Polizeiruf 110

Tatort: Bonn-Beuel

29. April 2012.

Polizei rollt RechtsextremistInnen roten Teppich aus.

Dieses Foto zeigt zwei Stolpersteine, die an der geplanten 1.-Mai-Nazi-Aufmarsch-Route liegen. Sie markieren einen Tatort.

65 Jahre alt war Samuel Levy, als er 1942 abgeholt und in das Sammellager Bonn-Endenich gesperrt wurde, wo er bereits am 4. März verreckte. Seine Frau Henny, nur vier Jahre jünger, verschleppten die Nazis sogar bis nach Lublin, wo sie sie noch im selben Jahr ermordeten.

Nazis gibt es immer noch bzw. schon wieder, und die Bonner Polizei lädt sie heute dazu ein, sich demonstrativ auf den mörderischen Pfaden ihrer Vorväter zu tummeln, während sie gleichzeitig die AntifaschistInnen auf eine Route außerhalb der Beueler Innenstadt schickt. Sie hätte es auch andersherum machen können, hat sie aber nicht. Beides hat Symbolkraft.

Was der Polizeipräsidentin Brohl-Sowa (SPD) wirklich wichtig war, machte sie bei der Pressekonferenz am 27.04.2012 klar: „Sie unterstrich, dass es der Polizei wichtig war, dass die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf ihrer traditionellen Route in der Bonner Innenstadt stattfinden kann.“ Alles weitere war offenbar egal.

Die Bonner Polizei ist jedenfalls, warum auch immer, nach wie vor fest entschlossen, den Nazi-Aufmarsch erfolgreich durch die Beueler Innenstadt zu führen, einzige choreographische Einschränkungen: „Kein Zeigen verbotener Symbole, kein Marschieren im Gleichschritt, keine volksverhetzenden Äußerungen, keine Verherrlichung der Taten der NSU, z. B. durch das Abspielen des „Pink-Panther“-Liedes.“ Aber marschieren sollen sie, bittesehr …

„Wir begleiten die rechtsextremistische Demonstration“ bekräftigte wohlgemut der oberste Einsatzleiter der Polizei, Helmut Pfau.

Ist es tatsächlich so, dass die Täter immer zu den Tatorten zurückkehren? Ist es auch so, dass die Polizei die (geistigen) Kinder dieser Täter dorthin zurückführen muss? Oder überhaupt darf? Rufen Sie an: Polizeiruf 110!

Der Doktor-Weis-Platz ist ein weiterer Ort, den die Bonner Polizei für den Aufmarsch der Neonazis vorgesehen hat.

 

 

Foto: rhein:raum

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