18. September 2013.

Die Stadt Königswinter plant, erneut einen Teil des Siebengebirges aus dem Naturschutzgebiet zu entlassen. Nach dem Drachenfelsplateau soll nach den Plänen der Stadt Königswinter nun auch das Gelände des Lemmerz-Freibades aus der Naturschutzgebietsverordnung herausgenommen werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert den vollständigen Erhalt des Naturschutzgebietes Siebengebirge. Ein Durchlöchern des Schutzgebietes sei nicht akzeptabel. Die Bezirksregierung Köln als zuständige Verordnungsgeberin dürfe dem Bestreben der Stadt nicht nachgeben.

Der BUND hat deshalb auch Landesumweltminister Johannes Remmel angeschrieben und um Unterstützung für den Naturschutz geworben. Das Ministerium wird gebeten, den Plänen der Stadt Königswinter entschieden entgegenzutreten. Eine erneute Teilaufhebung untergrabe den Schutz des Siebengebirges, warnt der Sprecher des BUND Rhein-Sieg-Kreis, Achim Baumgartner.

Der BUND trage eine Modernisierung des Lemmerz-Freibades als Freizeiteinrichtung im Sommer mit, eine Ausweitung der Freizeitnutzung auf die Abendstunden unmittelbar neben dem Nachtigallental sei jedoch mit den Schutzzielen für das Siebengebirge klar unvereinbar. Das Siebengebirge sei eine wertvolle Naturoase und kein Standort für Wellnessinvestitionen und Remmidemmi.

Der BUND weist darauf hin, dass Nordrhein-Westfalen gehalten sei, das Siebengebirge als verbindlich ausgewiesenes, europäisches Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH) durch ein nationales Schutzinstrument zu sichern. Das sei durch den Naturschutzgebietsstatus erreicht worden. Er dürfe aber nicht im Nachgang für Teilflächen einfach wieder aufgehoben werden, zumal der FFH-Gebietsschutz auf den Flächen verbleibe. Diesen Flächen würde sonst das nationale Umsetzungsinstrument für den Schutz fehlen. Es sei Aufgabe des Umweltministeriums in Düsseldorf, für den europarechtlich garantierten Naturschutz im Siebengebirge Sorge zu tragen. Der BUND appelliere auch an die Stadt Königswinter, die am Naturschutzgroßprojekt chance7 mitwirkt. Der Anspruch des Großprojektes als seriöses Naturschutzvorhaben der Bundesrepublik Deutschland sei aufrechtzuerhalten, Königswinter solle sich entsprechend vorbildhaft verhalten und das Projekt nicht untergraben. Die Stadt Königswinter betreibe eine klare Nutzungspolitik zu Lasten der Natur des Siebengebirges, erklärt Baumgartner. Sie missachte mit ihren Baugebieten direkt am Rande des FFH-Gebietes die Schutzwürdigkeit der angrenzenden Flächen, durchlöchere die NSG-Kulisse und betreibe mit der Reaktivierung des Eselsweges eine für den Naturschutz schädliche Politik zu Gunsten eines unsensiblen Strohhut-Tourismus.

Foto: Joker

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