14. März 2013.

In einer Pressemitteilung der Natur- und Umweltschutzgruppen NABU und BUND von Anfang März diesen Jahres beklagen sich die Naturschützer über die Vermischung des NABU-Projektes „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“ mit Planungen von Windenergieanlagen durch die Verbandsgemeinde Unkel.

Gemeint ist ein zur Zeit am Asberg startendes Projekt der NABU Rheinland-Pfalz das vom Bundesamt für Naturschutz gefördert wird. An selber Stelle plant die Verbandsgemeinde Unkel am Asberg einen Windpark.

Mitten in einem FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) gelegen, das im verbindlichen Gutachten der Staatlichen Vogelschutzwarte und dem Landesamt für Umwelt „Naturschutzfachlicher Rahmen zum Ausbau der Windenergienutzung in Rheinland-Pfalz“ als Ausschlussgebiet für Windenergie deklariert ist, sei der Windpark unzulässig, so die Naturschützer.

„Herr Bürgermeister Fehr hat das sehr hohe Konfliktpotenzial des Plangebietes leider noch nicht erkannt, hier ist die Genehmigung von Windenergieanlagen nicht möglich“, betont Harry Neumann vom BUND Rheinland-Pfalz. Herr Fehr reduziere das wertvolle Gebiet allein auf die streng geschützte „Gelbbauchunke“ und vermenge hier unzulässiger Weise seine Windenergieplanungen mit dem Naturschutzprojekt des NABU. „Dabei hat das eine mit dem anderen nichts zu tun“, stelt Olaf Strub vom NABU Landesverband Rheinland-Pfalz klar.

Auch die Vorstände der Naturschutzverbände im Kreis Neuwied sprechen sich einstimmig gegen Windenergieanlagen am Asberg aus – wie auch gegen die Errichtung von Windenergieanlagen in FFH Gebieten als Vorrangflächen für den Natur- und Artenschutz sowie in den Kernzonen des unzerschnittenen und unbelasteten Naturparkes Rhein-Westerwald. „Der Standort am Asberg hat ein sehr hohes Konfliktpotential für den Bau von Windenergieanlagen“ bekräftigt Lucia Preilowski für alle NABU-Gruppen im Kreis Neuwied. Dies liege unter anderem an den Vorkommen von Rotmilan, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Uhu und Kolkrabe. „Auch das Gutachten der Vogelschutzwarte im Auftrag des Umweltministeriums kommt ja zu diesem Ergebnis“ so Preilowski weiter. Die den Naturschutzverbänden vorliegenden avifaunistischen Untersuchungen wiesen zudem fachlich und methodisch gravierende Mängel auf, insbesondere im Falle des Schwarzstorches, so die Gruppen der Region. Untersuchungen zu Fledermäusen lägen überhaupt nicht vor, kumulative Auswirkungen z.B. zum Vogelzug fehlten völlig.

„Bislang sind die anerkannten Naturschutzverbände nicht an den Planungen des Windenergie- Standortes beteiligt worden. Die erwähnten und in der Presse zitierten Begehungen fanden alle im Rahmen des Artenschutzprojektes zur Gelbbauchunke und nicht im Rahmen der Errichtung von Windenergieanlagen statt“, stellten Olaf Strub und Harry Neumann für den NABU und BUND Rheinland-Pfalz nochmals deutlich heraus. Dass diese beiden völlig unabhängigen Vorgänge miteinander vermischt werden, scheint

offenbar System zu haben, meinen die Kritiker der Neuanlagen. So werden aktuelle Pressemeldungen über das NABU Gelbbauchunken Projekt ohne Abstimmung geändert und mit der Windkraftplanung in Verbindung gesetzt. „Soll Verwirrung gestiftet werden oder sind der Verbandsgemeinde Unkel die Gesetzesvorgaben und die Entwürfe des Windenergieerlasses nicht bekannt?“ fragen sich deswegen die Naturschützer.

„Die nachhaltige Sicherung der Gelbbauchunkenpopulation am Asberg kann langfristig nur durch regelmäßige Biotoppflegemaßnahmen gestützt werden. Diese Sicherung ist aber auch durch Naturschutzmittel und nicht nur durch die im Rahmen der Windkraftplanungen zu generierenden Mittel möglich“. Im Rahmen der „Gelbbauchunken-Projektgespräche“ wurde dies u.a. durch den NABU klar formuliert“, so Sybille Hennemann, Projektmitarbeiterin des NABU Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus fordern NABU und BUND nochmals, vorbelastete Gebiete wie Autobahnen, Gewerbegebiete oder Deponien auf ihr Potential zur Errichtung von Windenergieanlagen zu untersuchen.

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