Intervention von Studenten der RWTH Aachen und der Alanus Hochschule in Bonn

„SPACEmaker“ verändern das Stadtbild

18. Juni 2012.

Mit Hilfe von mobilen, zweiflügeligen Wandmodulen wurden elf Studenten der RWTH Aachen und der Alanus Hochschule am Sonntag, dem 17. Juni 2012 zu „SPACEmakern“.

An insgesamt neun Stationen in der Bonner Innenstadt erzeugten die Studenten mit zwei Meter hohen Leichtbaukonstruktionen, die an den Armen befestigt wurden, temporäre Raumveränderungen, die auf die spezifische Situation des Ortes eingehen sollten.

Verkehrsräume zu temporären Freiräumen umgestaltet

Im 1:1-Maßstab wurden publikumswirksame Bilder kreiert, Verkehrsräume zu temporären Freiräumen umgestaltet, Labyrinthe geschaffen, Fußgängerbewegungen umgeleitet oder mobile Stadt-Räume gebildet. Für Passanten und Verkehrsteilnehmer wurde damit zum einen spürbar, wie sehr die Stadt vom PKW-Verkehr geprägt ist. Zum anderen veranschaulichte die Aktion, wie viele Möglichkeiten die Stadt für Nutzungen jenseits des motorisierten Verkehrs bietet.

Ziel der Aktion SPACEmaker! war es, Aufmerksamkeit für den Verkehr in der Stadt zu wecken und mit interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Aktion startete um 12 Uhr vor dem Bonner Hauptbahnhof und bewegte sich über mehrere Stationen durch die Innenstadt (u.a. Bahnhofsvorplatz, Martinsplatz, Am Dreieck, Sternstraße), um schließlich gegen 15 Uhr am Berliner Platz zu enden.

Ausgedacht hatten sich die insgesamt neun Raum-Choreographien Studenten der Stadtplanung, Architektur und Prozessarchitektur unter der Leitung der Professoren Florian Kluge und Willem-Jan Beeren vom Fachbereich Architektur der Alanus Hochschule Alfter sowie Ulrich Berding vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen.

Anlass von SPACEmaker! war die AKTION_BAUKULTUR, die bundesweit am 16. und 17. Juni 2012 in zwölf Städten stattfand. In diesem Rahmen ereigneten sich auch weitere Interventionen, unter anderem in Berlin, Dresden, Hamburg, Hannover und München. Künstler machten damit auf Schwachpunkte in der Verkehrsplanung ihrer Stadt aufmerksam. Wartezeiten, Lärm, Sicherheitsrisiken – oftmals sind öffentliche Verkehrsräume „No-Go-Areas“ – die man, wenn man nicht muss, auch nicht passiert. Die Bundesstiftung Baukultur unterstützte die Interventionen und warb damit für eine bessere Verkehrsplanung in Deutschland. „Die Gestaltung von Verkehrsräumen wird oft sträflich vernachlässigt. Zu selten setzen wir uns damit auseinander, wie sich Komfort und Ästhetik mit Verkehrsplanung verbinden lassen“, erklärte Michael Braum, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.

Baukultur 2012

Die Interventionen bildeten den Auftakt zum Konvent der Baukultur 2012, der am 17. und 18. Juni unter dem Motto STATTVERKEHRSTADT in Hamburg tagt. Mit Stadtspaziergängen – so genannten „BaukulTouren“ – entlang der Verkehrsbrennpunkte der Hansestadt, wurde der erste Tag der Öffentlichkeit gewidment.

Am Plenartag, dem 18. Juni, versammeln sich schließlich rund 350 Berufene – Bauherren, Planer, Architekten, Ingenieure und politisch Verantwortliche – und diskutieren über die Vereinbarkeit von Baukultur und Mobilität.

Der Konvent schließt heute mit der Verabschiedung des Hamburger Appells für Verkehrsbaukultur, der konkrete Empfehlungen ausspricht.

Studenten der Alanus Hochschule und der RWTH Aachen beim Anfertigen der Wandmodule siehe das Video hier:

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