Eine würdige Vertretung für eine strittige Professur?

Ein herzliches Willkommen an Herrn Bindenagel

2. Oktober 2014.

Sehr geehrter Herr Bindenagel,

wir möchten sie herzlich als ersten Vertreter der Henry-Kissinger-Professur in Bonn willkommen heißen. Wir sind hocherfreut über die Besetzung der Stiftungsprofessur mit einem ehemaligen amerikanischen Diplomaten, der sogar von 1996-1997 als US-Botschafter in Deutschland tätig war. Aus Ihrem Résumé lässt sich schließen, dass sie die deutsch-amerikanischen Beziehungen über Jahre hinweg begleitet haben, sei es während der Nachbeben des Mauerfalls oder der deutschen Wiedervereinigung. Wir sind erfreut zu hören, dass sie diese Professur wahrnehmen möchten. Lassen Sie sich nicht durch Artikel des Sterns oder anderer Zeitungen beirren. Dort wird es nicht gut geheißen, dass sie formal keine Qualifikationen haben, sie seien weder „promoviert, noch habilitiert“.

In Betracht ihrer bisherigen 30 Jahre langen diplomatischen Arbeit in den Vereinigten Staaten, ist es jedoch durchaus wichtig zu erwähnen, dass eine Besetzung solcher Ämter dort durchaus üblich ist. Da Sie selbst Vizepräsident der Universität in Chicago waren, kann man davon ausgehen, dass Sie dort schon praktische Erfahrungen gesammelt haben. Die Universität Bonn wagt einen mutigen Schritt Richtung Westen, auch wenn die Verantwortlichen unter der Leitung von Professor Dr. Stefan Talmon dafür durchaus Kritik einstecken müssen.

Jedoch zeichnen sie sich durch Erfahrungen bezüglich internationaler Beziehungen aus, die sie durchaus vermitteln können. Die Verantwortlichen sind davon überzeugt, dass sie diese Professur „für Governance und internationale Sicherheit“ bestens vertreten

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werden. Aus persönlichen Erfahrungen gezogene Erkenntnisse wie zum Beispiel ihre Bemühungen den Handel von „Blutdiamanten“ zu stoppen werden dabei ohne Frage in ihre Forschung mit einfließen.

Bei Ihrem Antritt sollten Sie jedoch nicht vergessen, dass laut Stern „Studenten und Teile der Fakultät seit dem Bekanntwerden im Mai 2013 Sturm laufen. Die Fronten sind verhärtet, das Klima vergiftet.“ Sie werden mit einigen Diskussionen um ihr Amt konfrontiert werden, insbesondere wenn es zur Namensgebung der Professur kommt. Henry Kissinger war nicht nur als erfolgreicher Außenpolitiker und Friedens-Nobelpreisträger, sondern auch als unerbittlicher Realpolitiker bekannt geworden. Seine Auslegung von Realpolitik beinhaltet auch die Bombardements von Nordvietnam. Dadurch kam es zu einer Bildung von zwei Seiten: entweder man hielt zu oder war gegen die Initiativen Kissingers.

Ein anderes wichtiges Problem, dass mit der Eröffnung einer solchen Professur einhergeht ist die Verbindung des Ministeriums der Verteidigung zu deutschen Universitäten. Diese Professur ist die erste, die das Verteidigungsministerium an einer Universität außerhalb einer Bundeswehruniversität finanziert. Dieser Eingriff wird von vielen als versuchte Einflussnahme auf das Universitätsgeschehen gesehen. Es hagelte Vorwürfe, dass die Bundeswehruniversitäten übergangen worden seien.

Sie werden also mit allerlei Konflikten zu kämpfen haben. Wir hoffen dennoch, dass Sie der Streitigkeit um die Professur erhaben entgegnen können. Wir freuen uns schon darauf Sie persönlich in Augenschein zu nehmen und uns ein Urteil darüber zu bilden, wieso die Wahl auf Sie getroffen wurde. Wir wünschen Ihnen bei ihren Anfängen an der Uni Bonn viel Erfolg und vor allem Durchhaltevermögen!

Die IALANA hat hier eine kritische Stellungsnahme zur Kissinger-Profssur veröffentlicht.

Foto: Zita Hüsing

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