Demonstration in Berlin am 19.01.2013

„Wir haben Agrarindustrie satt“

14. Januar 2013.

Am kommenden Samstag ist es wieder so weit, ein breites Bündnis lädt nach Berlin zur „Wir-haben-es-satt“ Demonstration ein. Anlässlich der Internationalen Messe „Grüne Woche“ treffen sich in Berlin vom 18. bis zum 27. Januar Politik und Agrarlobby. Gleichzeitig mobilisieren Bauernverbände, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen gegen die industrielle Landwirtschaft, welche bei der Grünen Woche im Vordergrund steht.

Die Empörung über Verstöße gegen den Tierschutz in immer mehr Tierfabriken, die Entstehung gefährlicher Antibiotikaresistenzen, das Höfe-sterben und viele nach wie vor aktuelle Probleme in Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie trieb schon letztes Jahr 30.000 Menschen nach Berlin zur „Wir-haben-es-satt“ Demonstration. Die Organisatoren ziehen eine düstere Bilanz der Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte. Auch dieses Jahr geht es in Berlin wieder um den Einsatz von Pestiziden, durch die weltweit jedes Jahr Bienen sterben und die Artenvielfalt rapide abnimmt. Ebenso ist die Spekulation mit Lebensmitteln und Land Thema, da sich dadurch der Hunger in der Welt verschärft. Wie umgreifend das oft unterschätzte Thema Landwirtschaft ist, zeigt der Aufruf zur Demonstration: trotz der Verschärfung des Welthungers landet immer mehr Getreide im Tank statt auf dem Teller. Die „Vermaisung“ der Landschaft im Zuge der wachsenden Nachfrage nach Mais hängt nicht mehr nur mit der Fleischproduktion zusammen, sondern zunehmend auch mit der Biogasproduktion.

Laut des Bündnisses „Wir haben es satt“ ist dieses Jahr ein entscheidendes in der nationalen als auch europäischen Agrarpolitik. Bei der Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik und der Bundestagswahl sieht das Bündnis die einmalige Chance eine Agrarwende einzuläuten! Bei der Bundestagswahl stehe auch zur Abstimmung, ob es zu einer nachhaltigen Ernährungs- und Energiewende komme, so der Aufruf. In der EU wird entschieden, ob eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft unterstützt wird oder jährlich weitere 60 Milliarden Euro an Agrarsubventionen vor allem an die Agrarindustrie fließen. Weltweit entscheidet die internationale Staatengemeinschaft, ob die bäuerliche Landwirtschaft gestärkt wird, um den Hunger zu bekämpfen und das Recht auf Nahrung für alle zu verwirklichen.

Am kommenden Samstag, dem 19. Januar 2013, fordern VerbraucherInnen, Bäuerinnen und Bauern, ImkerInnen und GärtnerInnen eine ökologisch-soziale Agrarwende. Mit einer Großdemonstration vom Berliner Hauptbahnhof zum Kanzleramt sowie mit einem Traktorenzug stehen die Unterstützer auf für einen Stopp von Tierfabriken und Antibiotika-Missbrauch, für eine Bindung der Subventionsvergabe an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien, gegen die Liberalisierung der Agrarmärkte und die Spekulation mit Lebensmitteln und Land, sowie gegen die EU-Exportförderung. Mehr noch fordern sie die Förderung von heimischem Futter statt Futtermittelimporte mit Gentechnik-Soja zu unterstützen. Die Demonstration soll ein Zeichen für eine Bienen- und klimafreundliche Landwirtschaft setzen.

Auch aus Bonn reist ein Bus schon am späten Freitag Abend nach Berlin und kehrt am frühen Sonntagmorgen zurück.

Weitere Informationen zur Demonstration und zur Anreise unter http://www.wir-haben-es-satt.de

Foto: Jakob Huber/ "wir-haben-es-satt"

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