Zum Martinstag gab es...

Dippedotz

11. November 2013.

Dippedotz, Döppekooche oder Dibbelabbes- in fast jedem Dorf heißt es anders. Dabei handelt es sich um eine rheinische Spezialität, einem Topfkuchen aus Kartoffeln.

Dieses Arme-Leute Essen gab es im Rheinland stets zum Martinstag bei den Menschen, die sich die Martinsgans nicht leisten konnten.

Das Martinsfest feiert am 11. November den edlen Ritter Martin von Tours, der beim Anblick eines frierenden Bettlers großmütig seinen Mantel teilt und dem Bettler gibt.

Tatsächlich feiern nicht alle diesen Tag nur des Heiligen wegen. Im Mittelalter wurde am Martinstag auch der Zehnten, eine Art Steuer, fällig. Diese wurde meist in Naturalien gezahlt- auch in Form von Gänsen.

Grotesker Weise blieb vielen Bauern auf den kargen Böden zwischen Eifel und Westerwald nach dem Durchzug des Steuereintreibers weder eine Martinsgans noch Geld für das Festessen. Der Dippedotz musste als Ersatz herhalten. Und das am Tag des Martin von Tours, der sogar seinen Mantel „umverteilte“…

Auch wenn diese grausamen Zeiten längst der Vergangenheit angehören und der Autor jegliche Parallelen zur heutigen Zeit als absolut unbeabsichtigt weit von sich weist, so sei ein Rezept für Dippedotz doch verraten.

1,5 Kg Kartoffeln

3-4 Zwiebeln

2 Brötchen

3 Eier

Öl, Thymian, Oregano

Butter

Die Kartoffeln reiben und etwa zehn Minuten stehen lassen, damit die Flüssigkeit abtropfen kann. Dann die Zwiebeln dazu reiben, in Milch eingeweichte Brötchen, Eier, vier bis fünf Esslöffel Öl und je eine kleine Menge zerriebene Kräuter dazu geben. Evtl. salzen.

In einem Schmortopf oder Bräter zwei bis drei Esslöffel Öl erhitzen, mit den Zutaten füllen und im vorgeheiztem Backofen auf unterster Schiene bei 220°C etwa 1,5 Stunden garen. Nach einer Stunde mit Butterflocken für die Kruste belegen. Mittags isst man dieses Gericht mir schwarzem Kaffee und Apfelmus. Abends darfs auch ein Schnaps sein, heißt es im rheinischen Brauch.

Foto: Moritz Neubert / JOKER

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