40 Jahre Europäisches Denkmalschutzjahr

Neue Führungen der Wertstatt Baukultur

9. März 2015.

„Eine Zukunft für unsere Vergangenheit“: Unter dieses Motto hatte der Europarat das Europäische Denkmalschutzjahr gestellt, das er für 1975 ausgerufen hatte und das in zahlreichen europäischen Ländern mit Ausstellungen, Kolloquien und Kampagnen begangen wurde. Der Begriff „Zukunft“ war zu Beginn der 1970er Jahre erstmals im kritischen Licht erschienen. Nach der Boom- und Expansionseuphorie der Wiederaufbau- und Wirtschaftswunderzeit wurde damals angesichts von Ölpreisschock und den „Grenzen des Wachstums“ erstmals deutlich, was künftige Herausforderungen sein würden. Eine der bis heute wirkmächtigen Entwicklungen war ein wiedererwachendes Interesse an historischem kulturellem Erbe. Ganz besonders Baukunst und Städtebau des 19. Jahrhunderts, die lange Zeit verschmäht worden waren, wurden in ihren Qualitäten wiederentdeckt und positiv neu bewertet. Das Engagement, das zahlreiche Privatpersonen, Vereine und Bürgerinitiativen seit den 1960er Jahren gezeigt hatten, fand letztlich mit dem Denkmalschutzjahr seine Krönung. 40 Jahre später ist die staatliche Denkmalpflege ein nicht mehr wegzudenkender Akteur geworden, das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland ist ungebrochen stark. Ein Blick im Abstand von 40 Jahren zeigt aber auch die Qualitäten der damals neugebauten Architektur: Was um 1975 als abschreckendes Gegenbild genutzt wurde, um ältere Bauten positiv darzustellen – also Bauten wie Stadthaus, Südüberbauung oder Bonner Loch -, gehört nun einer abgeschlossenen Epoche an und muss von einer jüngeren Generation seinerseits in seinen gestalterischen Qualitäten neu entdeckt werden. So wie es gelungen ist, die Baukunst des Historismus für moderne Wohnzwecke zu vitalisieren, sollte es doch auch mit den damals hochmodernen Neubauten gelingen. Die Werkstatt Baukultur Bonn feiert das 40. Jubiläum des Europäischen Denkmalschutzjahres mit einem Führungsturnus zu thematisch ausgewählten Bauten und lädt dazu ein, sich auf Entdeckungsreise zu begeben und über Wertzuschreibungen nachzudenken.

Samstag, 14. März 2015 um 13 Uhr

Die Integrierte Gesamtschule Beuel, Treffpunkt: Vor dem Haupteingang (Siegburger Straße 321)

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Vor kurzem ist mit dem Gebäude der Kölner Musikhochschule erneut ein Bauwerk der 1970er Jahre in der Region unter Denkmalschutz gestellt worden. Das dort verantwortliche Kölner Büro BAUTURM hat wenig später mit der Gesamtschule in Beuel ein weiteres außergewöhnliches Bildungshaus entworfen, das mit seinen roten Metallfassaden schon auf den ersten Blick auffällt. Die Führung widmet sich dieser speziellen Ästhetik der Zeit um 1980 und erschließt das Innenleben der Schule mit ihren „Klassenhäusern“ und „dorfartigen Plätzen“.

Samstag, 21. März 2015 um 13 Uhr

Der Sportpark Nord, Treffpunkt: Haupteingang Stadion (Kölnstraße 250)

Der Sportpark entstand von 1967 bis 1970 nach Plänen des Bonner Architekten Ernst van Dorp sowie des Gartenarchitekten Wolfgang Darius. Er ersetzte die Sportanlagen der Stadt Bonn in der Gronau am Rande des Parlaments- und Regierungsviertels, die der Bund 1966 für den Bau neuer Parlamentsgebäude von der Stadt für 90 Millionen DM erworben hatte, aus denen der Bau des Sportparks finanziert wurde. Das Gelände war zuvor als Müllkippe genutzt und vor dem Bau des Stadions abgesenkt worden. Gemeinsam mit dem südöstlich angrenzenden Wohnpark Lindenhof wurde der Sportpark als Teil einer Gesamtkonzeption zur städtebaulichen Aufwertung des Bonner Nordens gebaut.

Samstag, 28. März 2015 um 13 Uhr

Der Schürmann-Bau (Deutsche Welle), Treffpunkt: Ecke Heussallee/Kurt-Schumacher-Str.

Anfang der 1980er Jahre beschloss der Bundestag, Abhilfe für die beengten Platzverhältnisse im Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ zu schaffen. In einem der größten Architektenwettbewerbe der deutschen Nachkriegszeit setzte sich 1983 schließlich der Entwurf des Kölner Architekturbüros Schürmann durch. Bis zu seiner Fertigstellung 2002 musste das Gebäude einiges über sich ergehen lassen. Geplant als Abgeordnetenbürohaus dient es heute als Hauptsitz der Deutschen Welle. Direkt am Rhein gelegen ist dieses Gebäude eines der Hauptzeugnisse des Regierungsumzuges.

