Zur Teilbereichs des Nutzpflanzengartens:

Trotzreaktion oder mangelndes Demokratieverständnis ?

9. Juli 2012.

Die Universitätsleitung hat den wegen der Baupläne für den Unicampus Poppelsdorf umstrittenen Teilbereich des Nutzpflanzengartens für die Öffentlichkeit geschlossen, die gärtnerische Pflege unterbleibt. Und warum? Weil – wie dem Text auf dem Hinweiszettel am Tor zu entnehmen ist – ihr die demokratisch zustande gekommene Entscheidung der politischen Gremien missfällt.

Sie übersieht dabei offensichtlich, dass wir in einem demokratischen Staat leben. Es ist Besorgnis erregend, dass sich die Universität Bonn demoktratischen Meinungsbildungsprozessen nicht verpflichtet fühlt. Schließlich werden hier junge Menschen ausgebildet, denen neben Fachwissen auch Demokratieverständnis vermittelt werden soll.

„Über die künftige Entwicklung und mögliche Öffnung der Fläche wird die Universität zu gegebener Zeit und weiterhin unbeeindruckt von diversen Versuchen einer Einflussnahme autonom entscheiden“: Dieser Satz auf besagtem Hinweiszettel am Tor des geschlossenen Gartens zeigt, wie wenig die Universitätsleitung von Bürgernähe und Dialogbereitschaft hält. Stattdessen scheint hoheitliches Denken wie zu kurfürstlicher Zeit vorzuherrschen. Mit Freiheit von Wissenschaft und Forschung hat das nichts zu tun.

Man kann nicht umhin, denn Ausschluss der Bürger aus einem großen Teil des Nutzpflanzengartens als kleingeistige Trotzreaktion zu sehen, die einer auch international agierenden Hochschule nicht würdig ist.

Das ist auch schlechte Werbung für die Bonner Universitäts-Stiftung, die mit Spendengeldern der Bürger den Neubau des Gewächshauses für die tropischen und subtropischen Nutzpflanzen bezahlen soll. Dieses neue Schauhaus ist auf der Fläche des jetzt verbliebenen offenen Teilbereichs des Nutzpflanzengartens geplant. Somit wird es mit dessen Realisierung auch diesen Garten nicht mehr geben.

Foto: Das verschlossene Tor des Nutzpflanzengarten, Foto: (c) BI Nutzpflanzengarten

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