28. Mai 2013.

Am Freitagnachmittag (24.05.) gedachten das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel und die Kampagne für Saubere Kleidung der Opfer der Brände und Fabrikeinstürze in Bekleidungsfabriken in Bangladesch und Pakistan. Gleichzeitig forderten sie die verantwortlchen Unternehmen zum Handeln auf und äußerten ihren Protest gegenüber Metro/Galeria Kaufhof, welches bisher immer noch nicht das Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz unterzeichnet hat.

Vor Galeria Kaufhof in der Bonner Innenstadt zündeten die AktivistInnen Grablichter an und machten mit selbstgestalteten Bannern und Flugblättern auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam. PassantInnen konnten Botschaften auf ein aus Papier ausgeschnittenes T-Shirt schreiben. Im Kontakt mit den PassantInnen wurde deutlich wie sehr die Thematik inzwischen das Bewusstsein vieler erreicht hat. Viele zeigten sich betroffen über die Unglücke der vergangenen Monate und sind sich der miserablen Umstände unter denen die Kleidung produziert wird bewusst. Viele äusserten, sie seien gerne bereit einige Euros mehr für Kleidung zu zahlen, würden so faire Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen möglich gemacht. Jedoch ist auch die Resignation, das Gefühl als einzelner Konsument einflusslos zu sein, weit verbreitet. Dabei zeigen gerade die Entwicklungen der letzten Wochen, dass öffentlicher Druck viel bewegen kann.

Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt, jedoch nur ein erster, um ein Arbeiten in Sicherheit für die NäherInnen in Bangladesh zu ermöglichen. Nun kommt es auf die Umsetzung an. Aber mit dem Abkommen sind noch nicht die niedrigen Löhne, die viel zu vielen Überstunden und die Frauenerniedrigung abgeschafft. Es bleibt noch viel zu tun. Aber das Interesse für die Herkunft unserer Kleidung ist erwacht, die Nachfrage nach fair und sauber hergestellter Kleidung wächst. Und die Nachfrage, auch die „Nachfrage“ im sprichwörtlichen Sinn – kritische Fragen beim Kauf eines Kleidungsstückes an das Verkaufsperonal, nach Herkunft und Herstellungsbedingungen – ist die Kraft des Konsumierenden.

Foto: Gisela Burckhardt/ Vertreterin von FEMNET in der Kampagne für Saubere Kleidung

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