Tieferlegung der Straßenbahn:

Rückschritt in die autogerechte Stadtplanung!

11. April 2013.

Die Bonner Umwelt- und Verkehrsverbände ADFC, BUB, BUND und VCD sind entsetzt über die starrköpfige Haltung der Verwaltung, an der Tieferlegung der Linien 61/62 vor dem Bahnhof festzuhalten.

Seit nunmehr 50 Jahren versucht eine autofixierte Fraktion in Politik und Verwaltung, die Straßenbahn vor dem Hauptbahnhof unter die Erde zu bringen. Millionen sollen für die Tieferlegung verbuddelt werden, die sinnvoller in den Ausbau des öffentliche Nahverkehrs und der Fahrrad-Infrastruktur investiert würden. Ungeachtet dessen halten die Verbände den Bau einer neuen Schienenverbindung in den Bonner Westen weiterhin für sinnvoll.

Die Tieferlegung brächte den Fahrgästen der Bahnen keine Vorteile. Die eingesparte Fahrzeit würde durch die zusätzlichen Wegen und Treppen zur unterirdischen Haltestelle wieder verloren gehen. Zwei oberirdische Haltestellen fielen weg, während unterirische auf eine schlechte Akzeptanz bei den Fahrgästen stoßen, wie der „Bonner-Loch-Effekt“ zeigt. Für Behinderte und Menschen mit Kinderwagen verschlechterte sich die Situation eklatant, Bahnfahren würde für sie meisten Fahrgäste unattraktiver.

Langfristig können die Verkehrsprobleme in der Innenstadt nur in den Griff bekommen werden, wenn der City-Ring für Autos am Bahnhof unterbrochen wird. Dadurch entsteht der notwendige Platz, um den ÖPNV sowie den Rad- und Fußgängerverkehr komfortabel abwickeln zu können. Vorschläge für eine umweltfreundliche und zukunftsweisende Umgestaltung des Bahnhofsbereichs haben die Bonner Umwelt- und Verkehrsverbände schon 2004 in ihrem Verkehrskonzept „Rundum Gut!“1 entwickelt.

Einige Ideen aus dem Konzept wurden von der Verwaltung bei der aktuellen Planung der Umgestaltung des Bahnhofsbereichs weiter entwickelt, so ist z.B. die Reduzierung des Autoverkehrs erklärte Absicht. Dennoch kritisieren die Verbände die fehlende Priorisierung des öffentlichen Nahverkehrs und Fahrradverkehrs. In erster Linie richtet sich diese Kritik gegen die unzureichende Führung des Fahrradverkehrs sowie den Bau neuer Parkhäuser, die wieder neuen Verkehr in die Innenstadt ziehen werden.

Foto: Joker

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