W.Luckner
    Hier der entsprechende Link:
    http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/11/1113316.htm

    Ihre Einschätzung bezüglich des „großen Frustes“ teile ich. Es ist bereits mehrfach in der Presse darüber berichtet worden, dass die Aufarbeitung des WCCB und andere Aufgaben die Verwaltung an den Rand des Limits bringt. Ganz besonders gilt das für die SGB-Mitarbeiter, die zusätzlich das Beethovenfestspielhaus, das Stadthaus, diverse andere Instandsetzungsprojekte und jetzt auch noch die Wertermittlung für das Karstadt Grundstück an der Backe haben.

    Ihre Einschätzung bezüglich der „größenwahnsinnigen Ratsmitglieder“ teile ich nicht, obwohl das Trauma des Hauptstadtverlustes inzwischen als Phänomen auch graphisch erfasst wurde. http://bundesstadt.blogspot.com/2011/08/bonn-erklart-in-drei-grafiken.html
    Wenn es so etwas wie den Bonner Minderwertigkeitskomplex gibt, http://www.heise.de/tp/foren/S-Becker-Der-Rheinlaender-kann-nix-traut-sich-aber-alles-zu/forum-172245/msg-17909609/read/ dann dürften von dem nicht nur Ratsmitglieder befallen sein. http://www.heise.de/tp/foren/S-Das-kommt-davon/forum-172245/msg-17909430/read/

    Ist das Problem einer ausgebremsten, weil gefrusteten Verwaltung nicht eher hausgemacht? Für das SGB gibt es eine Rückmeldung, die nicht repräsentativ ist (traut sich sonst keiner?) aber sehr erhellend zu sein scheint. http://www.kununu.com/de/nrw/bonn/im/staedtisches-gebaeudemanagement-bonn/a/QEFpVA%3D%3D
    Vorgesetztenverhalten mangelhaft! Kein Wunder bei dem “Ex-Gebäudemanager“ und den Abteilungsleitern mit Gummirückgrat.
    “Oh Gott…. Nichts wie weg hier. Die schlimmsten Klischees a la “Stromberg” werden noch übertroffen.”

    Unter OB Jürgen Nimptsch (SPD) hat sich eine zuvor bereits deformierte Verwaltung weiter zum Dysfunktionalen entwickelt.
    Keine(r) dürfte eine langjährige Herrschaft von Dieckmännern http://bonner-presseblog.de/2011/05/04/bonn-wccb-der-ex-ob-urschrei-wer-hat-mir-das-angetan/ , Brauns, van Vorsts und Naujoksen unbeschadet überstehen.
    So was lässt, egal ob sogenannter Kommunaler Eigenbetrieb http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2011/10/archiv/anhang3_gebaeudemanagement_ga_15112007.jpg Beamtenapparat, oder Freie Wirtschaft, die Zahl der Neurosen kräftig steigen!

    Das Problem vergrößert sich zunehmend durch die Person des OB. Angetreten nach einer Art Wahlbetrug als Entsorger des Dieckmannschen Schrotthaufens muss er seinen „Partei-Auftrag“ erfüllen. Zwischen den Mühlsteinen Altlast (Vertuschung) und Neuanfang (Aufklärung) wird er zerrieben, muss vor dem Deutschlandtag gute Miene zum bösen WCCB-Spiel machen und gleichzeitig so tun, als wenn er das Glück aus Eimern saufen würde. http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/09/30/lokalzeit-bonn-wccb-prozess.xml
    Da sind sogar Berufsschauspieler überfordert!

    Verschärft wird diese Problematik durch die Flucht der Unterstützer. Bärbel Dieckmann stand nicht ihre Frau http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2010/08/Verantwortung.pdf Volker Kregel, Schnauze voll, ab nach Hamburg. Ulrich Kelber „gläserte“ sich nach Berlin, aus der WCCB-Aufarbeitung hält er sich strikt heraus. Diese Flecken sind schwer herauszubekommen.
    Von Wilfried Klein, immer besorgt, um seine SPD-Verwaltungsklientel im Stadthaus, sieht man plötzlich nur noch eine Staubwolke, kurz bevor es seinem Genossen Naujoks an den Kragen geht. http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Kommentar-Immer-bitterer-article572787.html

