Klimagipfel in Warschau

„Die Zeit drängt!“

22. November 2013.

Heute endet der 19. UN-Weltklimagipfel in Polen. Zu den dringend notwendigen Schritten zur Eindämmung des Klimawandels kam es jedoch nicht. Dazu fehle es schlicht und einfach am politischen Willen der entscheidenden Akteure. Kein Wunder, dass der Klimagipfel weitgehend einstimmig in den Medien als „Farce“, „Zirkus“ oder gar „Lobbygipfel“ abgestempelt wird.

Ein Novum gab es jedoch bereits Gestern, dem vorletzten Verhandlungstag. Demonstrativ beendeten die Vertreter zahlreicher großer Umweltorganisationen – darunter Greenpeace, BUND, Nabu, Oxfam und WWF – ihre Teilnahme und setzten damit ein starkes Zeichen.

Die Vertreter der Umweltorganisationen ließen es diesbezüglich auch nicht an den passenden Worten fehlen. „Die fossile Industrie hat die Klimakonferenz in Warschau okkupiert und macht es damit unmöglich, im Klimaschutz voranzukommen“, meint daui BUND-Chef Hubert Weiger. Kritisiert wurde ebenso die Rolle Polens, das nach Einschätzung Denise Logas (WWF) „in der Rolle des Gastgebers versagt“ habe und sich von den Interessen der Kohleindustrie vereinnahmen ließe.

Im Hinblick auf die derzeitige Regierungsbildung in Deutschland äußerte die Bonner Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel: „Die Zeit drängt, wenn der Anstieg der Durchschnittstemperatur auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad begrenzt werden soll. Mit einer gelungenen Energiewende kann Deutschland weltweit eine Vorreiterrolle in der Klimaschutzpolitik spielen. Wir warten daher dringend auf ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Berlin und eine eindeutige Positionierung der neuen Bundesregierung zum Klimaschutzgesetz.“

Kappel, die ebenfalls zum Klimagipfel nach Warschau reiste, stellte dort die Bonner Vorhaben zur Ökomobilität vor. Am Rande der Klimakonferenz traf sich auch ICLEI (International Council for Local Environmental Initiatives) – ein Verband aus über 1.000 Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich für den Umweltschutz einsetzen. Darunter zu finden ist auch die Stadt Bonn.

Foto: Walter G. Allgoewer/JOKER

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