22. Januar 2014.

Am 23.Januar findet im Kölner Dom wieder der Internationale Soldatengottesdienst statt. Der Vorstand von Pax Christi in der Diözese Köln, wozu auch die Bonner Pax Christi Gruppe gehört,  sieht in diesem Gottesdienst in seiner öffentlichen Wahrnehmung – trotz möglicherweise anderer damit verbundener Absichten – eine einseitige Würdigung militärischer Konfliktbearbeitung. Pax Christi setzt dem ein Friedensverständnis entgegen, das gewaltfreien Konfliktlösungen und zivilgesellschaftlichem Engagement entschiedenen Vorrang gibt, um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Das knüpft an das Motto des diesjährigen Weltfriedenstags an, bei dem Papst Franziskus zu einer Kultur der Geschwisterlichkeit und damit der Überwindung der von ihm beklagten Globalisierung der Gleichgültigkeit einlädt.

Die so genannten neuen Kriege sind traurige Beispiele für die Illusion, mit militärischen Mitteln Frieden bringen zu können. Haben sie nicht letztlich den Terrorismus gestärkt statt ihn zu überwinden? Was hätte mit all den menschlichen und materiellen Ressourcen zur Überwindung des Hungers in der Welt, zum Schutz für Flüchtlinge, zum gewaltfreien Einsatz für Menschenrechte, zur zivilen Konfliktregelung getan werden können? Wie könnte die Welt aussehen, wenn von Europa aus keine Waffen geliefert und keine Diktaturen gestützt würden? Welch starker Beitrag zum Frieden wäre eine klare Orientierung der Wirtschaft an der Würde aller Menschen – auch der Leiharbeiter hier und der Textilarbeiter in China, Kambodscha, Bangladesch und anderswo.

Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bedingen einander und müssen für uns die Richtschnur unseres Denkens und Handelns sein.

Der jährliche Soldatengottesdienst im Kölner Dom wertet einseitig das Militärische auf. Dies hat für uns vor der christlichen Friedensbotschaft keinen Bestand. Uns schmerzt die öffentliche Wirkung von Militärfahrzeugen und mehr als tausend uniformierten Soldaten vor und im Dom. Dies verdunkelt das vielfältige gewaltfreie Friedensengagement der Kirche.

Wir wünschen uns vielmehr die dringend nötige geistige und auch materielle Aufwertung nichtmilitärischer Friedens-, Gerechtigkeits- und Menschenrechtsarbeit. Es wäre dann ein starkes und ermutigendes Zeichen nach innen und außen, in Zukunft in Gemeinschaft mit vielen Friedens- und Menschenrechtsgruppen im Kölner Dom einen Weltfriedensgottesdienst zu feiern!

Foto: Walter G. Allgoewer / JOKER

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