Friedensbündnis fordert:

„Keinen Tag der Bundeswehr“

8. Juni 2015.

Bundeswehrveranstaltung auf dem Mahnmal der Bücherverbrennung ist pietätlos – Friedensbündnis fordert Stadt zur Absage auf

Das Friedensbündnis „Keinen Tag der Bundeswehr“ fordert die Stadt Bonn auf, den sogenannten Tag der Bundeswehr am 13.6. abzusagen. Eine Veranstaltung der Bundeswehr auf dem Mahnmal der Bücherverbrennung ist pietätlos und nicht hinnehmbar. Laut einer kleinen Anfrage im Stadtrat wird die Bühne der Bundeswehr vor dem Rathaus auf dem Marktplatz stehen, also direkt auf dem Mahnmal der Bücherverbrennung.

„Es ist skandalös und völlig unverständlich, dass die Stadt Bonn dazu ihr Einverständnis gibt.“, so Philipp Ingenleuf vom Netzwerk Friedenskooperative. „Das Gedenken an die Verbrennung von Werken Bertha von Suttners und Kurt Tucholskys durch die Nationalsozialisten wird so nicht nur mit Füßen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes mit Soldatenstiefeln getreten.“

Ebenfalls kritisiert das Friedensbündnis die Antwort von OB Nimptsch an den Stadtrat, in der er sich zur Rechtfertigung des Bundeswehrspektakels in Anspielung auf die römische Besatzung auf eine 2000-jährige militärische Tradition Bonns beruft. Richtig wäre es, den römischen Imperialismus und seine hemmungslose Gewaltanwendung mit der lt. Verteidigungspolitischen Richtlinien deutsche Wirtschaftsinteressen verteidigenden Bundeswehr heute zu vergleichen, kritisiert das Friedensbündnis. Auch dass die Bundeswehr in Bonn 1955 von ehemaligen Wehrmachtsoffizieren mitgegründet wurde, scheint der OB vergessen zu haben.

Das Bündnis fordert OB Nimptsch, der sich seinerzeit für die Realisierung des Büchermahnmals einsetzte und auch 2013 die Stele von Bertha von Suttner einweihte, eindringlich auf, seine unkritische militärfreundliche Position zu überdenken.

Die Bundeswehrveranstaltung auf dem Mahnmal der verbrannten Bücher zeugt von einer Geschichtsvergessenheit und Doppelmoral der Stadt Bonn. Wenn Bonn seinem Ruf als „Friedensstadt“ gerecht werden möchte, muss der Bundeswehr eine klare Absage erteilt werden.

Andernfalls wird das Bündnis der Bundeswehrpropaganda mit lautem und kreativem Protest sowie mit Kritik an Kriegsstrategien, nuklearer Teilhabe, Drohnenbeschaffung und Rüstungsexporten entgegentreten.

Foto: Michael Schulze von Glaßer

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