11. September 2013.

Die Idee der Gemeinde Eitorf, in Lindscheid einen Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzung (GIB) im Regionalplan auszuweisen, ist nach wie vor fachlich nicht haltbar. Wesentliche Anforderungen an eine attraktive Industriefläche werden nicht erfüllt. Darauf weist der BUND anlässlich der aktuellen Beratungen in den Gemeindegremien in der kommenden Woche hin:

• Dem Gelände fehlt eine belastbare Erschließung. Die Bundesstraße B8 ist in Richtung NRW nicht mit weiteren Verkehren belastbar. Eine Ortsumgehung in Hennef-Uckerath ist nicht in Sicht. Sie brächte zudem für die Menschen im Ort unterm Strich auch keine Entlastung, sondern nur eine Umverteilung des Verkehrs.

• Eine zulässige und wirksame Niederschlagswasserableitung aus etlichen Hektar geplanter Dach- und Parkplatzflächen ist nicht zu leisten. Einleitungen in den Eipbach würden das Hochwasserrisiko für Eitorf deutlich erhöhen. Selbst Rückhaltebecken würden nichts daran ändern, dass der Eipbach hydraulisch keine zusätzlichen Wassermassen aufnehmen kann.

• Das Gelände ist wegen der Geländeneigung und des „unruhigen“ Gesamtzuschnitts zu teuer in der Erschließung, geeignete Erweiterungsflächen fehlen. Eine neue GIB-Fläche sollte – sofern überhaupt ein Bedarf besteht – ausschließlich an optimalen, also konfliktarmen, kostengünstigen Standorten mit direktem Bezug zu überregionalen Verkehrsknoten geplant werden. Kommunale Kirchturminteressen müssen zurückstehen.

• Das Gelände ist naturschutzfachlich zu wertvoll. Die betroffenen Flächen sind immer wieder Kranichrastplatz und regelmäßig Lebensraum für bedrohte Arten, z. B. für den Roten Milan und den Schwarzstorch. Das Gebiet ist als Landschaftsraum um das Krabachtal für dessen Schutz unverzichtbar.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt daher Überlegungen, die Lindscheid-Planung aufzugeben. „Es muss einmal ein Ende haben, überkommene Planungsmuster der Vergangenheit immer wieder anzuwenden und damit unermesslichen Schaden für das Allgemeinwohl anzurichten. Der Standort ist ungeeignet und teuer!“ fasst der BUND-Sprecher Achim Baumgartner die Situation zusammen.

Zukunft gehe anders!

Eitorf solle vielmehr seine bestehenden Gewerbeflächen optimieren, gewisse Ergänzungen durch Mischgebietsdarstellungen im Bestand ermöglichen und sich im Übrigen mit ganzer Kraft auf die Wertschöpfung im Bereich Tourismus und Erholung konzentrieren. Hier seien schließlich im Rahmen der Förderprogramme ILEK und Regionale 2010 viele Fördergelder geflossen. Diese öffentlichen Investitionen in den grünen Standort Eitorf dürfen nicht zerstört werden.

Schlagworte: , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter