Tag des offenen Denkmals 2013

Ermekeilkaserne zivil

10. September 2013.

Die Ermekeil Initiative ist zufrieden mit dem Tag des offenen Denkmals 2013, obwohl das Wetter deutlich schlechter war, als im vorherigen Jahr. Dennoch haben deutlich mehr Leute die Führungen besucht. Über 650 Person wollten das Gelände sehen. Dabei zeigte sich der Wunsch nach Informationen bei vielen Besuchern in zweierlei Hinsicht: einerseits zur Geschichte der Ermekeilkaserne, andererseits zu ihrer Zukunkft.

Um die zahlreichen Fragen der Besucher zu beantworten, wurde zusaätzlich in „Haus 6“ der Ermekeilkaserne drei Ausstellung gezeigt. Die Interessenten konten sich dort die drei Gewinnerentwürfe des  DASL-Wettbewerbs aus dem vergagenen Jahr anschauen, sowie den Masterplan „Innere Stadt“ Bonn und die Ausstellung der Uni Wuppertal zum Thema „Nutzergetragene Stadt- und Projektentwicklung“ mit sechs (gelungen) Beispielen zur temporären Zwischennutzung.

… und weitere Denkmäler in Bonn

Atomschutzbunker aus der Zeit des Kalten Krieges, Stolpersteine zur Erinnerung an die Deportierungen und Morde durch das NS-Regime oder auch Bauten der Nachkriegsmoderne und ihr Renovierungsbedarf wie bei der Beethovenhalle: Am „Tag des offenen Denkmals“ 2013 standen die unbequemen und schwierigen Aspekte unserer Bau- und Kulturdenkmale im Mittelpunkt. Den seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit ausgerufenen Denkmaltag hat für Bonn erneut die studentische Kulturgruppe Werkstatt Baukultur Bonn vom Kunsthistorischen Institut der Uni Bonn im Auftrag der Stadt organisatorisch begleitet. Unterstützt wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine.

„Schönheit oder Wohlgefallen“ sind keine primären Kriterien für den Denkmalschutz“, so Martin Bredenbeck aus dem Organisationsteam. „Es geht besonders um die authentische Substanz und um den Zeugnis- und Erinnerungswert, den die Objekte für die Gegenwart haben.“ Auch das Streiten um und über Denkmale und ihre Bedeutung sei ein Wert, der in der demokratischen Öffentlichkeit nicht vernachlässigt werden sollte.

„Mit rund 5.800 Gästen hatte der Denkmaltag 2013, trotz des launischen Wetters, wieder so viel Zuspruch wie letztes Jahr“, freut sich Organisatorin Irene Lange: „Diese Resonanz hoffen wir auch in den nächsten Jahren zu erreichen. Danke an die Bonnerinnen und Bonner für ihr großes Interesse, das die Wertschätzung der Denkmale in der Öffentlichkeit widerspiegelt.“ Wobei die rund 650 Besucher der Ermeikeilinitiative noch nicht mitgezählt wurden.

Allen Beteiligten, den Organisatoren wie den Mitwirkenden an den einzelnen Denkmalen, ist es ein wichtiges Anliegen, auf die Bedeutung des Denkmalschutzes und auf die nötige Förderung der Denkmalpflege durch den Staat hinzuweisen. Angesichts der erfolgten und geplanten Kürzungen der Landesfördermittel für Denkmalpflege und Archäologie in NRW hat dies eine besondere Brisanz. Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Baustein für einen gelungenen Denkmalschutz, aber das Land NRW sollte sich seiner hoheitlichen Verantwortung der finanziellen Förderung nicht entledigen, da ist man sich bei den Mitwirkenden einig. Das Jahresthema 2013 hatte vor diesem Hintergrund eine unerwartete Aktualität.

Auch Rolf Beu (Vorsitzender des Bonner Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Denkmalschutz, B90/Die Grünen und Landtagsabgeordenter) zeigte sich  begeistert vom tollen Angebot am Tag des Denkmals in Bonn: „Es ist phantastisch zu sehen, dass trotz miserablen Wetters doch so viele Bonner Bürgerinnen und Bürger die Angebote zum Tag des Denkmals in Bonn angenommen haben und das Interesse an Baudenkmälern und an unserer Kulturgeschichte ungebrochen ist. Dieser wichtige jährliche Tag und das vorhandene Interesse an den Denkmälern zeigt mir, welch wichtige Bedeutung der Schutz unserer Denkmäler hat und wie wichtig es ist, zumindest einmal im Jahr den Zutritt zu den Denkmälern zu öffnen und über sie zu informieren.“

Der Tag des offenen Denkmals 2014 wird erneut am zweiten Sonntag im September, d.h. am 14. September stattfinden.

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Foto: Jennifer Zumbusch

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