12. Dezember 2012.

Besorgt zeigt sich der ehrenamtliche Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg Ingo Degenhardt über die Situation auf dem Bonner Wohnungsmarkt. „Bezahlbarer Wohnraum wird vor allem in Großstädten, Ballungszentren und in Universitätsstädten zunehmend zur Mangelware. Bonn ist eine wachsende Stadt mit neuen Arbeitsplätzen und erhöhtem Bedarf an Fachkräften, die nach bezahlbarem Wohnraum suchen“, sagt der Gewerkschafter. Schon jetzt fehlen in der Bundesstadt 5.000 Wohnungen. „Ganz dramatisch“ sei die Situation auf dem sozialen Wohnungsmarkt. Eine städtische Kartei listet über 3.000 wohnungssuchende Haushalte mit Wohnberechtigungsschein auf. Bonn gehört mit seinem engen Wohnungsmarkt zu den Städten mit dem geringsten Anteil an gefördertem Wohnraum.

Gemeinsam mit den Sozialverbänden und dem Mieterbund hat der DGB eine Analyse des Wohnungsmarktes in Bonn erstellt. „Wohnungsnot und explodierende Mietkosten werden für viele Bürgerinnen und Bürger zu einem existenziellen Problem. Ein Drittel der privaten Konsumausgaben müssen im Durchschnitt für Wohnen und Energie- und Instandhaltungskosten aufgebracht werden. Dies ist nur mit einem guten Einkommen zu schaffen. Menschen, die gering verdienen und von Transferleitungen abhängig sind, können diese Kosten nicht übernehmen“, berichtet Degenhardt.

„Die Kommunalpolitik muss handeln und die Situation des Wohnungsmarktes langfristig, nachhaltig verbessern. Mit Investitionen im Wohnungsbau können enorme Einsparungen erzielt werden, z.B. bei den Kosten für Unterkunft. Die Schaffung von ausreichendem, bezahlbarem Wohnraum ist ein Aspekt der Daseinsfürsorge. Wohnen ist Grundrecht und kein Luxusgut“, so Degenhardt.

Die Sichtweise des Sozialausschusses, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Vebowag) das Eigenkapital aufzustocken, zeugt von einer strategischen Herangehensweise. Degenhardt: „Wer aktuelle und künftige Probleme zu lösen hat, der braucht eine Strategie. Diese haben die Sozialpolitiker vorgegeben. Nun müssen Finanzausschuss und Rat die Verantwortung übernehmen. Mit Spannung erwarte ich die richtige Entscheidung.“

Foto: Wohnprojekt der Amaryllis eG in Bonn-Beuel, ( c ): Foto: Karl-Heinz Hick / JOKER

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