16. Mai 2014.

Wohl als Reaktion auf die angekündigten Proteste gegen die auf dem Friedensplatz geplante Wahlkampfkundgebung der rechtsradikalen Partei verschleiert „Pro NRW“ inzwischen den genauen Zeitpunkt. In der Liste ihrer Kundgebungen und „Lichterketten gegen Asylmissbrauch und Überfremdung“ wird weiterhin 13 Uhr genannt. In einer neueren Nachricht heißt es jetzt „mittags“, der Folgetermin sei „gegen 15 Uhr“ in Leverkusen (ursprünglich 16 Uhr).

Es gebe sichere Hinweise auf einen viel früheren Beginn, teilt das Protestbündnis „Bonn stellt sich quer“ mit. „Die Rassisten werden den Friedensplatz bereits von 10 bis 12 Uhr heimsuchen, um ihre Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime zu verbreiten und sich vor unserer Gegenkundgebung für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt wieder verdrücken“, erklärt Bündnissprecher Mani Stenner.

Schon das sei ein Erfolg der demokratischen Protestbewegung gegen volksverhetzende Parolen im Kommunal- und Europa-Wahlkampf. U.a. in Köln seien Kundgebungen wegen der Proteste und wohl auch schwacher Personaldecke der „Pro“-Partei auch ganz abgesagt worden. Die Splitterpartei dürfe jedoch keinesfalls verharmlost oder ignoriert werden. „Sie verbreiten Hassparolen gegen Flüchtlinge und Muslime und säen Gewalt. Dagegen hilft nur entschiedener Widerspruch und offensives Eintreten für eine solidarische bunte Gesellschaft. Deshalb keinen Platz und keine Stimme für Rassisten“, fordert das Bündnis.

Bereits am Donnerstag hatten am Klufterplatz in Friesdorf auf Initiative der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin etwa 60 Menschen lautstark gegen eine Wahlkampfkundgebung von „Pro Bonn“ protestiert, darunter viele Anwohner sowie Angehörige von SPD, CDU, Grünen und der Linken. „Die Bonner Bürgerschaft ist hellwach und aktiv gegen die dumpfen Parolen“, kommentiert das Bündnis.

„Bonn stellt sich quer“ ruft jetzt dazu auf, am Samstag bereits kurz vor 10 Uhr zum Friedensplatz zu kommen und sich den Rechtsradikalen lautstark entgegenzustellen. „Früh um 10 Uhr werden die Rassisten mit ihrer Hetze auf dem Friedensplatz nur wenige einkaufende Menschen oder Gäste der Außengastronomie auf dem Friedensplatz antreffen. Für lautstarken Widerspruch sorgen wir aber zu jeder Zeit“, erklärt Co-Sprecherin Susanne Rohde.

Die angekündigte Kundgebung von „Bonn stellt sich quer“ um 12 Uhr im oberen Teil des Friedensplatzes unter dem Motto „Keinen Platz, keine Stimme für Rassisten – Für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt“ wird jetzt als Abschluss der Protestaktionen geplant. Teilnehmen werden u.a. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Bonns Integrationsbeauftragte Coletta Manemann. Der Kölner Journalist Pascal Beucker informiert über die rassistischen Ziele und rechtsradikalen Verbindungen von „Pro NRW“. Die antifaschistische Jugendorganisation Adelante schildert das Engagement vieler Jugendlicher gegen Rechts und Benjamin Etzold vom neu gegründeten Bonner Solidaritätsnetzwerk für Flüchtlinge „weltoffen“ formuliert die Anforderungen für eine humane europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik.

 

Foto: Warten auf die Kundgebung, Foto: (c) Friedenskooperative

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