21. Januar 2014.

“Bonn muss sparen, keine Frage, doch bitte nicht am falschen Ende”, meint Werner Böttcher, Sprecher der Verkehrsplanungsgruppe des ADFC Bonn/Rhein-Sieg. “Dabei geht es nicht um den zwar wohlklingenden, letzten Endes aber selbstverliehenen Titel «Fahrradhauptstadt«, sondern um die notwendige Verbesserung der Infrastruktur für den Fahrradverkehr. Insofern stellt sich die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen im Gegensatz zur Auffassung des Stadtkämmerers Ludger Sander aus ADFC-Sicht sehr wohl als unaufschiebbar dar.”

Investitionen in bessere Radwege, Ausbau des Fahrradstraßennetzes, sichere Abstellplätze, Fahrradmietsystem und ähnliche Maßnahmen sind nicht nur Investitionen in eine lebens- und liebenswerte Stadt, die zwar wünschenswert sind, aber auch verzichtbar wären. “Sie sind unaufschiebbar, will Bonn beispielsweise selbstgesteckte Umweltziele wie die Feinstaubverringerung erreichen”, so Böttcher. “Sie sind unaufschiebbar, will man den sich abzeichnenden Verkehrskollaps, wenn schon nicht verhindern, so doch zumindest seine Auswirkungen verringern. Sie sind unverzichtbar, will man mehr Bürger zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen, was mittel- und langfristig auch die städtische Haushaltskasse entlastet. Sie sind unverzichtbar, will man Bonn attraktiver für den Nah- und Kurztourismus machen.”

Der ADFC Bonn/Rhein Sieg fordert Verwaltung und politisch Verantwortliche der Stadt Bonn auf, die vom Rat bereits beschlossenen Maßnahmen – gebündelt im Projekt „Fahrradhauptstadt 2020“ – zügig umzusetzen. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch fordert der ADFC auf, sein politisches Gewicht für dieses Projekt in die Waagschale zu werfen und als Schirmherr der am 16. März in Bonn stattfindenden ADFC RadReisemesse, über die allgemeinen Messe-Grußworte hinaus, eindeutiges Engagement gegenüber dem Bonner Radverkehr zu zeigen, und zu dessen Förderung notwendige Maßnahmen sichtbar zu unterstützen.

Foto: Erich Häfele / JOKER

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