BICC:

Globaler Militarisierungsindex 2013

7. November 2013.

Der Globale Militarisierungsindex (GMI) 2013 weist nach, dass der Nahe und Mittlere Osten weiterhin die am höchsten militarisierte Region der Welt ist. Die Experten des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) verweisen darüber hinaus auf die starken Tendenzen zu regionaler Aufrüstung auch in Fernost.

Zu den Top 10 des GMI gehören mit Israel, Syrien, Jordanien und Kuwait vier Länder des Nahen und Mittleren Ostens. Dies spiegelt die hohe Militarisierung dieser konfliktreichen Region wider. Hinzu kommt, dass mit Ausnahme Katars auch alle anderen Staaten dort immerhin unter den Top 40 rangieren. „Diese hohe Militarisierung trägt zusammen mit der allgemeinen Aufrüstung durch Rüstungsimporte aus aller Welt zur weiteren Destabilisierung der Region bei und kann dazu führen, dass sowohl innere als auch äußere Konflikte, wie beispielsweise in Syrien, gewaltsam ausgetragen werden“, kommentiert Jan Grebe, Forscher am BICC, die Ergebnisse des GMI.

In den TOP 10 behaupten aber auch einige europäische Staaten wie Russland und Zypern ihre Positionen. Zyperns Stammplatz in der Spitzengruppe geht vor allem auf den seit Jahrzehnten ungelösten Konflikt zwischen der griechischen und der türkischen Bevölkerungsgruppe auf der Insel zurück. Während Aserbaidschan schon in den Vorjahren hoch platziert war, ist Armenien dieses Jahr neu hinzugekommen. (Seit 2013 werden für Armenien auch Reservisten erfasst, weshalb das Land im Vergleich zu zurückliegenden Jahren deutlicher höher platziert ist.) Der forcierte Aufbau militärischer Kapazitäten im Kaukasus steht im Zeichen einer hitzigen diplomatischen Rhetorik zwischen beiden Ländern. So besteht die Gefahr eines militärischen Wiederaufflackerns des langjährigen Konflikts um Nagorny Karabach.

Mit Singapur und Südkorea gehören auch zwei asiatische Staaten zu den zehn höchst militarisierten Ländern der Welt. Die Platzierung des kleinsten Staates Asiens, Singapur, ist der Spezifik seiner Sicherheitsstrategie der „Total Defence“ zuzuschreiben. Südkoreas Militarisierung hingegen steht im Zusammenhang mit dem Bedrohungsszenario durch Nordkorea, über dessen vermutlich extrem hohen Militarisierungsgrad keine verlässlichen Daten vorliegen.

Das Bonner BICC befasst sich als unabhängige, gemeinnützige Organisation mit globalen Themen der Friedens- und Konfliktforschung, in deren Zentrum Konversionsstudien stehen. Es wurde 1994 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) als gemeinnützige GmbH gegründet und wird seitdem vom Land gefördert. Der Global “Go-To Think Tanks”-Report der University of Pennsylvania  2012 zählt das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) in zwei Kategorien zu den führenden Think Tanks weltweit.

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