    Der Kitt der theoretisch halten könnte, sind die Dezernenten und Abteilungsleiter. Damit ist aber in der Bundesstadt kein Staat zu machen. Bärbel Dieckmann hatte ein selektives Händchen. Kein Gott/keine Göttin neben mir. Deshalb waren Mittelmaß, Stillhalten, Schlitzohrigkeit, Karnevalsbegeisterung, Chuzpe und das Parteibuch Auswahlkriterien, die sich in der Krise nicht bewähren.
    Wie viele mussten gehen, sind gegangen worden oder haben das Weite gesucht, ob einer mitarbeiterverachtenden Stadtspitze…

    Alles in allem, nimmt man das BeethovenFestSpielHaus als Test für großkopfetes Bürgertum (IHK Präsident Grießl hat seine vollmundige Ankündigung von 2,0 Mio. Euro bereits auf 97.000,00 Euro zurückgefahren), dann kann man den authentischen Größenwahn eigentlich nur bei der SPD festmachen.
    Frau Richter, Stadtverordnete und Mitglied des Kulturausschusses und als Beiratsmitglied der BFH Freunde http://bonner-presseblog.de/2011/11/03/spd-die-richtung-stimmt/ möchte trotz gegenteiliger Äußerungen eben doch wieder an Other People`s Money ran.
    Man kann nur hoffen, dass die Post wenigstens nach der “Willensbekundung” des Stadtrates zu den 30 Mio. ihr Jawort gibt, sonst ist die nächste Blamage in Entenhausen vorprogrammiert.

    In der Hoffnung das hausgemachte Bonner Verwaltungsproblem einigermaßen schlüssig und nachweislich beschrieben zu haben, wünscht allen rhein:räumern ein nettes Adventswochenende

    J.H.

  8. Bonnifazia sagt:

    Namhafte Fachleute zweifeln daran, ob mit 100 Millionen Euro überhaupt ein konkurrenzfähiges Festspielhaus errichtet werden kann. Unbedingt nachhörenswert ist das Gespräch mit Reinhard Hübsch im Deutschlandfunk vom Montag, dem 5. Dezember 2011:

    http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=196879

  9. irritiertes Nordlicht sagt:

    @ Bonnifazia:

    Was mit wenig Geld im Kulturbereich so alles geschaffen werden könnte:

    1. Kulturfloss im Rhein wie sommers in Basel,

    2. Seebühne für Festspielfreunde wie in Bregenz,

    3. erstklassige openair Klassikkonzerte auf dem größten Platz der Stadt wie in Leipzig

    und dazu die sanierte Beethovenhalle….

    Das ist Musik in der Stadt, mitten im Leben!

  10. sigiW56 sagt:

    Jetzt wollen die Grünen auch das Festspielhaus. http://bonner-presseblog.de/2011/12/16/mitgliederversammlung-13-12-2011-antragsteller-vorstand-des-kreisverbandes-bonn/#more-56169 . Das kostet aber astronomisch viel. Die Post hatte ja bereits eine große Summe zugesagt und bleibt augenscheinlich dabei. Das sollte man so auch akzeptieren. Andere Spender? Auch in anderen Unternehmen wird man wahrscheinlich mit dieser Problematik konfrontiert. Was soll man tun? Die Mitarbeiter arbeiten hart, manches Mal für sehr sehr wenig Entlohnung – sollte man ihnen wenigstens eine Prämie zugestehen, oder nur für das Festspielhaus spenden – oder einen Teil für die Mitarbeiter und einen Teil zur Ertüchtigung der Beethovenhalle…. ??? Das Verhalten der Firmen wird glücklicherweise auch von außen beobachtet. http://rheinraum-online.de/2011/12/15/kreativer-stadtspaziergang-gegen-greenwashing/

  11. Peter Riemann sagt:

    @ sigiW56
    Die Diskussion (mehr ist es im Moment ja nicht) um das Bonner Festspielhaus ist äußerst lehrreich um pressure-groups und Medienmaschinerien zu verstehen. Es liegt jedoch in der Natur des Menschen sich zu Weihnachten oder auch sonst etwas Nettes zu wünschen. Deshalb ist an der Aussage der Grünen und der CDU und des BBB und aller anderen Parteien und Organisationen und Individuen überhaupt nichts auszusetzen.
    Übrigens einige nette Kommentare zum Thema findet man hier:
    http://bonner-presseblog.de/2011/12/14/angela-titzrath-2012-neu-im-vorstand-von-deutsche-post-dhl/
    Für 2012 gilt daher: advenit Angela, Post vobiscum!

