100 Tage OB Sridharan:

Endlich Handeln statt Reden!

28. Januar 2016.

Der Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion hatte den Bonner OB Sridharan zum Amtsantritt in einem Offenen Brief aufgefordert, nicht nur seinen Wählern, sondern auch dem Bundesverkehrsminister mitzuteilen, dass er eine neue Autobahn durch Bonn ablehne. Diese Frage war im Wahlkampf prioritär geworden. Sridharan hatte den Wählern mitgeteilt, dass er „sich eine neue Autobahn durch Bonn nicht vorstellen könne“ und dass er den „Venusbergtunnel nicht unterstützen“ könne. Damit hat er sich bei den WählerInnen und Wählern Vertrauen erworben, dass er sich nicht mehr „ergebnisoffen“ verhalten werde, sondern sich im Vorfeld der anstehenden Bundestagsentscheidung über den Bundesverkehrswegeplan aktiv gegen beide Teile der Südtangente, Ennertaufstieg und Venusbergtunnel, einsetzen werde.

Auch nach der Wahl hatte Sridharan gesagt „Keinen Bedarf sehe ich aber für eine Schnellstraße, die zwei Autobahnen A 565 und A 3 miteinander verbindet.“ Allerdings hat Sridharan bisher nur geredet, nicht gehandelt.

Sridharan wartet nämlich einfach nur ab, was der Bundesverkehrsminister entscheidet. In Kürze will der Bundesverkehrsminister die Bewertung der angemeldeten Projekte veröffentlichen.
Was wird Sridharan denn machen, falls Dobrindt der Südtangente hohen wirtschaftlichen Nutzen bescheinigt? Einknicken? Oder kämpfen? Warum lässt er die Gelegenheit verstreichen, im Vorfeld mit Dobrindt Klartext zu reden?

Wer die seit fünf Jahrzehnten fruchtlose Debatte um die Südtangente verfolgt hat, weiss, dass in dieser Zeit die regionale Verkehrsinfrastruktur nur wenig verbessert worden ist. Der Rhein/Sieg-Kreis setzt auf die Südtangente und hat sich anderen Vorschlägen verweigert. Die angekündigte neue Verkehrskooperation zwischen Sridharan und Landrat Schuster hat bisher nicht einmal begonnen.

Da Sridharan darauf verzichtet hat, seine Ablehnung der Südtangente an Dobrindt zu übermitteln, müssen die Wähler folgern, dass ihr neuer OB durch Nicht-Handeln die verkehrspolitischen Interessen des Rhein/Sieg-Kreises besser vertritt als die seiner Stadt Bonn.

Foto: Erich Häfele/JOKER

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