8. Februar 2012.

„Die Schönheit der Welt feiern“ – unter diesem Satz lässt sich das Werk von August Macke, dem weltbekannten Bonner Maler des Expressionismus, zusammenfassen. Helle, leuchtende Farben lassen Personen, Gegenstände und nicht zuletzt Bonner Szenen mit einer unvergleichlichen Wirkung erstrahlen.

Die Viktoriabrücke war – neben benachbarten Straßenzügen und Gebäuden – ein bevorzugtes Motiv des Malers. Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlässt das Werk „Paar an der Viktoriabrücke“ von 1914 (siehe oben) , das eine Vorahnung des nahenden Abschieds des Malers bei Beginn des ersten Weltkrieges andeuten könnte. Die dort abgebildete Viktoriabrücke wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.

Die anstehende Sanierung der Viktoriabrücke bietet nun die Chance der Hommage an August Macke und der Korrektur städtebaulicher Fehler der Vergangenheit. Der Verein „August-Macke-Viertel und Bonner Altstadt“ stellt zu diesem Zweck ein Konzept zur Aufwertung der Umgebung vor. So soll die Rampe vor dem August-Macke-Haus mit den angrenzenden Flächen zu einem attraktiven städtebaulichen Freiraum in Form eines repräsentativen Platzes umgestaltet werden. Zudem soll der bisher über die Schnittstelle Bornheimer Straße/Hochstadenring gebündelte Verkehr unter Einbeziehung der bahnparallelen Thomasstraße und des Heinrich-Böll-Rings „entbündelt“ und entzerrt werden.

Der Verein schlägt weitergehend vor ein Lichtkunstprojekt in Anlehnung an die Strahlkraft der Farben in Mackes Gemälden umzusetzen. Dieses könnte eine dauerhafte Lichtinstallation sein und den Namen „Ode an die Lebensfreude“ tragen. So würde das gerade renovierte August-Macke-Haus an der Bornheimer Straße einen passenden Rahmen erhalten.

Um das Konzept Realität werden zu lassen, hat der Verein einen Bürgerantrag nach § 24 der Gemeindeordnung bei der Stadt eingebracht. Danach soll die Ausgestaltung des Konzepts einer Arbeitsgemeinschaft von Architekten und Künstlern übertragen werden. Sie sollen die Möglichkeit haben, sich im Rahmen einer internationalen Ausschreibung zu bewerben.

Das Vorhaben könnte innerhalb des unter Bürgerbeteiligung erstellten Masterplans Innere Stadt/Nordstadt realisiert werden, der durch die Hervorhebung der Bedeutung des Macke-Viertels für die kulturelle, touristische und wirtschaftliche Entwicklung Bonns ein wesentlicher Schritt in diese Richtung ist. Neben dem Komponisten Ludwig van Beethoven soll auch der Maler im touristischen Mittelpunkt Bonns positioniert werden. Mit seinem jetzt vorgestellten Konzept will der Verein zu einer Umsetzung des Plans beitragen  und ein Umfeld für das August-Macke-Haus schaffen, dass der Bedeutung des Künstlers angemessen ist.

 

Foto: Ausschnitt aus Mackes Bild „Paar an der Viktoriabrücke“ - © Photo Studio 3 GbR U. Dohle, Schickler, St. Augustin

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