Ausstellungseröffnung im Stadthaus Bonn

Bertha von Suttner – Ein Leben für den Frieden

27. Juni 2014.

Vergangenen Dienstag, am 24. Juni, wurde im Foyer des Stadthauses die Ausstellung „Bertha von Suttner – Ein Leben für den Frieden“ eröffnet. Anlässlich des hundertsten Todestages der Friedensaktivistin zeigt das in Bonn ansässige Frauennetzwerk für Frieden eine Reihe von Veranstaltungen, die das Leben und Werk einer außergewöhnlichen Zeitgenossin und ihr Wirken bis heute thematisieren. Die bis Ende August zu den Öffnungszeiten des Stadthauses zugängliche Ausstellung ist als Bilderbogen konzipiert, der mit kurzen, prägnanten Texten in deutscher und englischer Sprache aufbereitet ist. Besucherinnen und Besucher bekommen hier einen anschaulichen Eindruck von den wichtigsten Stationen aus dem Leben der ersten Friedensnobelpreisträgerin.

Im Dienste des Friedens war die 1843 in Prag geborene Bertha von Suttner als Journalistin und Schriftstellerin tätig. Ihr 1889 veröffentlichter Roman „Die Waffen nieder!“ erlangte internationale Bekanntheit und wurde bis heute in insgesamt 16 Sprachen übersetzt. Sie ist Mitbegründerin der Österreichischen und der Deutschen Friedensgesellschaft und bewegte Alfred Nobel dazu, einen Teil seines Vermögens zur Schaffung von Frieden einzusetzen. In ihrer Eröffnungsrede beschreibt Heide Schütz, Vorsitzende des Frauennetzwerks für Frieden, Bertha von Suttner darüber hinaus als Realpolitikerin, die sich bewusst war, dass sie vor allem die Mächtigen ihrer Zeit zum Umdenken bringen musste. Dass Zar Nikolaus II. 1899 und 1907 die Haager Friedenskonferenzen einberief, geht in weiten Teilen auf den Einfluss und die Initiative Bertha von Suttners zurück.

Gabriele Klingmüller, gerade neugewählt 2. Stellv. Bürgermeisterin der Stadt Bonn, unterstreicht in ihrer Ansprache die Aktualität des Themas mit den Zahlen des jüngsten Uno-Flüchtlingsberichtes. Angesichts des Krieges in Syrien, des Irak-Konfliktes und anderer Krisenherde hat die Zahl der Flüchtlinge mit über 50 Millionen heute ihren weltweit höchsten Stand seit dem zweiten Weltkrieg erreicht. Hundert Jahre nach dem Tod der engagierten Pazifistin in Wien (21. Juni 1914) ist die Auseinandersetzung mit Fragen der Friedensschaffung und Friedenssicherung im internationalen Diskurs wieder – oder noch immer – zentral.

„Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden,“ zitiert Marcus Brien vom Studentenensemble S.U.B.-Kultur Bonn die Schriftstellerin. Bertha von Suttner war davon überzeugt, dass der Mensch vernunftbegabt ist und irgendwann einsehen muss, dass Krieg nicht die Triebfeder unserer Geschichte, sondern nur destruktive Zerstörung ist. Wie schwerfällig sich eine Gesellschaft jedoch aus festen Mustern herausbewegt, deuten die Schauspielerinnen der Gruppe S.U.B.-Kultur in einer Szene aus ihrem Stück „SPLITTER-FRAGMENTE – Der Erste Weltkrieg“ an, das am 18., 19. und 20. Juli in Bonn aufgeführt werden soll. Zwischen Bertha von Suttners Zeit und heute haben tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen stattgefunden. Durch ihre Augen betrachtet sind wir jedoch noch lange nicht am Ziel.

Foto: S.Taraz / FNF

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