Infostand auf dem Münsterplatz

40. Jahrestag des Militärputsches in Chile

12. September 2013.

Gestern, am 11. September, wiederholte sich der Jahrestag des Militärputsches in Chile zum 40. mal, durch den 1973 die Militärdiktatur Augusto Pinochets eingeläutet wurde. In den darauf folgenden 17 Jahren wurden 3000 Menschen getötet, zahlreiche weitere wurden verschleppt oder mussten ins Exil fliehen. Maßgeblich an der Planung des Putsches beteiligt war der ehemalige US-Außenminister und Sicherheitsberater Henry Kissinger. Das Protestbündnis gegen die Einrichtung einer „Henry-Kissinger-Professur“ nutzte den Jahrestag, um über seine Rolle in den Geschehnissen zu informieren.

Als Anschauungsmaterial organisierte man zahlreiche historische Plakate, zu denen unter anderem von Gert Eisenbürger (Redaktionsmitglied der Informationsstelle Lateinamerika, kurz „ILA“) auskunft gaben. So gab es etwa Plakate von chilenischen Gewerkschaften und kirchlichen Organisationen. Ein weiteres zeigte Victor Jara. Dieser wurde im Zuge des Militärputsches verhaftet und wenige Tage später erschossen. Wieder ein anderes Plakat zeigt den damaligen Vorsitzenden der kommunistischen Partei Chiles, Louis Corvalán. Er wurde nach dem Putsch Pinochets verhaftet. Bedingt durch eine internationale Solidaritätskampagne wurde er 1976 frei gelassen und konnte ausreisen, so Eisenbürger, der nach dem Infostand noch als Redner auf einer Demonstration vor der US-amerikanischen Botschaft in Düsseldorf auftrat.

Die Besucher des Infostandes zeigten geteilte Reaktionen. Vielen waren die Geschehnisse des 11. September 1973 nicht mehr im Gedächtnis oder hatten noch nie davon gehört. Andere wiederum zeigten sich um so positiver überrascht, dass die Erinnerung an den tragischen Tag nicht gänzlich vergessen wurde.

 


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Foto: Marvin Mendyka

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