Stadt hat hohe Verantwortung für Standort der Gedenkstätte

Umgestaltung Viktoriakarree

8. Juni 2012.

Der DGB Köln-Bonn bewertet die Aufwertung der Bonner Innenstadt und die Stärkung des Standortes durch den weiteren Ausbau des Einzelhandels als positive Entwicklung. Der damit einhergehende notwendige Umzug von Stadtmuseum und Gedenkstätte sind jedoch problematisch. Der DGB erwartet von der Stadt, ihrer hohen Verantwortung für den Standort der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus gerecht zu werden.

Für den ehrenamtlichen Vorsitzenden des Bonner DGB, Ingo Degenhardt – selbst Mitglied im Kuratorium der Gedenkstätte – liegen mit der Beschlussvorlage der Verwaltung für eine EU-weite Ausschreibung für die Entwicklung und Umgestaltung des Viktoriakarrees nicht alle Karten auf dem Tisch. In den Rahmenbedingungen zum Beschlussvorschlag heißt es, dass bis zur Realisierung des Neustandortes die Sammlungen in einer geeigneten Zwischenunterbringung angesiedelt werden sollen. Diese Übergangslösung soll an einem zentralen und für die Stadt kostengünstigen Standort erfolgen. „Die Aussage ist mir zu unkonkret“, so Ingo Degenhardt. „Die Aufarbeitung und Dokumentation der Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus hat in Bonn ihren festen Platz verdient. Ehe man hier von kostengünstigen Zwischenunterbringungen spricht, sollte man ein tragfähiges und zukunftsfestes Konzept vorweisen“, sagt Degenhardt weiter.

Der Gewerkschafter weist darauf hin, dass Gedenkstätten unmittelbar mit historischen Orten verbunden sind. Man dürfe in Bonn nicht hinter längst gesetzte Standards zurückfallen. Er ist sich mit der Leiterin der Gedenkstätte, Astrid Mehmel, darüber einig, dass bei der Wahl des Standortes die Würde der Opfer gewahrt bleiben muss. Unverständnis zeigt Ingo Degenhardt auch darüber, dass die Gedenkstätte über die Medien von der aktuellen Beschlussvorlage erfahren hat.

„Die Arbeit in der Gedenkstätte und das hohe Interesse an Informationen der Bonner Schulen zeugt von der Wichtigkeit der Vermittlung unserer Geschichte und ist besonders unter den aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen zum Thema Rechtsextremismus unerlässlich“, sagt Ingo Degenhardt und appelliert: „Bonn braucht ein Konzept, keine Zwischenlösung und vor allem kein Provisorium“.

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