11. Juni 2012.

Ein weiteres Projekt der Regionale 2010 stößt auf Kritik. Zwar werde der Wunsch, die Niederpleiser Mühle an das zentrale Wegenetz des Pleisbachtals anzuschließen, nachvollzogen, es sei aber notwendig und möglich, eine Lösung zu finden, die sowohl für die Naherholung als auch für den Naturschutz verträglich sei, so der BUND.

Die bisher von der Stadt Sankt Augustin favorisierte Variante, die nun am Donnerstag im Landschaftsbeirat beim Rhein-Sieg-Kreis zur Beratung vorgelegt werde, sei jedoch die denkbar schlechteste und teuerste, zeigt sich der Sprecher des BUND Rhein-Sieg-Kreis, Achim Baumgartner, enttäuscht über den kommunalen Vorstoß. Der geplante Weg führe nämlich durch eines der wenigen ruhigeren Rückzugsgebiete vieler Tiere im Tal. Er quere den Pleisbach genau dort, wo der Bach vergleichsweise naturnah entwickelt sei und wo immer wieder Eisvogel und Mäusebussard brüteten. Der Weg durchtrenne den Biotopverbundkorridor des Baches und störe die Maßnahmenentwicklung im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Denn genau im Bachabschnitt an der Mühle seien weitere Entwicklungsmaßnahmen zu Gunsten des Gewässers geplant.

Zudem sei der Zeitpunkt für die Planung ungünstig. Immerhin werde parallel auch für das Pleisbachtal der Entwicklungsplan für das Naturschutzgroßprojekt chance.7 erarbeitet. Da werde nun mit dem zusätzlich Weg vorab eine umfangreiche Störung initiiert, deren umgehende Beseitigung dann im nächsten Konzept wieder angestrebt und vom BUND eingefordert werden müsse, um die angestrebten Naturschutzziele zu erreichen.

Der BUND schlägt daher vor, entweder eine offenkundig verträgliche Variante zu wählen, die ohne eine zusätzliche Pleisbachquerung auskomme, oder die Wegeplanung zurückzustellen. Erst einmal müssten die Pläne für das Pleisbachtal im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes vorliegen.

Als ideale Trasse schlägt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine Wegeverbindung auf der alten Bahntrasse vor. Der Weg sei durch eine wohl zehn Meter breite Baumhecke von der Pleistalstraße getrennt und könne durch begleitende Obstbäume oder einen Ackerrandstreifen auch noch attraktiver gestaltet werden. Dieser Weg eröffne durch eine spätere Verlängerung bis zur Straße „In der Aue“ sogar die langfristige Option, einen zusätzlichen Rundweg im Pleisbachtal anbieten zu können. Der Bezug zur alte Industriegeschichte, der Bahntrasse, sei ein zusätzlicher Pluspunkt.

Der BUND hatte bereits im letzten Jahr alternative Wegetrassen vorgeschlagen. Der BUND ist enttäuscht darüber, dass davon nur eine einzige Variante gutachterlich geprüft worden sei. Selbst die Alternative, die ebenfalls eine zusätzliche Bachquerung an der Mühle vorgesehen hatte, sei verworfen worden. Diese Entscheidung war möglich, weil auf eine Kartierung der Vögel vor Ort verzichtet worden war. Daher blieben die unterschiedlichen Störwirkungen der Varianten unerkannt.

Eine Trassenplanung in einem interessenübergreifend besetzten Workshop hätte der BUND sehr begrüßt. Der jetzt entstandene Konflikt war vermeidbar.

Foto: BUND RSK

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