22. Juni 2015.

Der in Bonn ansässige Westdeutsche Förderkreis ist größter Einzelinvestor der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, die Mitte Juni mit einem Festakt in Berlin ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Der Förderkreis beteiligt sich mit derzeit mehr als 110 Millionen Euro Kapital seiner über 6.000 Mitglieder an der Arbeit von Oikocredit. Deren 300 Gäste aus 30 Ländern hatten bei der Jubiläumsveranstaltung in der Berliner Elisabethkirche allen Grund zur Freude. Aus mühsamen Anfängen wurde einer der weltweit führenden privaten Entwicklungsfinanzierer.

Heute teilen über 53.000 Anlegerinnen und Anleger das Ziel, mit ihrem Geld sozial verantwortlich zu handeln und Menschen mit niedrigen Einkommen in Entwicklungsländern zu unterstützen. „Oikocredit war Vorreiterin“, so die Geschäftsführerin des Westdeutschen Förderkeises in Bonn, Ulrike Chini aus Anlass der Jubiläumsfeierlichkeiten. „Inzwischen mögen viele aufgesprungen sein, doch mit ihrem einzigartigen Konzept bleibt Oikocredit innovativ und vor allem glaubwürdig an den Bedürfnissen benachteiligter Menschen orientiert.“

37 Millionen Menschen in über 60 Ländern hat Oikocredit allein über die von ihr finanzierten Mikrofinanzorganisationen im vergangenen Jahr erreicht, so die Ergebnisse des sozialen Wirkungsmanagements für 2014, die die Genossenschaft soeben vorgelegt hat. Das sind ein Drittel mehr Menschen als im Jahr zuvor. Nutznießerinnen sind vor allem Frauen, sie machen 86 Prozent der Klientel der sozial engagierten Mikrofinanzorganisationen aus, mit denen Oikocredit zusammenarbeitet. Die Hälfte der Frauen lebten in ländlichen Gebieten, 25 Prozent waren in der Landwirtschaft tätig. Sie zu unterstützen ist ein dringend notwendiger Beitrag zur lokalen Ernährungssicherung.

Die Genossenschaft investiert gezielt dort, wo der Bedarf groß ist und anderen Investoren die Gewinne zu niedrig oder die Risiken zu hoch erscheinen, etwa in ländlichen Regionen oder in afrikanischen Ländern. Neben Mikrofinanz und Landwirtschaft werden seit 2014 verstärkt erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert. Zudem schult Oikocredit ihre Partner in gefährdeten Regionen darin, wie sie sich besser vor den Folgen der Klimawandels schützen können.

Seit 1975, dem Gründungsjahr der Genossenschaft, flossen mehr als zwei Millliarden Euro in 1.670 Organisationen in 100 Ländern. Oikocredit investiert in biologischen Landbau, der die Wüsten Ägyptens urbar macht, Solarlampen, die preiswert Licht in entlegene Dörfer Indiens bringen, eine Zuckerfabrik im Besitz der Bäuerinnen und Bauern in Südamerika und in Mikrokredite, die nicht nur Einkommen, sondern auch Bildung, Gesundheitsversorgung, Gemeinwesen und Infrastruktur verbessern helfen.

Das 40-jährige Bestehen hat die Genossenschaft in Berlin gefeiert. Dort initiierte der Ökumenische Rat der Kirchen die Gründung von Oikocredit. Der ehemalige Generalsekretär des Weltkirchenrats, Dr. Konrad Raiser hielt die Eröffnungsrede. Kredite zu vergeben statt zu spenden sei seinerzeit auf erheblichen Widerstand gestoßen, so Raiser. „Eine Frage des Vertrauens. Selbstvertrauen zu stärken schafft die Basis für soziale Teilhabe und ist ein Schlüssel für mehr Gerechtigkeit.“

Kurzinfo: Oikocredit

Seit 40 Jahren ist Oikocredit Vorreiterin sozial verantwortlicher Geldanlage. Mit dem Kapital ihrer Anlegerinnen und Anleger vergibt die Genossenschaft Kredite und Kapitalbeteiligungen an Mikrofinanzinstitutionen, Kooperativen und andere sozial orientierte Unternehmen in Entwicklungsländern. Diese Partner schaffen Arbeitsplätze, fördern Entwicklung und eröffnen Menschen Chancen auf wirtschaftliche Eigenständigkeit. Seit der Gründung im Jahr 1975 ist Oikocredit mit diesem Konzept zu einem der weltweit führenden Entwicklungsfinanzierer geworden. Einzelpersonen können über die Mitgliedschaft in Förderkreisen anlegen. Für die Region NRW und Teile von Saarland und Rheinland-Pfalz ist der in Bonn ansässige Westdeutsche Förderkreis zuständig.

 

Foto: Joker

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