Samstag, 11. April 2015 um 13 Uhr

Die Didinkirica Bauten, Treffpunkt: Ecke Rosenthal/ Am Johanniskraut

Das auffallende Gebäudeensemble im Bonner Norden bestehend aus vier mehrgeschossigen, terrassierten und um einen Innenhof gelegenen Bauriegeln ist eine Besonderheit in Bonn. Dort wo bis 1969 noch die Loe-Kaserne stand, wurden 1976 die „Didinkirica Bauten“ fertiggestellt. Im Innenhof dieser kann man seit 1978 verschiedene Reste des Römerlagers erkunden. Seit kurzem wird über eine Verdichtung und Modernisierung der Anlage diskutiert, was diese in ihrer Erscheinungsform zu verändern droht.

Samstag, 18. April 2015 um 13 Uhr

Architektur der 1960/70er Jahre in Dottendorf, Treffpunkt: Vorplatz Ortszentrum (Dottendorfer Str. 41)

Im Mittelpunkt steht das Dottendorfer Ortszentrum, ein auf das Jahr 1975 zurückgehender Entwurf des Bonner Architektenpaares Stephan und Ursula Legge, dessen Zukunft zurzeit unklar ist. Unter seiner verschachtelten Dachlandschaft bietet der Bau Platz für verschiedene Funktionen, bis ins Detail ist er planvoll gestaltet worden. Einige Eindrücke aus benachbarten Straßen und ein Blick auf die in den sechziger Jahren erweiterte Kirche St. Quirinus vervollständigen die Führung.

Samstag, 25. April 2015 um 13 Uhr

40 Jahre Bonner U-Bahn, Treffpunkt: Bonner Loch (Bahnhofsvorplatz)

2015 feiert die Bonner Untergrundbahn 40 Jahre Bestehen. Ein besonderer baukultureller Schatz sind ihre Haltestellen aus der damaligen Zeit, beispielsweise Universität/Markt, Juridicum oder Heussallee. Sie sind bis heute im zeittypisch technisch-futuristischen Design weitgehend unverändert erhalten. Stellenweise erinnern sie gelegentlich sogar an Raumschiffe! Auch die oberirdischen Haltestellen haben einiges zu bieten, z.B. die Sonnenschirm-Ästhetik. Zwischen Science-Fiction und Münchener Olympia-Zelt: Wer Freude an den 1970er Jahren hat, sollte diesen Anlagen einen zweiten Blick gönnen. Die Führung lädt ein, über alte und neue baukulturelle Werte nachzudenken, gerade auch in dem Wissen, dass für den U-Bahnbau viel historische Bausubstanz geopfert wurde.

Samstag, 02. Mai 2015 um 13 Uhr

Das Bürgermeister-Stroof- Haus, Treffpunkt: Adelheidisstraße 3, Vilich

Das ehemalige Wohn- und Amtshaus Leonard Stroofs, dem ersten Bürgermeister der 1808 gegründeten Gemeinde Vilich, ist mittlerweile eine Beueler Kulturstätte und auch ein geschütztes Denkmal der Stadt Bonn. Die Entwicklung des Hauses geht zwar bereits auf das 15. Jahrhundert zurück, erhielt seine besondere Gestaltung aber erst um 1800 durch den Einfluss Stroofs. Darüber hinaus glänzt das Gebäude nicht nur als Geschichts- und Architekturdenkmal, sondern auch durch viele weitere Besonderheiten, die in der Führung eingehendere Betrachtung finden werden.

Samstag, 09. Mai 2015 um 13 Uhr

Postmoderne in der Südstadt, Teffpunkt: Hotel Bristol, Ecke Prinz­Albert­Straße/Poppelsdorfer Allee

Die Südstadt zählt heute zu den begehrtesten Wohnlagen der ehemaligen Bundeshauptstadt und ist mit ihrem umfangreichen historistischen Bauerbe ein Ensemble, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Doch die heute hohe Wertschätzung der Südstadt unterlag Schwankungen. Entstanden als gehobene bürgerliche Wohngegend im 19. Jahrhundert, stand das Viertel nach dem Zweiten Weltkrieg zur Disposition und war vom Abriss bedroht. Im Zuge des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 und damit einhergehendem bürgerlichen Engagements wurde der kunsthistorische Wert des Viertels einer breiten Öffentlichkeit und der Politik vermittelt. In der Folge wurden ein Großteil der Häuser restauriert und Baulücken im Stil der Postmoderne geschlossen.

Weitere Informationen unter: www.baukultur-bonn.de

Foto: Joker

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