70. Jahrestag der Atombombenabwürfe:

Hiroshimatag 2015

11. August 2015.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 trafen sich Bonner Friedensfreunde, aufgerufen durch die Friedensinitiative Beuel in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Friedenskooperative, IPPNW und DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg, zu Gedenk- und Mahnaktivitäten am Nachmittag des 6. August 2015.

Zunächst machte die Friedensfahrradtour der DFG-VK NRW am Nachmittag Halt am Hiroshima-Mahnmal in Beuel. Nachdem sich die Radfahrer gestärkt hatten, sorgten sie mit der Buchstabenaktion für Aufmerksamkeit:

HIROSHIMA MAHNT
ATOMWAFFENFREI
IN BÜCHEL ANFANGEN

Ab 17 Uhr versammelten sich ca. 50 Friedensfreunde auf dem Bonner Marktplatz und führten in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch vor dem Rathaus ebenfalls die Buchstabenaktion durch.

Anschließend begaben sich die Teilnehmer in einem Mahnschweigegang durch die Fußgängerzone und über die Kennedybrücke zum Mahnmal am Beueler Rheinufer.

Nach einem musikalischen Auftakt richtete sich der Oberbürgermeister in einem Grußwort an die ca. 100 Friedensfreunde. Er betonte, dass im Kampf um Frieden nicht nachgelassen werden dürfe, wobei er daran erinnerte, dass die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki schon so verheerend waren, dass sie Bonn und einen Teil der Umgebung schon komplett ausradiert hätten. Für Bonn als UN-Stadt sehe er als Mayor for Peace auch die besondere Verpflichtung, den Einsatz um atomare Abrüstung weiterzuführen.

Robert Nicoll ging in seinem Beitrag für die Friedensinitiative Beuel auf die zunehmende Aggressivität der NATO als Bedrohung des Friedens ein. Er kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie sich in Stillschweigen bezüglich der in Büchel stationierten Atomwaffen, die die USA „modernisieren“ wollen, übt.

Seiner Meinung nach kann Frieden aber nicht allein die Abwesenheit von Atomwaffen und Waffen bedeuten. Es müssen vielmehr günstige Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Länder geschaffen werden – das war jahrzehntelang Konsens in Europa. Leider erleben wir gerade, wie in den Ländern Europas eine neoliberale Politik im Interesse der Banken und Konzerne, also auch der Rüstungskonzerne, und gegen die Interessen der Bevölkerung mit tatkräftiger Unterstützung von arroganten, überheblichen und sich selbst anbetenden Politikern die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in Gefahr bringt.

Zum Schluss bekräftigte er nochmals die seit Jahren erhobene Forderung nach Abzug und Verschrottung der immer noch in Büchel stationierten US-Atomwaffen. Angesichts des aktuellen Säbelrasselns unserer Politiker kann die Forderung der Friedensbwegung nur heißen: Frieden schaffen ohne Waffen!

Nach einer weiteren Buchstabenaktion ergriff Gina Mertens für IPPNW das Wort. Sie kritisierte mit deutlichen Worten, dass die Atomwaffen besitzenden Staaten bestimmten, wer Atomwaffen besitzen darf und wer nicht. Vielmehr sei es nötig, dass die Staaten, die keine Atomwaffen besitzen, Druck auf die Atommächte ausüben, alle Atomwaffen zu verschrotten. Sie erinnerte daran, dass auf Initiative Österreichs bereits mehr als 100 atomwaffenfreie Staaten sich zusammen geschlossen hätten. Leider antworte die Bundesregierung auf entsprechende Aufforderungen, sich dem anzuschließen, immer nur mit Ausflüchten. Umso dringender sei es, das Verteidigungsministerium abzuschaffen und durch ein Friedensministerium zu ersetzen. Und zum Frieden gehöre auch, für die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, menschenwürdige Unterbringungen zu gewährleisten, zum Beispiel durch Umwidmung der vielen zum Verkauf stehenden Bundesimmobilien. Es sei auch an der Zeit, dass unsere Regierungen endlich die Verantwortung für die Ursachen der Flüchtlingsströme übernehmen.


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Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki wies Dieter Riebe von der Deutschen Friedensgesellschaft eindringlich daraufhin, dass gegen Krieg nur Vorbeugung hilft und sich niemand aus der Verantwortung stehlen kann. Dann verlas er die Grußbotschaft Nihon Hidankyos für die japanische Vereinigung der Überlebenden der Atom- und Wasserstoffbomben.

 

Foto: Martin Behrsing

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