21. Februar 2013.

Die Universität Bonn und die Transition-Initiative Bonn im Wandel laden am 27. Februar unter dem Titel: „Potentiale der Transition-Town-Bewegung zur Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft“ zu einem Vortrag, Film und Gespräch in den Hörsaal X (=“10“) des Uni-Hauptgebäudes ein.

Zusammen mit dem Gründer der Transition-Town-Bewegung aus England, Rob Hopkins, dem Regisseur des am Abend ebenfalls vorgeführten Filmes „Voices of Transition“, Nils Aguilar sowie dem Vertreter des deutschen Transition-Netzwerks, Gerd Wessling, zeigt die Bonner Gruppe Grundgedanken der Bewegung und Möglichkeiten zum Aktivwerden auf.

Um 19 Uhr beginnt der Abend mit Rob Hopkins ersten Auftritt in Deutschland. Konkrete Beispiele des Wandels, wie es das Ziel der wachsenden Transition-Town Bewegung ist, wie beispielsweise Energiewende-Nachbarschaften oder das britische REconomy-Projekt zur Schaffung von lokalen und resilienten Wirtschaftskreisläufen sollen vorgestellt werden.

Anschließend gibt Gerd Wessling, Koordinator der gut 80 Transition-Initiativen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, einen kurzen Überblick über Stand und Entwicklung der deutschen Transition-Bewegung.

Danach zeigt Nils Aguilar seinen Film „Voices of Transition“ in der deutschen Kurzfassung. Darin kommen Protagonisten der Agrarwende und der britischen Transition-Bewegung zu Wort.

Die abschließende Diskussion mit dem Regisseur, mit Rob Hopkins und den regionalen Transition-Aktiven soll weitere konkrete Projekte des Wandels anstoßen und Neugierige zum Aktivwerden einladen.

Entstanden ist die TransitionTown-Bewegung aus der Einsicht, dass Erdöl in Zukunft knapper und dadurch immer teurer werden wird. Jährlich wird das sogenannte „Peak-Oil“, das Ölfördermaximum, neu ausgerufen und vor den aus der Ölabhängigkeit erwachsenden Problemen gewarnt. Doch bisher wurde von Seiten der Regierungen und Konzerne kaum etwas in Richtung einer Post-fossilen Gesellschaft unternommen. Auch dass unser Lebensstil wenig klimaverträglich ist, hat aus vereinzelten MahnerInnen in den letzten Jahren eine soziale Bewegung erwachsen lassen. „Ziel ist, angesichts des Klimawandels und der drohenden Verknappung fossiler Brennstoffe unsere Abhängigkeit vom Erdöl in regionale Energie-Autonomie zu verwandeln“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative Bonn im Wandel.

Doch bleiben die Aktiven nicht bei düsteren Zukunftsszenarien stehen: Zwar geht es insgesamt auch um weniger Ressourcen-Verbrauch, mehr Klimaverträglichkeit und um vor allem um Resilienz, Widerstandsfähigkeit gegen bestehende und kommende Krisen, doch bleibt die Bewegung dabei stets auf dem Boden der Tatsachen und packt vor Ort an. So entstanden in zahlreichen Städten im Wandel gemeinschaftliche Gemüsebeete auf Brachland der Innenstädte, direkte Beziehungen zwischen Verbrauchern und Erzeugern sowie dezentrale Energieversorgungssysteme. „Was es vor allem braucht in diesen Zeiten ist engagierter Optimismus“, weiß Rob Hopkins. Auch Bonn im Wandel ermutigt: „Die Kraft zum Handeln speist sich aus der Vision von gestärkten lokalen Gemeinschaften und nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen, aus der Kreativität und Experimentierfreude der vielen Einzelnen und ihrem kooperativen Handeln vor Ort“.

Seit 2006 haben Aktive in Tausenden von Gemeinden weltweit ihre Lebensräume zu Transition Towns oder „Städten/Regionen des Wandels“ erklärt. In Deutschland sind rund 80 Initiativen aktiv und einige davon bereits offiziell gelistet, darunter Bielefeld, Witzenhausen bei Kassel und Freiburg. Seit einem Jahr gibt es auch Bonn im Wandel. Die AktivistInnen arbeiten an einer Regionalwährung, nachhaltiger Lebensmittelversorgung in Bonn, was sie zu Letzt mit dem Projekt Zukunftsgärten, dass Schulen mit biologischem regionalen Gemüse versorgen soll ein Stück weiter gebracht haben. Auf der Internetseite finden sich Anleitungen zum Gemüse anbauen auf engstem Raum. In der konkreten Planungsphase steht ebenfalls ein Projekt der solidarischen Landwirtschaft, wo Bonnerinnen und Bonner in direktem Austausch mit dem Biohof Gut Ostler eine Erzeuger-Verbraucher-Kooperation eingehen.

Organisatorische Hinweise zur Veranstaltung:

  • Datum und Uhrzeit: 27.02.2013, 19 Uhr
  • Ort: Hauptgebäude der Universität Bonn, Regina Pacis Weg (Hörsaal X, 1. Stock)
  • Unkostenbeitrag: 5 Euro als Richtwert (Abweichung entsprechend den persönlichen Möglichkeiten)
  • Das Transition-Gespräch findet auf Englisch statt und wird teilweise übersetzt.

 

Foto: Milpa Films - Filmverleih

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