Rhein-Sieg-Kreis unterstützt Allianz für den freien Sonntag

Unterschriftenliste gegen verkaufsoffenen Sonntag übergeben

9. März 2012.

Am 1. März 2012 hat Landrat Frithjof Kühn gemeinsam mit Kreissozialdezernent Hermann Allroggen und der Vorsitzenden des Ausschusses für soziale Angelegenheiten und soziale Beschäftigungsförderung des Rhein-Sieg-Kreises, Sigrid Leitterstorf, eine Unterschriftenliste der kirchlichen und gewerkschaftlichen Initiative „Allianz für den freien Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis“ vom ehrenamtlichen DGB-Kreisvorsitzenden Bonn/Rhein-Sieg, Ingo Degenhardt, in Empfang genommen. Ende März werden die Unterschriften an den Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg weitergereicht.

„Der Sonntag ist für alle Menschen, ob jung oder alt, ein Tag der Ruhe, der Besinnung und des Innehaltens, aber auch ein Tag für gemeinsame Aktivitäten mit Familie und Freunden. Dies ist für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie für den Zusammenhalt von Familie und Gesellschaft von großer Bedeutung“, bekräftigte Landrat Frithjof Kühn die Bedeutung des freien Sonntags. „Der Sonntag ist als Ruhetag zu verstehen und sollte möglichst frei von Arbeit sein“.

Auch die Mitglieder des Ausschusses für soziale Angelegenheiten und soziale Beschäftigungsförderung des Rhein-Sieg-Kreises hätten in ihrer letzten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen, die Initiative „Allianz für den freien Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis“ zu unterstützen bemerkte die Vorsitzende des Ausschusses für soziale Angelegenheiten und soziale Beschäftigungsförderung des Rhein-Sieg-Kreises, Sigrid Leitterstorf und ergänzte, dass der Sonntag ein hohes Kulturgut sei, welches zu beachten und zu schützen wäre. Diesem schloss sich Reinhardt Bartha, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises an Sieg und Rhein, an.

Wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern im Rhein-Sieg-Kreis der „freie Sonntag“ ist, zeigt die Anzahl der Unterschriften. 6354 Unterschriften dokumentieren den hohen Stellenwert des Sonntags, der die Menschen von Zeitdruck, Fremdbestimmung und Zwängen befreit und ihnen einen Tag der Ruhe und der Besinnung ermöglicht.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Immer mehr so genannte „verkaufsoffene Sonntage“ werden im Rhein-Sieg-Kreis zu einem „Familienausflug“ genutzt. Alleine im Rhein-Sieg-Kreis gab es im letzten Jahr 87 verkaufsoffene Sonntage!

Dass das eindeutig zu viele sind, darüber waren sich alle Anwesenden einig. Ingo Degenhardt kritisierte, dass die verkaufsoffenen Sonntage immer mehr zunehmen würden und appellierte, dass bei Sonntagsverkäufen und verlängerten Öffnungszeiten auch die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden müssen. Hier müsse insbesondere an die Gesundheit der Menschen gedacht werden.

Nach dem Prinzip „weniger ist manchmal mehr“ favorisierte Bürgermeister Stefan Raetz eine absolute Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage. Der Sonntag würde von vielen Familien nicht mehr so gelebt, wie es eigentlich seinem Ursprung nach gedacht war. Es sei eine große Aufgabe, den Familien deutlich zu machen, wofür der Sonntag stehen sollte.

Ruth Kühn, Vorsitzende des Kreiskatholikenrates, sah das ebenfalls so. Der Sonntag stehe für Kommunikation und Gemeinsamkeiten in der Familie.

Ziel der „Allianz für den freien Sonntag im Rhein-Sieg-Kreis“ ist eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Wert des freien Sonntags. So setzten sich die Initiatoren für eine konsequente Einhaltung und Kontrolle des Sonn- und Feiertagsschutzes im Rhein-Sieg-Kreis ein. Sie betonen, dass der freie Sonntag den Zusammenhalt der Gesellschaft durch die Teilnahme am sozialen, religiösen, sportlichen, politischen sowie kulturellen Leben gestärkt wird.

Gründungsmitglieder der im Oktober 2011 ins Leben gerufenen kirchlichen und gewerkschaftlichen Initiative sind der DGB-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg, der Kreiskatholikenrat, der Kreisdechant, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) und der ver.di-Bezirk NRW Süd. Weitere Unterstützung erhalten die Mitglieder durch den Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel. Dieser ist ebenfalls der Initiative beigetreten.

Foto: Pressestelle Rhein-Sieg-Kreis

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