Tag der Bundeswehr:

Keinen öffentlichen Raum

19. Mai 2015.

Verschiedene politische Gruppen aus Bonn haben das Friedensbündnis „Keinen Tag der Bundeswehr!“ gegründet, um gegen den angekündigten „Tag der Bundeswehr“ am 13. Juni in Bonn auf dem Marktplatz vorzugehen.

Die Stadt wird aufgefordert, keinen Öffentlichen Raum für die „Propagandaschau“ zur Verfügung zu stellen, da die Bundeswehr entgegen der UN-Kinderkonvention auch Kinder und Jugendliche mit ihrer Werbeoffensive ansprechen will. „Werbung und Rekrutierung bei unter 18-Jährigen ist völkerrechtswidrig“, heisst es in einem offenen Brief des Bündnisses an den Stadtrat. Die Bundeswehr hat für die „Showbühne“ laut vorgelegtem Programm u.a. eine „Uniform-Modenshow“ und ein „Showkonzert der Big Band“ angesagt und lädt „die ganze Familie“ ein. Neben „Berufs- und Karriereberatung“ sind auch Bundeswehr-Fahrzeuge und -Hunde „zum Anfassen und Erleben“ vorgesehen. Das Bonner Friedensbündnis kritisiert, dass mit subtilen Werbemethoden bei Jugendlichen die Zustimmung zu kriegerischer Gewalt geweckt werden solle.

Bonn müsse jetzt beweisen, dass die Selbstdarstellung als Friedensstadt nicht zur Farce werde, schreibt das Bündnis an den Stadtrat. Der Auftritt der Bundeswehr konterkariere alle Bemühungen um Friedenserziehung. Für den Fall der Durchführung der Bundeswehr-Veranstaltung auf dem Marktplatz kündigt das Bündnis Protestaktionen an. Vor allem sollen Soldatenstiefel nicht das Denkmal der verbrannten Bücher auf dem Marktplatz betreten dürfen. Dem Auftreten der Bundeswehr will das Bündnis Aufklärung über Kriegsfolgen sowie Kritik an den Auslandseinsätzen entgegensetzen. Die militärische Absicherung deutscher Rohstoffinteressen und die Bekämpfung von Flüchtlingen mit kriegerischen Mitteln seien völkerrechtswidrig, so das Bündnis.

In einem Hintergrundpapier fordert das Bündnis den Stopp der Militarisierung Deutschlands und die Umorientierung auf friedenspolitische Konfliktlösungen. „70 Jahre nach der Befreiung Deutschlands von der Terrorherrschaft des NS-Regimes dürfen wir die Lehren und Erfahrungen aus zwei Weltkriegen nicht beiseiteschieben“, mahnen die Friedensgruppen.

Foto: Lutz Schmidt / JOKER

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