  12. sigiW56 sagt:

    @Peter Riemann
    …Anders war es auch nicht zu verstehen.
    Friedvolle Weihnachten

  13. BonnerLeon sagt:

    Dortmunder Ratswahl muss wiederholt werden, Parallelen zu Bonn?
    Der 15. Senat des Oberverwaltungsgerichts NRW, Münster, 2011 hat mit Urteil vom heutigen Tag (15. Dezember 2011 Aktenzeichen: 15 A 876/11.) entschieden, dass die Wahl zum Rat der Stadt Dortmund vom 30.08.2009 wiederholt werden muss, weil Amtsträger der Stadt im Wahlkampf die Haushaltslage der Stadt „geschönt“ dargestellt und damit den Wählern wahlkampfrelevante Informationen vorenthalten haben.

    Verlief dies in Bonn nicht ähnlich?
    War das WCCB Desaster nicht schon lange vor der Kommunalwahl im August 2009 bekannt, nur den Bonner WählerInnen wurde das wahre finanzielle Ausmass bewusst verschwiegen ?(Haushaltslüge)
    Der Rat der Stadt Bonn vorneweg die Opposition klärt uns hoffentlich darüber auf?.

    Welcher Glücksfall (Dieckmann/Weingartz) für Bonn.

  14. BonnerLeon sagt:

    Bonn zieh dich warm an.
    NRW erleichtert Bürgerbegehren: “Aus Betroffenen werden Beteiligte”
    Von Jenna Günnewig
    Die Mitwirkung der Bürger an Entscheidungen ihrer Kommunen wird gestärkt. Am Mittwoch (21.12.2011) tritt dazu ein neues Gesetz in Kraft. Bürgerbegehren werden erleichtert, auch über den Bau von Einkaufszentren kann nun mitentschieden werden.
    Die Gesetzesänderung konzentriert sich auf drei Punkte:
    1. Bislang mussten grundsätzlich 20 Prozent aller Wahlberechtigten dem Begehren zustimmen. Diese Prozent-Hürde fällt für Städte mit über 50.000 Einwohner auf 15 Prozent, für Städte mit über 100.000 Einwohner auf zehn Prozent.
    2. Zudem dürfen nun mehr Themen in Bürgerbegehren entschieden werden. Erstmals sind zum Beispiel Bürgerentscheide über den Bau von Einkaufszentren oder zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete möglich.
    3. Auch müssen Bürger die Kosten ihres Vorschlags nicht mehr bis ins Kleinste durchkalkulieren. Der Kostendeckungsvorschlag wird durch eine Kostenschätzung ersetzt – und die muss in Zukunft die Kommunalverwaltung liefern.http://www1.wdr.de/themen/politik/buergerbegehren106.html

  15. BonnerLeon sagt:

    WCCB Das stand (leider) nicht im General-Anzeiger:

    In einem Brief an die verantwortlichen Redakteure des Bonner ‘General- Anzeiger’ weist der Anwalt des ehemaligen Stadtdirektors Arno Hübner Fehler und Unwahrheiten in der Berichterstattung zum Thema WCCB nach. Außerdem wirft er der Zeitung in diesem Zusammenhang eine tendenziöse und einseitige Berichterstattung vor.

    BONNDIREKT veröffentlicht den Brief als Beitrag im Hinblick auf eine leider in Bonn nicht mehr vorhandene Presseausgewogenheit im Bereich gedruckter Tageszeitungen.

    Lesen Sie hier den Brief: PDF-Dokument

    Ps.schade das sich zur evtl. Wiederholung der BN Ratswahl kein/e Fachmann/frau meldet?

  16. Peter Riemann sagt:

    @ BonnerLeon
    Gehört eigentlich nicht direkt zum Thema FestSpielHaus, aber indirekt natürlich schon.
    Diskussion findet aber hier statt:
    http://bonner-presseblog.de/2011/12/27/wccb-alle-unschuldig-dieckmann-hubner-zwiebler/#comment-29109

  17. irritiertes Nordlicht sagt:

    Weihnachtszeit=besinnliche Zeit

    Die Bonner soziale Gerechtigkeitspartei besinnt sich Ihrer Wurzeln: “Kultur für alle” ist das Motto für 2012,
    weg vom Image der Partei für die oberen 5000. Die nächste Kommunalwahl steht schließlich bald vor der Tür.

    Man muss sie loben, unsere arbeitsamen Sozialdemokraten.
    Bereits am 2.01.2012 wird per Pressemitteilung das neue Motto unters Volk gebracht:
    “Bonn als Musikstadt sollte sich deutlicher zur Rock- und Popmusik bekennen.”

    Da sagt doch jeder Bürger, toll, recht haben sie, die wählen wir!!!

