Team der TU Dortmund gewinnt Ideenwettbewerb

Hochkarätige Jury macht Gewinner wahnsinnig stolz

24. April 2012.

Im Anschluss an die Preisverleihung zum städtebaulichen Ideenwettbewerb „Ermekeilkaserne Bonn – Konversion und Integration eines unbekannten Raumes“, bot sich für rhein:raum die Gelegenheit zu einem Interview mit dem Gewinnerteam der TU Dortmund, Hanna Knopinski und Daniel Tries.

Im Gespräch mit rhein:raum äußerten sich Beide zu Entstehung und Qualität ihres Entwurfes.

Die städtebauliche Leitidee, die dem Entwurf zugrunde liegt, sieht die Öffnung der Fläche zur Umgebung durch eine adäquate Erschließung (fußläufig und mit dem Motorisierten Indvidualverkehr (MIV)) aus allen Richtungen sowie die qualitativ hochwertige Ergänzung des beliebten Wohnstandortes Südstadt vor. Die zentralen Elemente der Planung sind das Aufgreifen des Baublocks als prägendes städtebauliches Element sowie die Errichtung eines Quartiersplatzes.

Der städtebauliche Ideenwettbewerb der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) wurde bereits zum siebten Mal als Einladungswettbewerb für Hochschulabsolventen in NRW durchgeführt.

 

Interview mit dem Gewinner Team (Hanna Knopinski u. DanielTries / TU Dortmund)

 

rhein:raum: Was war eure Motivation, warum habt ihr an dem Wettbewerb teilgenommen?

Daniel Tries: Die Hochschulen wurden vom DASL angeschrieben und sollten Kandidaten nominieren. Daher gab es zwei Aspekte, die unsere Motivation vorangetrieben haben: 1. war es eine Ehre, von der Uni nominiert zu werden und 2. ist es eine innerstädtische Kaserne und die Öffnung zur Innenstadt sowie die Bonner Südstadt sind immer interessant.

Hanna Knopinski: Vor allem das Zusammenspiel zwischen dem alten Gründerzeitlichen Bestand und dem Neuen, war das Interessante an der Sache. Die Aufgabe war einfach spannend. Man beplant nicht einfach ein grünes Feld, sondern muss auf den Bestand eingehen.

rhein:raum: Wie zeitintensiv ist so ein Entwurf?

Daniel: Wir haben einen Monat an dem Entwurf gearbeitet. Zwei Wochen davon mit intensiven Nachtschichten, um alles ins Reine zu bringen.

Hanna: Die Skizzen und die Reinzeichnungen waren schon richtig viel. Vor allem weil man immer parallel arbeiten musste, neben dem eigentlichen Job.

rhein:raum: Was sind die Leitideen des Entwurfes, was soll aus der Ermekeilkaserne werden?

Daniel: Leitideen sind, diesen Möglichkeitsraum für verschiedene Nutzungen und Gruppen zu öffnen und dadurch das Gebiet in die Südstadt zu integrieren. Den Solitärbauten der Kaserne soll dann zum einen genug Raum gegeben werden, damit sie als Denkmäler auch für sich stehen können und zum anderen auch ein dementsprechend interessantes Gegenüber bekommen.

Hanna: Durchlässigkeit, Öffnung, Zentralität betonen und der Südstadt ein Zentrum geben, an dem man sich gerne aufhält.

rhein:raum: Hatte das Kasernengeländer, besonderen Einfluss auf den Entwurf?

Daniel: Ja, denn solche Gebäude kann man nicht ignorieren. Man muss mit ihnen arbeiten und das sollte auch so gemacht werden. Wir haben die Gebäude aus zwei Gründen beachtet: baulich als interessantes Denkmal und natürlich auch durch ihre Größe.

Hanna: Außerdem musste die Größe des Platzes integriert werden.

rhein:raum: War es eine besondere Herausforderung, die denkmalgeschützten Gebäude einzubinden?

Daniel: Ja, wir sind davon abgerückt die vielen tausend Quadratmeter Nutzfläche jetzt schon mit Nutzung zu bespielen. Angedacht haben wir ein Hostel bzw. Hotel für den Weg der Demokratie, die Themen Kunst & Kultur, Nachbarschaftstreff, Dienstleistung und vor allem auch Gastronomie sind weitere groben Themen, die wir angesprochen haben.

rhein:raum: Gab es besondere Schwierigkeiten bei der Konzeption?

Hanna: Die Größe. Das Mannschaftsgebäude ist einfach riesengroß. Es ist einfacher, ein kleineres Denkmalgeschütztes Gebäude zu integrieren. Deshalb ist unsere Antwort auch stark frei-raumplanerisch geprägt. So war es uns am besten möglich die Bedeutung und Größe zu betonen, um dem Gebäude auch würdig zu sein.

Daniel: Schwierig bei dem Entwurf war außerdem die unklare Situation mit der Telekom. Das wird auch auf die Stadt noch zukommen. Es gibt viele verschiedene Interessengruppen, auch bei der Telekom gibt es ungeklärte Zeiträume, wie sie sich bezüglich Fort- oder Zuzug verhalten will.

Hanna: Die Entscheidung, was man wegnimmt, was man stehen lässt, wird dadurch stark beeinflusst. Deshalb haben wir die Halle auch direkt integriert, weil nicht klar ist, wie lange die Telekom noch bleiben wird.

Daniel: Aus diesem Grund haben wir den Fokus auf Realisierungsettapen gelegt. Heißt, dass man nach und nach das Gelände anpassen kann.

rhein:raum: Was ist es für ein Gefühl zu gewinnen?

Hanna: Irre! Also wir waren am Ende ein bisschen unter Zeitdruck und waren deshalb erstmal nur stolz, dass wir es abgegeben haben. Dementsprechend ist auch bestimmt noch der ein oder andere Rechtschreibfehler zu finden, weil am Ende wirklich die Zeit gefehlt hat um das nochmal zu überprüfen. Wir waren erst mal stolz, dass wir uns beteiligen durften, dass wir abgegeben haben. Kurzum, dass wir das geschafft haben. Zudem war es ja wirklich auch eine hochkarätige Jury.

Daniel: Nach mehreren verlorenen Wettbewerben, zweifelt man ja auch mal – aber dann ist es schön, gewürdigt zu werden.

rhein:raum: Was sind eure weiteren Projekte?

Daniel: Erstmal arbeiten.

Hanna: Referendariat. Das normale Leben

Vielen Dank

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Foto: v.l.n.r.: Werner Wingenfeld (Bauderzernent, Stadt Bonn), Daniel Tries (TU Dortmund), Hanna Knopinski (TU Dortmund), Stephan Schmickler (Förderverein DASL) , Foto: (c) privat

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