Initiativen erwarten Entscheidung der Politik:

Seilbahn zwischen Beuel und Venusberg

18. August 2015.

Neun Verkehrs- und Umweltverbände aus der Region haben sich zusammengeschlossen, um die Idee einer Seilbahnlinie zwischen Museumsmeile/Regierungsviertel und den Universitätskliniken auf dem Venusberg zu unterstützen. „Der wachsende Verkehr zwischen den Unikliniken und den Tallagen in Bonn lässt sich idealerweise durch eine Seilbahn umweltfreundlich bewältigen“, so ADFC-Verkehrsplaner Johannes Frech im Namen der Initiative. In einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, die OB-Kandidaten und die im Bonner Stadtrat vertretenen Fraktionen machen sich die Verbände und der AStA der Universität für die Seilbahn stark und fordern den Hauptausschuss auf, in seiner Sitzung am 15. September eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Ziel dieser Seilbahn soll es sein, die künftige Bahn-Haltestelle UN-Campus hinter den Museen an der B9 mit den Universitätskliniken zu verbinden. „Eine Seilbahnverbindung zum Venusberg böte die Möglichkeit, von den ÖPNV-Haltestellen aus als Fußgänger und Radfahrer in die Seilbahn umzusteigen und so Entfernungen und Höhenunterschiede bequem und in wenigen Minuten zu überwinden und damit spürbar zur Entlastung des Autoverkehrs beizutragen“, heißt es in dem Offenen Brief.

Allerdings ist für die Initiativen die Verbindung zum Venusberg nur ein erster Schritt. Denn die Seilbahn ist als Nahverkehrsmittel ideal, um den Rhein als Barriere für den ÖPNV zu überqueren. „Eine Verlängerung der Seilbahn über den Rhein Richtung Ramersdorf würde die Arbeitsplatzschwerpunkte in Beuel und im Regierungsviertel verknüpfen und zugleich mit der U-Bahn und der Deutschen Bahn auf beiden Rheinseiten verbinden“, so Frech.

Die Umwelt- und Verkehrsgruppen erwarten vom Hauptausschuss und dem Bonner Rat, dass er jetzt Mut beweist, um die wachsenden Verkehrsprobleme in Bonn in den Griff zu bekommen. Inzwischen setzen auch Großstädte auf Seilbahnen, um im Stau stehende Bus- und Bahnlinien zu ersetzen. So entwickelt La Paz in Bolivien derzeit das größte städtische Seilbahnsysten der Welt. Drei Seilbahnlinien haben bereits den Linienverkehr aufgenommen, drei weitere sind in Bau. Moderne Großkabinenbahnen können je nach Takt bis zu 5000 Fahrgäste pro Stunde transportieren.

Angesichts niedriger Betriebskosten und der im Vergleich zu einer Schienenstrecke günstigen Investitionskosten hoffen die Initiativen, dass sich der Hauptausschuss mit großer Mehrheit für das Projekt einsetzt. „Seit 2013 geistert die Idee einer Seilbahn zum Venusberg durch die Gremien, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politik entscheidet und das Projekt zügig voranbringt.“

Der Bonner Verkehrswissenschaftler Prof. Heiner Monheim wird das Seilbahnprojekt demnächst in einem Vortrag auf Einladung der Volkshochschule Bonn vorstellen. Monheim präsentiert am 3. September in der VHS am Mülheimer Platz ab 18 Uhr nicht nur die Möglichkeiten einer querenden Seilbahnverbindung in Bonn, sondern auch schon bestehende urbane Seilbahnlinien in der Welt. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei.

Den Offenen Brief haben unterzeichnet:

  • ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Bonn/Rhein-Sieg, Annette Quaedvlieg
  • VCD – Verkehrsclub Deutschland Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, Wolfgang Groß
  • BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Kreisgruppe Bonn, Dieter Vollrath
  • Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen, Ilse Maresch
  • Anwohnerinitiative Venusberg, Barbara Dreymann
  • Lebenswerte Siebengebirgsregion, Anna Küpper-Oszvald
  • BUB – Bürgeraktion Umweltschutz Bonn, Manfred Roth
  • Naturschutz Bund Nabu, Alexander Heyd
  • AStA Allgemeiner Studierenden Ausschuss Universität Bonn, Lavinia Kamphausen

 

Foto: Helmut Metzmacher / JOKER

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