Vortrag und Diskussion mit Janet Kursawe

Drogenökonomie in Afghanistan

2. November 2012.

Am 6. November findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Afghanistan – Land im Aufbruch – Aber wohin?“ der Vortrag und die Diskussion „Drogenökonomie in Afghanistan – Alternativen und Perspektiven“ mit Dr. Janet Kursawe von 19.30 – 21.30 Uhr im LVR-Landesmuseum in Bonn statt.

Afghanistan ist, auch nach über 11 Jahren NATO Präsenz, immer noch der größte Opiumproduzent der Welt. Citha D. Maaß schrieb in ihrer SWP-Studie aus dem Jahre 2010: „Mit einem Anteil von derzeit 93 Prozent am illegalen Weltmarkt für Opiate (Opium, Morphium, Heroin) hat es eine Monopolstellung erlangt. Seit kurzem ist Afghanistan auch wieder zu einem global führenden Produzenten von Cannabis (Haschisch) geworden.“

Bedingt durch den Jahrzehnte langen Krieg ist das Opiumgeschäft die größte Einkommensquelle für viele Afghanen. Oft haben die Menschen keine Alternative, als mit Hilfe des lukrativen Drogengeschäfts ihren Familien und sich selbst das Überleben zu sichern. „Die Bauern erhoffen sich durch den Mohnanbau eine Minderung ihrer Armut. Zwar ist der Preis für das Rohopium gesunken, aber noch immer ist Mohn lukrativer als andere landwirtschaftliche Produkte, wie etwa Weizen. Damit wird Afghanistan vom World Food Programme überschwemmt, so dass sich der Anbau im Land nicht mehr lohnt“ heißt es in einem Artikel von Astrid Sauermann, der 2008 im Semesterspiegel der Universität Münster erschienen ist.

Es gibt zudem immer mehr Drogenabhängige im Land. Insbesondere Jugendliche versuchen so ihrem harten und perspektivlosen Alltag zu entkommen. Andere Afghanen rutschen aus einem anderen Grund in die Abhängigkeit: „Da es an medizinischer Infrastruktur fehlt und das selbst angebaute oder günstig zu erwerbende Opium oft das einzige Mittel gegen Schmerzen oder Krankheiten ist, sind etwa 150.000 in die Abhängigkeit von Opium geraten“ schreibt Astrid Sauermann weiter. Wahrscheinlich sei die Anzahl der Drogensüchtigen aber in Wirklichkeit noch erheblich höher, da Drogenkonsum in islamischen Ländern als Schande gilt, spiele sich der Konsum meist im Kreis der Familie und damit im Verborgenen ab, so dass es kaum möglich ist, das wahre Ausmaß einzuschätzen.

Die Veranstaltung beschäftigt sich daher vor allem mit der Frage, ob Alternativen zur Drogenökonomie in Afghanistan geschaffen werden können und wie das Problem angegangen werden kann.

Die genauen Details zur Veranstaltung finden Sie noch einmal hier:

Dienstag, 06.11.2012 Bonn: Vortrag und Diskussion „Drogenökonomie in Afghanistan – Alternativen und Perspektiven“ mit Dr. Janet Kursawe (FEST-Heidelberg), 19.30 – 21.30 Uhr, LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14-16

Foto: Katharina Eglau/JOKER

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