25. August 2014.

Sehr geehrter Herr Rektor Professor Dr. Fohrmann, sehr geehrte Magnifizenz,

es war eine schlimme Neuigkeit zu erfahren, dass Sie keine zweite Amtszeit an der Universität Bonn anstreben. Sie waren einer der engagiertesten Rektoren, die die Universität miterleben durfte. Dank Ihnen hat sich eine stetige Angst unter den Studenten verbreitet, was wohl ihr nächster Schritt sein wird. Sogar ich habe davon Wind bekommen, wie sie Ihre waghalsigen aber mutigen Pläne versuchten in die Tat umzusetzen. Ich bin der Auffassung, dass Sie genau richtig verfahren sind.

Allein durch Ihren kühnen Versuch das Collegium Musicum an der Uni zum Erliegen zu bringen, haben Sie schon meine Hochachtung verdient! Eine Universität braucht keine singenden oder musizierenden Studenten.

Die „schönen Künste“ verursachen nur unnötige Kosten. In der Henry Kissinger-Professur dagegen ist dieses Geld viel besser angelegt. Vielleicht werden die Studenten durch diese Professur beflügelt eines Tages auch eine Karriere wie dieser ehemalige Außenminister der U.S.A. anstreben. Ich habe Henry persönlich kennengelernt und er ist so ein charmanter, traditionsbewusster alter Mann. Er sagte mir einmal: „ Das Schöne an der politischen Arbeit ist, dass es dort noch echte Feinde gibt.“ Ich fühlte mich dadurch sehr geschmeichelt. Für eine Bundesministerin der Verteidigung ist dieser Mann eine wahre Inspiration!

Da der Zeitgeist die Grenzen zwischen dem Militär und dem Bildungssektor immer mehr verschwimmen lässt, möchte ich Ihnen hier noch den Vorschlag unterbreiten jedes Jahr „Fohrmann-Stipendien“ zu vergeben. Diese vom Bundesministerium finanzierten Stipendien sollen dazu beitragen die Bundeswehr enger mit den Hochschulen zu vernetzen. Ich habe einen Traum, dass wir so vielen Absolventen wie möglich einen Arbeitsplatz bei der Bundeswehr oder in der Rüstungsindustrie ermöglichen. Staatsbürger in Uniform, statt nackter Studentenprotest. An diesem Ziel sollten wir gemeinsam arbeiten.

Ich freue mich auf eine baldige Antwort.

In Hochachtung und Bewunderung,

 

Ursula von der Leyen

Bundesministerin der Verteidigung

 

Foto: Marcus Gloger / JOKER

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