Hiroshima-Gedenkverstaltung am Beueler Rheinufer

„Ein Zeichen aus Blumen für eine atomwaffenfreie Welt“

7. August 2012.

Am 6. und 9. August 1945 ordnete der damalige US-Präsident Harry S. Truman die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki an, die mehr als 200.000 Todesopfer verursachten. Es handelte sich dabei um die ersten einsatzfähigen Atombomben, die in einem Krieg gegen Menschen eingesetzt wurden

In Gedenken an dieses grauenvolle Ereignis fand am Montag, den 6. August die Kundgebung zum Hiroshima-Gedenktag statt. Es legten auf Einladung der Friedensinitiative Beuel, der DFG/VK Bonn-Rhein-Sieg und der IPPNW (Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs) wieder zahlreiche BonnerInnen ein Friedenszeichen aus Blumen um den Friedensbaum am Beueler Rheinufer.

Seit 1984 findet die Mahnveranstaltung für die mehr als zweihunderttausend Opfer der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki bereits in Beuel statt – diesmal aber sind die Forderungen der Friedensbewegung nach vollständiger nuklearer Abrüstung und der Ächtung der Atomwaffen erschreckend aktuell. Die US-Streitkräfte planen derzeit ihr Atomwaffenarsenal zu modernisieren. Darunter fallen auch die ca. 20 in Deutschland stationierten Atombomben.

Neben den mitgebrachten Blumen verliehen einige Friedensfahnen dem Ort des Gedenkens zusätzlichen Ausdruck. Um 18 Uhr begann die Kundgebung mit einer Schweigeminute. Unter der Moderation von Susanne Rohde (Friedensinitiative Bonn-Beuel) folgten rund 60 versammelten KriegsgegnerInnen der bewegenden Rede von Robert Nicoll.

Der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, nahm als Privatperson, da eigentlich im kurzen Sommerurlaub, ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil.

Seit Mai 2005 ist die Stadt Bonn Mitglied der „Mayors for Peace”, der „Bürgermeister für den Frieden“. Diese Initiative appelliert an ihre Mitgliedsstädte, die Kampagne „Atomwaffenfrei bis 2020″ zu unterstützen, um so Einfluss auf die Verhandlungen über Atomwaffen zu erlangen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterstützt.

Robert Nicolls Rede bildete den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung. Die zentrale Forderung der DemonstrantInnen war auch dieses Jahr der Abzug der letzten 20 US-Atombomben aus Deutschland. Abgerundet wurde die Gedenkveranstaltung von einem spontan vorgetragenen Gedicht von Peter Deteren.

Auch 67 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki gibt es keinen Grund zur nuklearen Entwarnung: Das Schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI schätzt die Anzahl einsetzbarer atomarer Gefechtsköpfe weltweit auf 8.400 Stück. 2.000 davon befinden sich in ständiger höchster Alarmbereitschaft und können in wenigen Minuten gestartet werden.

 

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