11. Februar 2014.

Jedes Jahr sterben in Europa schätzungsweise rund 80 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasscheiben oder spiegelnden Fassaden. In Bonn sollen demnächst einige große freistehende Glaswände entstehen: an den „Drei Höfen“ in der Gronau, am August-Macke-Haus, an der Reuterbrücke und auf dem Bonn-Visio-Gelände in Oberkassel. Die Kreisgruppe des BUND Bonn (Bund für Umwelt und Naturschutz) setzt sich vehement dafür ein, dass diese und zukünftige Bauvorhaben „vogelfreundlich“ gestaltet werden. Zusammen mit dem NABU Bonn (Naturschutzbund) hat der BUND deshalb einen Bürgerantrag gestellt und ruft alle Bonner Bürgerinnen und Bürger auf, diesen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen (mehr Informationen unter www.bonn.bund.net).

Bürotürme, Lärmschutzwände, Wartehäuschen – große Glasscheiben oder spiegelnde Fassadenflächen sind für Vögel eine tödliche Gefahr. Glas ist für Vogelaugen unsichtbar, bei reflektierenden Materialien spiegelt sich die Umgebung in den Scheiben – Vögel nehmen diese Flächen nicht als Hindernis war. Hinzu kommt: Bei hohen Gebäuden wie dem Posttower in Bonn steigt die Anzahl der Kollisionen in der Nacht, wenn das helle Licht den Orientierungssinn der Vögel stört.

Die beliebten Greifvogelsilhouetten haben sich als nahezu wirkungslos erwiesen. Vögel erkennen die schwarzen Folien nicht als Feind und fliegen einfach daneben gegen die Scheibe. Besser sind mattierte oder geriffelte Scheiben. Streifen- oder Punktmuster verhindern ebenfalls Kollisionen. Hier müssen allerdings Größe und Abstand stimmen, da Vögel auch durch kleine Öffnungen wie beispielsweise durch dichte Sträucher fliegen.

Der gemeinsame Bürgerantrag von BUND und NABU fordert bauliche Auflagen für reflektierende und gläserne Fassaden- und Dachflächen sowie für großflächige Fenster. Durch Einteilungen mit gefrästen oder geklebten Streifen, durch Streifenmuster oder mattierte Scheiben können Kollisionen wirksam verhindert werden. Diese vogelfreundlichen Alternativen sollen außerdem in die Bonner Gestaltungssatzung aufgenommen werden.

Foto: Joker

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