Radschnellweg Bornheim – Siegburg:

Planung ohne Querschnittswissen

6. Dezember 2013.

Der BUND unterstützt sinnvolle Radschnellverbindungen (RSV). Der Aufbau solcher Verbindungen gelingt allerdings nur, wenn Trassen gefunden werden, die gleichermaßen verkehrspolitisch sinnvoll als auch realistisch umsetzbar sind. Die nach dem Ausscheiden von Sankt Augustin aus dem Gesamtkonzept entwickelten Alternativ-routen erfüllen beide Anforderungen nicht. Es ist daher richtig, dass die Jury im Auswahl-verfahren des Landesverkehrsministeriums das Konzept des Kreises nicht für eine Förderung vorgeschlagen hat.

Die inzwischen vom Kreis gewählte Vorzugsstrecke (RSV-A) entlang des Siegdeiches in Troisdorf sowie die Strecke entlang der BAB 59 (RSV-D) wären beide im Genehmigungs-verfahren an entgegenstehenden Natur- und Artenschutzvorgaben gescheitert. Ein breites, nachts beleuchtetes Asphaltband entlang des Siegdeiches unmittelbar am Fauna-Flora-Habitat-Gebiet der Sieg ist ebenso naturschutzrechtlich undenkbar wie ein Radschnellweg an der BAB 59, der mitten durch die großflächigen artenschutzrechtlichen Kompensationsflächen der Deutschen Bahn für die S 13 hindurch führen würde.

Es ist notwendig, Trassenplanungen wie für den Radschnellweg im Vorfeld so fachkundig und qualifiziert aufzubauen, dass sie in der Substanz überzeugen können! Dazu muss das verfügbare Wissen um die bestehenden Vorgaben, Pläne und Projekte auch aus dem Naturschutz mit eingebunden werden. Diese Aufgabe hat der Rhein-Sieg-Kreis nicht erfüllt. Nur wenn entgegenstehende Belange rechtzeitig erkannt und berücksichtigt werden, entstehen sinnvolle Konzepte. Eine Planung, die nur als Spartenplanung z. B. der Verkehrsplaner entwickelt wird, kann nicht funktionieren. Gute Pläne sind daher „querschnittsorientiert“, berücksichtigen und befördern somit eine Vielzahl von Belangen frühzeitig. Der BUND fordert daher, die bestehenden Radschnellwegepläne grundlegend und in einem gemeinsamen Dialog zu überarbeiten, um tatsächlich umsetzbare und damit in einem Auswahlverfahren überzeugende Streckenvorschläge zu entwickeln. Insofern kann ein überzeugender Radschnellweg auch ohne die Beteiligung der Stadt Sankt Augustin nicht gelingen.

Foto: Erich Häfele / JOKER

Schlagworte: , , ,

Artikel zum gleichen Thema

Zum Artikelarchiv ...

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel:

Artikel RSS
Kommentare RSS
rhein:raum Twitter