2. Dezember 2014.

Am 8.12.2014 wird das Musikkorps der Bundeswehr in der Evangelischen Kreuzkirche Bonn ein Konzert geben. Die DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg meint, die Bundeswehr hat in Kirchen nichts zu suchen, ob als Musikkorps oder bei so genannten Soldaten-Gottesdiensten bzw. Soldatenmessen. Deswegen protestiert die DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg am 8.12.2014 um 18.30 Uhr, Ecke Kaiserplatz/Am Neutor, gegen die unheiligen Allianz von Kirche und Militär.

Bisher unterstützen die amtlichen Kirchen den Soldatenberuf. Obwohl sie jetzt die Lehre vom „Gerechten Frieden“ vertreten, sprechen sie sich eigentlich immer noch, mit ihrer zwiespältigen, verklausulierten Sprache für „gerechte Kriege“ (Bellum-iustum-Lehre) aus.

Dennoch werden die Friedensfraktionen innerhalb der Kirchen langsam aber stetig immer stärker und widersprechen den offiziellen Positionen der Kirche. Es findet eine immer größere Entfremdung zwischen der offiziellen Kirche und den Gläubigen statt.

Innerhalb der beiden großen Konfessionskirchen, der katholischen und evangelischen, gibt es einen Grundsatzstreit. Es geht darum, ob die Kirchen die offizielle Politik weiterhin mittragen sollen. Diese Politik setzt immer unverhohlener auf Waffenexporte – auch in Krisenregionen – und auf militärische Interventionen. Sollte nicht für die Christen das Friedensgebot uneingeschränkt gelten, wie es Jesus einfordert: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ?

„Die Bibel gebietet uns, unsere Nächsten zu lieben und auch unsere Feinde zu lieben, wahrscheinlich deshalb, weil es in der Regel dieselben Leute sind.“ Gilbert Keith Chesterton (1874-1936).

Es gibt in Deutschland etwa 100 evangelische und 100 katholische Militärpfarrer, die jährlich 30 Mill. Euro kosten und über das Militär bezahlt werden. Die Militärpfarrer haben ihre Büros in Kasernen, nutzen Dienstwagen der Bundeswehr, haben Mail-Adressen der Bundeswehr und tragen im Ausland (und auf Kriegsschiffen) militärische Kleidung. Sie sind für die Bundeswehr ein willkommenes, humanitäres Feigenblatt und wirken wie ein Segens-Abonnement für Auslandseinsätze. Die Militärpfarrer rechtfertigen Kriege sogar und rufen selten oder nie zur Kriegsdienstverweigerung auf.

Dazu sagte schon 1956 der evangelische Theologe Friedrich Siegmund-Schulze: „Eine Kirche, die die Kriegsdienstverweigerung zur Ausnahme macht gegenüber der Wehrpflicht, stempelt die Haltung Jesu selbst und seiner Jünger als eine Ausnahmeerscheinung oder Marotte von Extremisten.“

Wegen der guten militärischen Zusammenarbeit der Kirchen mit der Bundeswehr, verwundert es auch nicht, dass in Deutschland jährlich etwa 60 Militär-Musik-Konzerte in evangelischen und katholischen Kirchen veranstaltet werden. Für die Militärmusik werden etwa 50 Mill. Euro vom Bund ausgegeben. Obwohl die Musiker der Bundeswehr in den Kirchen keinen Marsch spielen, sondern moderne, eingehende Songs oder Weihnachtslieder, sind sie dennoch Repräsentanten des Militärs und betreiben Sympathiewerbung für das Militär. Deshalb protestiert die DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg!

Immer mehr Christen fordern, dass die Kirche den Frieden aber nicht den Krieg unterstützen sollte, und dass die Kirche gewaltfreie Methoden aber nicht das Militär stärken sollte. Gewaltfreie Methoden sind effektiver und nachhaltiger als militärische Einsätze.

Die Kirche hat im 1.-3. Jahrhundert alles Militärische abgelehnt. Ein Christ durfte nicht Soldat werden. Die DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg denkt, dass es an der Zeit ist, dass die Kirche zur Gewaltfreiheit zurück findet.

Foto: Walter G. Allgoewer / JOKER

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