    Als Ersatz für rheinkultur, Bonner Sommer und Museumsmeile-Konzerte soll es demnächst Straßenschilder
    mit Namen bekannter, selbstverständlich bereits unter der Erde liegender Rock- und Popmusiker geben.
    Klingelingeling…….

  18. irritiertes Nordlicht sagt:

    @ Peter Riemann

    Gehört eigentlich nicht direkt zum Thema Fest-Spielhaus und WCCB, die neue kulturpolitische Ausrichtung der Bonner SPD-Fraktion, aber irgendwie schon.

    Die besten Wünsche für 2012.

    Es wird garantiert ein ertragreiches Jahr!

  19. Peter Riemann sagt:

    @ irritiertes Nordlicht

    Danke für die Neujahrsgrüße. Die Bewegung von der S-Partei könnte man als “Rolle rückwärts” deuten. Auch das Stadthaus wird plötzlich wie ein normaler Bestandsbau gefahren! Da musste aber viel Wasser den Rhein hinunterfliessen bevor die Vernunft eine Chance bekam.

    Die Idee mit den Strassenschildern ist nicht ohne. Musiker, weiß nicht. Hat Bonn nicht nötig. Es gibt genug schillernde Figuren. Wie wärs mit Berthold-Kaaf Parkplatz, Fritz-Naujoks-Gasse und Bärbel-Dieckmann-Weg, solange sie noch da ist, bei der WHH.

    Nach Überfliegen der Ausschreibungen zum WCCB beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. Welche Irren sollten sich denn da melden?
    Das ist keine Verlegenheitslösung, sondern eine Verlogenheitslösung.
    Passt zum Thema: http://bonner-presseblog.de/2012/01/05/parallelen-wulffnimptschdieckmann-dokumentation-von-presseverbrechen-und-presseprugel-fur-verdachtsjournalisten/

  20. irritiertes Nordlicht sagt:

    @ Peter Riemann

    Die Nummer mit dem edlen Spender beim Stadthaus war ein ziemlich dreistes Ding.

    Ist es eigentlich richtig, dass der edle Spender, der öffentlich nicht genannt werden möchte, auch derjenige ist, der als Investor für die Beethoven-Galerie auf dem Stadtwerke-Gelände im Gespräch war? Man darf gespannt sein, ob diese Idee wieder aufgewärmt wird, falls das Festspielhaus in der Rheinaue begraben wird.

    Timotheus Höttges stellt mit Blick auf das Festspielhaus fest: “Es fehlt nach wie vor eine echte Begeisterung in der Bevölkerung.”

    Die Frage “Würde sich die Attraktivität durch das Festspielhaus erhöhen?” beantwortet Herr Höttges wie folgt: “Für unsere Mitarbeiter ist zunächst die Infrastruktur in Bonn entscheidend, zum Beispiel Kindergärten und Schulen. Auch Themen wie Sicherheit und Verkehrsanbindung spielen eine wichtige Rolle. Erst danach kommt das Thema Freizeitangebot, wozu auch die Kultur zählt. Eine direkte Beziehung zwischen einem Festspielhaus und der Standortattraktivität für unsere Mitarbeiter sehe ich nicht.”

    Kein Wunder, dass die Begeisterung in der Bevölkerung fehlt. Den OB für alle Bürger scheint das nicht zu interessieren.

    Die teure Bürger-Verdummungs-Beteiligungsmaschinerie soll wieder in Gang gesetzt werden: zu acht zentralen Themen sollen die Bonner Bürger Stellung nehmen dürfen, eine davon hat unser OB bereits verraten: Wollt ihr, dass bestehende Bäder geschlossen werden, um ein neues Spaßbad zu finanzieren?

    Vor den Hintergrund der “Festspielhausbegeisterung” wird der angeblich so bürgerfreundliche OB die Bonner Bürger garantiert nicht fragen:

    Wollt ihr die Breite der Kultur zugunsten des Festspielhauses opfern, nur noch die Marke Beethoven und Karneval pflegen? Oder gar, Wollt ihr euere Kinder weiter in marode KITAs und Schulen schicken, damit
    die Festspielhausfreunde ihren Bau erhalten?

    OB Nimptsch wollte für mehr Transparenz und Offenheit in den Entscheidungsprozessen sorgen. Das hat er versprochen und vieles mehr…. Der heutige Beitrag im GA zur Aula-Decke zeigt wo die Verwaltung steht.
    Die Ära Dieckmann lebt weiter.

