30. April 2012.

Das Protestbündnis „Bonn stellt sich quer – Neonazis blockieren“ zeigt bereits am Montag in Beuel Präsenz, bevor für den Neonazi-Aufmarsch das Herz von Beuel von der Polizei mit einem umfangreichen Sperrgebiet zur „demokratiefreien Zone“ gemacht wird. Die Protestaktionen starten in Beuel um 14 Uhr mit einer Informationskundgebung auf dem Dr.-Weis-Platz mit anschließendem Rundgang zu den Mahnmalen und Stolpersteinen in Beuel. Die Beueler Initiative gegen Fremdenhass hat dazu gerade eine aktualisierte Neuauflage ihrer Dokumentation „Wider das Vergessen – Erinnerungsorte in Beuel“ vorgelegt.

Susanne Rohde: „Die Erinnerungsorte umfassen Mahnmale, Gedenktafeln, Straßenschilder und mittlerweile 67 Stolpersteine, die vor ihren ehemaligen Wohnhäuser namentlich auf Beueler Todesopfer des Nazi-Terrors hinweisen.“

Hinweis für Fotojournalisten und elektronische Medien:

Zum Abschluss des Mahngangs am Montag gibt es um 16 Uhr am Dr.-Weis-Platz einen Fototermin mit vielen Beteiligten und u.a. einem zum Gedenken an die Bonner Opfer des Nationalsozialismus Großtransparent. Um 18 Uhr beginnt am Montag die Blockadeparty: „electro for tolerance – Nazis Wegtanzen!“ am Beueler Rheinufer (bei der Rheinlust) und um 18.30 Uhr heißt es ab Beueler Bahnhof bei der Straßenmalaktion „Bonn ist Bunt, Bonn bleibt Bonn“.

Für die Proteste gegen die Neonazis gibt es immer größere Unterstützung. So hat sich jetzt der bekannte Reggae/Dancehall-Sänger Nosliw von Verpflichtungen in Berlin freigemacht und kommt zum Protest gegen die Nazis in seine Heimatstadt. Seinen Fans teilte er mit: „O.k., da sich so viele coole Leute angekündigt haben Bonn-Beuel in eine Freiluftdisco zu verwandeln, komme ich am 01. Mai kurzfristig vorbei und singe euch was! Der Konrad-Adenauer-Platz wird ab diesem Tage heissen: Bomboclaat-Daggenauer-Platz!!!“

Seinen Protestaufruf veröffentlicht er in einem Video unter:

Derweil wird von Polizei wie „Bonn stellt sich quer“ mit Spannung der Beschluss des Kölner Verwaltungsgerichts zur Klage der ver.di-Jugend erwartet. Bündnis-Sprecher Mani Stenner hält die Verfügung der Polizei, den Nazis Vorrang zu geben für rechtswidrig und beklagt gleichzeitig die „Gewaltfantasien“ der Einsatzleitung: „Unsere Erkenntnisse in Sachen Antifa und Autonome sind anders als die Staatsschutz-Prognosen. Die Linksradikalen gehören wie die vielen bürgerlichen Organisationen zum Bündnis und wollen sich an den verabredeten Aktionskonsens halten“.

Das bekräftigt auch Sprecherin Lena Schneider: „Unser Protest wird friedlich und fantasievoll sein. Viele Jugendliche haben bei unseren Blockadetrainings geübt, auch bei Polizeieinsätzen entschlossen, gelassen und gewaltfrei zu agieren. Das konnte man auch beim öffentlichen Blockadetraining am Samstag am Bonner Münster anschauen, bei dem wir von Passanten viel Zuspruch erhielten.“

Das Aktionsbündnis appelliert nochmals eindringlich an die Polizei, durch ein strikt an Deeskalation ausgerichtetes Einsatzkonzept und enge Kooperation mit dem Bündnis zum Gelingen friedlichen Protestes beizutragen. Stenner: „Schilde, Helme und Polizeiknüppel werden am 1. Mai nicht gebraucht. Wenn durch die Kreativität der verschiedenen beteiligten Gruppen eine Blockade auf dem Aufmarschweg gelingen sollte, braucht die Polizei es mit Räumaktionen nicht eilig zu haben und sollte den größten Wert auf die Verhältnismäßigkeit ihrer Mittel legen“.

Am Aktionstag 1. Mai wird vom Bündnis ein zusätzliches Infotelefon eingerichtet. Unter der Nummer 0157/365465590 gibt es die aktuellsten Infos vom Tag.Anwohner sind auch gebeten, dorthin Beobachtungen zum Geschehen mitzuteilen, die anderen durch die von der Polizei eingerichtete Sperrzone nicht zugänglich sind. Auf Twitter gibt es aktuelle Infos unter twitter.com/bonn_quer und wie üblich auf www.bonn-stellt-sich-quer.de.

Foto: Privat

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