„Wir werden den Neonaziaufmarsch am 1. Mai in Bonn blockieren!“

Breites Bündnis „Bonn stellt sich quer“ gegen Faschismus und Rassismus gebildet

26. März 2012.

Bonn – Entschlossen zeigte sich an diesem Wochenende ein sehr breites Bündnis, den geplanten Neonaziaufmarsch am 1. Mai in Bonn zu blockieren. Nach dem Bekanntwerden der furchtbaren Morde der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle NSU, der Großrazzia im sogenannten „Braunen Haus“ in Ahrweiler und der bundesweiten Verhaftungswelle von mindestens 23 Mitgliedern des „Aktionsbüros Mittelrhein“ rufen Gruppen der als extrem militant geltenden autonomen Nationalisten und andere rechtsextreme Kameradschaften zu einer zentralen Demonstration in Bonn am 1. Mai auf.

Anlässlich der dreisten Provokation der Nazis haben ca. 100 Vertreter von Organisationen ein breites Bündnis aus Friedensbewegungen, antifaschistischen Gruppen, Occupy Bonn, Attac, Bonner Jugendbewegung und der Interventionistischen Linken über Erwerbsloseninitiativen, Migrantenorganisationen und Bildungsstreikaktive bis zu Vertretern von Gewerkschaften, Linksjugend [´solid], der Grünen Jugend, Junge Union, Jusos und Vertretern von der Partei Die Linke, CDU, SPD, Piratenpartei und den Grünen gegründet. Mit dabei waren Ingo Degenhardt als DGB-Vorsitzender Bonn-Rhein-Sieg, ehemalige Landtagsabgeordnete aus SPD und der Partei Die Linke sowie zahlreiche Bonner Bürgerinnen und Bürger. Als Konsens wurde vereinbart, dass die DGB-Demo- und Kundgebung, das internationale Maifest und Blockade eine Einheit bilden und sich gegenseitig aktiv unterstützen.

Neben den geplanten Blockaden zur Verhinderung wird zudem ein richterliches Verbot der Nazidemonstration angestrebt. Zentral ist in dieser Hinsicht die Annahme, dass mindestens einer der Anmelder im Zuge der Großrazzia im sogenannten „Braunen Haus“ in Ahrweiler und der bundesweiten Verhaftungswelle von kriminellen Neonazis des „Aktionsbüro Mittelrhein“ verhaftet wurde. Dies zeigt, dass der geplante Aufmarsch in direktem Zusammenhang mit militanten Nazigruppen zu sehen ist.

„Es ist kein Zufall, dass nach Absage der Demonstration der Neonazis in Dortmund jetzt ausgerechnet Bonn ausgewählt wurde“ sagte Daria Driefer, Aktivistin, Occupy-Bonn „denn wir wissen, dass die Nazis in jüngster Zeit insbesondere in den ländlicheren Gebieten südlich von Bonn und im Gebiet um Aachen massiv unter Jugendlichen werben und ihre menschenfeindlichen Parolen verbreiten. Dabei machen sie sich die Perspektivlosigkeit der Menschen zunutze und verbreiten Fremdenhass.“

„Laut der rassistischen Hetze der Nazis sollen EU-Mitglieder wie z.B. Griechenland, Spanien und die hier lebenden Migranten Schuld an unserer Arbeitslosigkeit und der Eurokrise sein. Solchen Einstellungen treten wir entgegen und werden zusammen mit unseren vielen migrantischen Freundinnen und Freunden in Bonn dafür sorgen, dass Nazis nicht einen Millimeter weit für ihr Anliegen demonstrieren können“, so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland.

„Bonn stellt sich Quer“, unter diesem Namen* bildete sich bereits 2008 ein Bündnis gegen den Naziaufmarsch am 12. Juli 2008 in Bonn-Duisdorf, das damals tausende AntifaschistInnen auf die Straße brachte. Unter dem selben Motto sind am 1. Mai dieses Jahres alle BürgerInnen Bonns und der umliegenden Städte aufgerufen, gemeinsam den Aufmarsch der Nazis zu verhindern.

* Zentrale Infoseite: www.bonn-stellt-sich-quer.de (ab 28.03.2012)

Foto: Kundgebung gegen die Nazi-Demonstration in Bonn-Duisdorf 2008, Foto: Paul Eckenroth / JOKER

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