Werkstatt Baukultur macht mit Aktion auf Zustand und Möglichkeiten des „Bonner Lochs“ aufmerksam

„Putzen und Benutzen statt Abriss!“

4. September 2012.

Am 3. September hat die Werkstatt Baukltur mit einer kreativen Aktion auf den Zustand des Bahnhofsvorplatzes, auch bekannt als „Bonner Loch“ aufmerksam gemacht. Gleichzeitig appellierten die Kunsthistoriker an die Stadt, den Platz nicht der Verwahrlosung zu überlassen.

Unter dem Motto „Putzen und Benutzen statt Abriss!“ griff die 2011 gegründete Kulturgruppe am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn nun selbst zu Besen und Handfeger, um den Platz samt Brunnen vom gröbsten Schmutz zu befreien.

Der Bahnhofsvorplatz taugt heute wahrlich nicht mehr als öffentlicher Raum zum Verweilen und Innehalten. Statt ihn jedoch für Investoren und den Neubau von weiteren Ladenflächen freizugeben, sei der Stadtrat aufgefordert endlich dafür zu sorgen, dass aus dem trüben Fleck wieder ein ansprechender, kommunikativer Ort wird.

Mit Straßenkreide ausgestattet wurde daher aufgezeichnet, wo einst bequeme und einladende hölzerne Sitzbänke standen. Einfache Zeichnungen auf Beton lassen erkennen wo einmal bunte Blumen wuchsen und man im Innenstadtzentrum dem leisen Sprudeln des Brunnen lauschen konnte.

Die Pflanzbeete beherbergen heute nur noch ausgedrückte Zigarettenstummel und sofern es nicht gerade regnet, bleibt der Brunnen trocken. Dabei böte das „Bonner Loch“ architektonische Qualitäten, die vergleichsweise einfach wieder herausgestrichen und zu einem attraktiven, nicht-kommerziellen Raum im Innenstadtbereich beitragen könnten.

Die Aktion soll nach Auskunft der Werkstadt Baukultur den Bürgerinnen und Bürger Bonns in Erinnerung rufen, was diesen Ort so unwirtlich macht, wie er dagegen einmal war und vor allem: Wie er wieder so sein könnte. „Hier waren Holz-Sitzbänke“ klagt ein mit Kreide geschriebener Ausspruch an. Wellenförmige Linien schlängeln sich auf dem Betonboden und wirken wie ein Denkmal, das das Wirken des stillgelegten Brunnens am Leben erhalten möchte.

Statt immer neuer Einkaufsflächen soll das Bonner Loch weiterbestehen und die Pflege und Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient. Mit dieser Forderung wenden sich die Kunsthistoriker an den Stadtrat. Auf den Boden haben sie in großen Buchstaben geschrieben: „Putzen und Benutzen!“ Wie es gehen könnte, haben sie gezeigt.

Foto: (c) C. Moneke

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