"Bonn" macht's möglich

Krieg auf allen Weltmeeren

17. September 2013.

Am Freitag, den 13. September 2013, wurde der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ am Bontekai in Wilhelmshaven in Dienst gestellt. Unter den Teilnehmern der Zeremonie befanden sich neben der ein oder anderen Marinegröße auch Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimpsch, sowie seine Frau, die seinerzeit als Taufpatin des Schiffs diente.

Die „Bonn“ gehört mit einer Länge von 173,4 Metern zu den größten Schiffen der Deutschen Marine. Die mittlerweile 3 Einsatzgruppenversorger (Berlin, Frankfurt, Bonn) bestücken die Marine weltweit mit Betriebsstoffen, Verbrauchsgütern, Proviant, Sanitätsmaterial und Munition und können die militärische Bereitschaftszeit von Verbänden zur See mehr als Verdoppeln. Da scheinen die ca. 350 Mio EUR für das neue Schiff gut angelegt zusein.

Oberbürgermeisters Nimpsch sagte laut General Anzeiger im Rahmen der Zeremonie: „Wir sind stolz auf dieses Schiff.“ Es bleibt zu hoffen, dass er mit „wir“ nicht für Bonn sprach. Dass unter dem Namen „Bonn“ militärische Einsätze in aller Welt ermöglicht werden, erfüllt sicherlich bei weitem nicht alle Bonner mit stolz.

Gleichzeitig ist Nimpsch Mitglied im Bündnis „Mayors for Peace“. Wie das zusammenpasst, ist eine interessante Frage. Die Antwort versteckte der Bonner Oberbürgermeister möglicherweise in einer Aussage, die er im vergangenen Jahr bei der Jahresversammlung der Mayors for Peace in Bonn machte. „Bonn ist ein Ort, an dem Menschen mit Friedensvisionen gerne zusammenkommen“, proklamierte Nimpsch damals.

Ganz recht! Und wenn Käpt’n Nimpsch mal wieder mehr in der Stimmung für Einweihungen von Kriegsschiffen ist, dann geht er dafür extra nach Wilhelmshaven. Der bekannte Bonner Aktionskünstler Alfred Kerger hält die Worte des Oberbürgermeisters zur Inbetriebnahme des Einsatztruppenversorgers „Bonn“ für peinlich. „Mit Beethoven in den Krieg ? Das hatten wir schon einmal.“, so Kerger weiter.

Foto: Ein Dahmer (wikipedia)

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