  21. Peter Riemann sagt:

    Sehe ich nicht so. Die Ära Dieckmann ist vorbei und ihre Bedeutung schwindet mit jedem weiteren Aufklärungsschritt. Egal ob es sich um das WCCB, um die Auladecke oder um den Legionellenskandal handelt.
    Der OB ist leider keiner der übers Wasser laufen kann, selbst wenn ihn manche gerne so darstellen. http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2011/12/nimtschgehtueberswasser.jpg
    Das Problem ist die träge Masse der Mitmacher, Mitläufer, Teilhaber und Interessenten dieser fünfzehnjährigen Deformierung einer Kommune. Nun soll mit dem BeethovenFestSpielhaus ein weiteres Trojanisches Pferd in die Stadtmauern gezogen werden.
    http://rheinraum-online.de/2010/02/11/ein-geschenk-das-keines-ist/
    Das funktioniert schon nicht mehr. Das WCCB-Desaster hat die Bonner Stadtlandschaft völlig verändert.
    Die Entwicklung zum Besseren geht zwar reichlich langsam, aber mit der sich ständig zuziehenden Haushaltsschraube und bei steigendem Verwesungsgeruch des WCCB-Leichnams wird es auch der Dümmste irgendwann kapieren: je länger die Aufarbeitung der unliebsamen Vergangenheit behindert wird, desto größer der Schaden für Bonn.
    Auch die Pest ließ sich weder durch das Herumtragen von Ikonen
    http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2011/10/archiv/ikone_dieckmann.jpg , noch durch Mummenschanz oder durch das Beten von der Kanzel vertreiben!
    Die Ratten waren schuld!
    http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2011/10/archiv/anhang3_gebaeudemanagement_ga_15112007.jpg

  22. irritiertes Nordlicht sagt:

    @ Peter Riemann

    Es ist tatsächlich viel Aufklärungsarbeit geleistet. Das nicht alles, was die Verwaltung vorlegt, vom Rat blind folgend abgewunken wird, werte ich als enormen Fortschritt. Die Ära “wenn sie falsche Fragen stellen, schaden sie der Stadt Bonn” scheint vorbei.

    Viele der Figuren aus der Ära Dickmann befinden sich nach wie vor auf dem Schachbrett der Stadtentwicklung. Manchen wird es dann doch zu viel, zu anstrengend wie dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Klein. Vergeblich hat er sich bemüht, mit Hilfe eines edlen Spenders das Stadthaus in die “neue Mitte” zu verlagern. Millionen wollte der “von der SPD aus dem Hut gezauberte” angeblich regnen lassen: 50 Mio. aus seinem Privatvermögen bei einem Stadthaus, das laut einem der Verwaltung vorliegendem Gutachten 100 Mio. wert sein soll. Prima Geschäft, selbstverständlich nur “zum Wohle der Stadt Bonn”.

    Edle Spender und Stifter liebt die SPD und Liebe macht gelegentlich blind.

    Reicht der Abgang von Herrn Klein, um die SPD glaubwürdig zu erneuern? Ist ein Bodo Buhse aus dem Tannenbusch für die SPD noch tragbar, einer, der Ihnen soweit ich mich erinnere, gedroht haben soll, weil Sie Aufklärungsarbeit in Sachen Naujoks/SGB leisteten? Lässt sich die SPD weiterhin im Rat durch eine Person repräsentieren, die kritisch fragende Bürger zum Schweigen bringen möchte?

    Das von Ihnen beschriebene “Vertuschen, Tricksen, Lügen zum “Wohle der Stadt Bonn” sollte noch um eine weitere nicht unwichtige Komponente ergänzt werden: Einschüchtern von Kritikern.

    Interessant ist das internet bei der Aufklärungsarbeit. Da wird auf anderen Blogs nach der Rolle der Amtsleiter im System Dickmann gefragt, der Name Willi Dormagen fällt. Aus meiner Sicht sind die Fragen nicht unberechtigt. Hat der Maschienenbauer Naujoks überhaupt die Befähigung, sich eine “Auladecke” zu genehmigen? Schaute Willi Dormagen weg, obwohl er, der für die Einhaltung der Bauvorschriften verantwortliche Amtsleiter hätte handeln müssen, wenn eine objektive Baugefährdung vorlag?

    Und auch andere “Merkwürdigkeiten” fallen in den Zuständigkeitsbereich der Bauaufsicht. Warum ist ein Hotel wie Kameha Grand baurechtlich nur dann zulässig, wenn der Investor in eine Marketinggesellschaft eintritt? Die an anderer Stelle beschriebenen Blackouts des Bauordnungsamtsleiters Dormagen spare ich mir hier zu wiederholen.

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